Zone Troopers


‘They take war to a new dimension.’


Originaltitel: Zone Troopers (1986)
Regie: Danny Bilson Drehbuch: Danny Bilson, Paul De Meo
Darsteller: Tim Thomerson, Timothy Van Patten, Art LaFleur FSK: 16


Tim Thomerson und Charles Band?
Dazu fällt dem B-Movie-Kenner zuerst wahrscheinlich die ’Trancers’-Saga ein. Zwischendurch trafen sich der charismatische Mime und der Schund-Produzent zu einem weiteren Sci-Fi-Streifen, dem originellen ’Zone Troopers’, einer ’WW2 meets Alien Invaders’-Story mit Pfiff und Humor.

Italien, gegen Ende des 2. Weltkriegs.

Vier gewinnt!
Eine amerikanische Einheit wird von den Deutschen aufgetrieben und in den Wald gescheucht. Dort finden die G.I.s seltsame Überreste einer Technologie, die nicht in ihr Wissens-Muster passt. Als sie ein Nazi-Lager entdecken, kommt der neugierige Kriegs-Reporter Dolan nicht umhin, dort herumzuschnüffeln. Prompt werden er und Kamerad Mittens von den Deutschen gefangen genommen. Währenddessen finden der Science-Fiction begeisterte Joey (Timothy van Patten) und sein Sargent (Thomerson) ein abgestürztes Luft-Vehikel, dessen Erkundung sie in die eigene Hand nehmen. Was vorerst für ein weiteres Experiment Nazi-Deutschlands gehalten wird (“Die machen doch sowas andauernd!“), entpuppt sich als außerirdisches Raumschiff. Ein dazugehöriges und freundliches Alien ist ebenfalls in der Gewalt der deutschen. Nachdem eine waghalsige Rettungs-Aktion gelingt, kommt auch Verstärkung aus dem Weltall. Jetzt geht’s den Krauts mit Hilfe der Besucher an die Wäsche…

Mit ’Zone Troopers’ gelang Regie-Frischling Danny Bilson, der bis dahin mit seinem Partner Paul DeMeo Ideen für Band-Produktionen wie ’Arena’ zu Buche trug, ein recht eigenwilliger Genre-Mix, der nicht nur Alien-Invasions-Filme der 50er Jahre auf die Schippe nimmt, sondern sie auch gleich in ein klassisches Kriegsfilm-Szenario einbindet. Der Film (von einigen amerikanischen Movie-Sites passenderweise ’Saving Private Greedo’ genannt) spielt mehr als einmal auf seine Comic-Wurzeln an und versucht gar nicht erst, sich ernst zu nehmen (oder zu geben), stellt aber dennoch etwas einzigartiges in seinem Metier dar.

Rauhe Schale,
weicher Keks:
Tim Thomerson
Auf der technischen Seite gibt es erneut die Arbeit von John Carl Buechler zu ’bewundern’. Der hatte nicht viel zu tun, denn mal abgesehen von einem Raumschiff, das ganz sicher aus Sets alter Sci-Fi-Schinken zusammengebastelt wurde, musste sich hier nur um das Alien gekümmert werden. Dieses zigarettenfressende, glupschäugige Wuschel-Wesen ist eher zweckdienlich (sprich ’trashig’) designt und sieht aus, als hätte man es direkt aus der Cantina in ’Mos Eisley’ importiert.
Speaking of which: Auch die Musik von Richard Band erlaubt sich zwischendurch von John Williams' ’Star Wars’-Score zu naschen (der berühmte ’Imperial March’ wird beinahe eins zu eins kopiert!) Entschädigung gibt’s dafür dank stimmungsvoller Big Band-Musik, die wirklich Klasse ist.
Die Schauspieler, unter ihnen Art LaFleur und Biff Maynard (ebenfalls aus ’Trancers’ bekannt), passen in jederlei Hinsicht wie angegossen in ihre Uniformen. Tim Thomerson beherrscht als ’Sarge’ mal wieder das Geschehen und Timothy van Patton (’Die Klasse von 1984’) beweist, dass er auch als Sympathie-Träger zieht. Die deutsche Übersetzung tut mit ihren albernen Einwürfen (“Waren sie mal Indianer?“ “Ja, Winnetou war mein Onkel“) dem Spaß keinen Abbruch, zumal wohl auch die Originalversion nicht ohne solche Kalauer auskommt. Herrlich ist mal wieder die Darstellung der Nazis (unter ’Standarten-Führer Manheim’). Deren Synchronisation wurde in der deutschen Fassung konsequent unterlassen und kommt mit französisch/italienischem Akzent daher (Aus “Heinrich, ein Amerikaner!“ -> “’einrick, eine Amerikane’!“) Natürlich lässt es sich Charles Band nicht nehmen, auch den Führer persönlich vorbeischauen zu lassen, der prompt vom Ami eins vor den Latz geknallt bekommt. Wenn schon, denn schon!

Ja, ’Groove is in the Heart’!

Realismus pfui, Gaudi hui! Launig gespielt, trashig getrickst, nach dem ersten Viewing angefixt und immer wieder gerne gesehen. ’Zone Troopers’ ist ’Spaßfilm’ pur, keineswegs makellos, dafür aber im unüberschaubaren Sektor der Science Fiction (oder wegen mir ’Speculative Fiction’, gibt ja immer ein paar Nasen, die das mit dem ’SF’ in den falschen Hals kriegen) ein Unikum.

Hudson