Zombie Nightmare


‘The Wasted Ain't Wasted


Originaltitel: Zombie Nightmare (1986) Regie: Jack Bravman
Drehbuch: David Wellington
Darsteller: Adam West, Jon Mikl Thor, Tia Carrere FSK: 16


Ein Film, in dem ’Ace of Spades’ über den Vorspann schallert kann unmöglich schlecht sein, meint ihr?
Wie wär’s mit einem Film, in dem Jon Mikl Thor und Adam West die Hauptrollen spielen. Ja, jetzt wird’s schon wärmer, gelle?

Dude, where's my... duuude?
Thor spielt Tony Washington, einen jungen, langzotteligen Pumper-Hannes und Baseball-Pitcher, dessen Daddy vor vielen Jahren von fiesen Gangbangern abgestochen wurde, als er einer jungen Frau aus deren Bedrängnis helfen wollte. ’History repeats itself’, wie man so schön sagt, und Tony wird nun selbst das Opfer seiner Gutmütigkeit, als er einen Raubüberfall verhindert und kurz darauf von unbedacht rasenden Teenagern überfahren wird. Und zwar Hit & Run-Style und ohne jegliche Reue. (“He aint looked so tall no more, when I was through with him. Christ, there was nothing he could do about it. It was so easy.“) Tonys Mutter kann den Schmerz nicht ertragen, also schafft sie seine Leiche zur lokalen Voodoo-Mama und bittet sie darum, seinen Körper zu reanimieren, auf dass er in Gestalt eines Zombies gnadenlose Rache an seinen Mördern üben kann…

Ich frage mich immer noch, wie ein alter Adam ’Batman’ West, eine junge Tia Carrere (’True Lies’), ein käsiger Heavy Metal-Soundtrack (80er Pantera-Songs, uaaaah!), eine Zottel-Zombie-Spa-Attacke und eine ausschweifende Tennis-Szene in ein und denselben Film gelangen konnten.

Tja... öööh... Ja.
Ich spekuliere auf eine ungesunde Bewunderung für Ed Wood-Filme von Seiten des Regisseurs Jack Bravman. Kein Wunder, dass der Mann danach nie wieder im Regiestuhl saß. Hier funktioniert gar nichts. Nach Prolog (lahm), Setup (tranig) und den ersten Kills (dünn), kommt plötzlich Adam West ins Spiel und der Film wird zur ’Dragnet’- Episode, in der West und sein Partner Theorien abschätzen und Polizei-Gelaber vom Stapel lassen. Im letzten Drittel häufen sich schließlich die Zombie-Stalking-Szenen und der Film vollbringt das Wunder, zu einer (noch) lahmarschig(er)en Version von John ’Bud’ Carlos’ ’The Dark’ zu verkommen. (Um die Absurdität dieser Aussage zu prüfen, lest einfach das ’The Dark’-Review.)
Neben den üblichen Eighties Haircrimes und Modetrends des Grauens (Stichwort: Tanktop mit freigelegter Nippel-Zone) gibt es hier übrigens einen Kurzauftritt von ’Darkness Falls’-Autor/’Freashow’-Regisseur/Thor-Kumpel John Fasano als Baseball-Daddio zu bestaunen. Haltet einfach Ausschau nach dem fetten, toten Mann der auf der jungen Frau liegt, die er soeben vor seinen Mördern gerettet hat.

Das hab ich echt nicht verdient... oder?

“I mean this kid was impaled by a baseball bat. I just don’t understand how this guy James Earl could do it.”
“Maybe James Earl is a great batter“

’Zombie Nightmare’ ist schlichtweg einer der miesesten Horrorfilme diesseits und jenseits der Achtziger Jahre und weder als Kuriosität, noch als Trash-Erlebnis zu genießen. Kurz gesagt: Einer jener Streifen, von dem wirklich jeder noch so sture Alleskucker die Finger lassen sollte.


Hudson