The Zero Boys


‘Dawn Of A New Breed Of Heroes’


Originaltitel: The Zero Boys (1986)
Regie: Nico Mastorakis Drehbuch: Robert Gilliam, Nico Mastorakis, Fred C. Perry
Darsteller: Daniel Hirsch, Kelli Maroney, Nicole Rio FSK: 16


ENDZEIT-KRIEG...

dachte ich, als ich Zeuge der ersten 10 Minuten des Filmes wurde. Passte alles: Der Titel, das Cover, die Klamotten der Herumballernden (u.a. Military-Kluft, Punk-Fashion und SS-Uniformen). Aber weit gefehlt, es war nur eine Horde fescher Gotcha-Spieler, die in autentischer Westernkulisse ihren Lieblingsfilm nachspielten.
Nein, ’Zero Boys’ ist ein Slasher. Das merkt man spätestens, wenn die Protgonisten (junge, gutaussehende Leute mit Föhnfrisuren) einen Kurztripp ins Grüne unternehmen, in einer abgelegenen Hütte landen und es Nacht wird. Gut, es könnten auch Außerirdische kommen oder Dämonen oder ein Seemonster, aber nach geschätzten 50000 B-Movies im Konsum, hat man so etwas im Gefühl. Und siehe da; kaum wird über tiefenpsychologische Belange diskutiert und fleischerweichend rumgefummelt, erscheinen die Eigentümer des verlassenen Hauses, zwei derangierte Hillbilly-Killer zum mörderischen Stelldichein. Jetzt wird’s ernst für die Paintball-Warriors. Während draußen ein Gewitter tobt, werden die Überlebenskünste der Jugendlichen zum ersten mal im echten Leben auf die Probe gestellt…

Ja, schon gut, ich spar
mir den 'Hamlet'-Spruch!
’The Zero Boys’ ist ein Slasher mit ungewöhnlichem Einstieg aber recht gewöhnlichem Fortlauf. Haben die Charaktere endlich die typische Slasher-Position eingenommen (abgelegene Location, Auto kaputt, keine Hilfe zu erwarten), geht der Film erst einmal stupide genre-typische Wege (abseilen von der Gruppe, Killer-POV, Jump- und Fake-Scares). Der/die Killer ist/sind um einiges ’kränker’, als man es von typischen 80er-Slashergestalten gewohnt ist. Sie erinnern viel eher an modernere Schlitzer, wie zB. jene aus ’Wolf Creek’ und ’High Tension’ (yeah, fuck that twist!). Trotzdem geht es hier völlig unblutig zur Sache, ein gefrorener Kopf im Kühlschrank ist schon das höchste der Gefühle.
Das bedeutet aber nicht, dass ’Zero Boys’ nicht an den Nerven nagen, und uns verstörende Bilder vorenthalten würde. Spannungmangel kann man dem Film wahrlich nicht vorwerfen. Wenn man sich mit den Klischees erst einmal abgefunden hat, geht es verdammt fesselnd zur Sache. Die ab der 2. Hälfte komplett düstere Optik ist dabei sicher hilfreich, was nicht bedeuten soll, der Film wäre schlecht beleuchtet. Auch unter Berücksichtigung der passenden Musik von Hans Zimmer, haben wir es mit einem technisch einwandfreien Genrestück zu tun. Joe Estevez (’The Toad Warrior’) den irren Killer spielen zu lassen, war nicht die schlechteste Entscheidung und auch wenn die Kids (denen übrigens von Anfang an automatische Waffen zur Verfügung stehen und die trotzdem nie eine Chance haben) nicht das Eichmaß schauspielerischen Könnens sind, hier passen sie makellos ins Bild.

Crocodile Dundee?

Fazit: ’The Zero Boys’ ist ein spannendes Unterfangen, das nach interessantem Start erst einmal unter ein paar typischen Slasher-Klischees zu leiden hat, dann aber mächtig in Fahrt kommt, um letztlich mit einem unbefriedigenden Finale abzuschließen. Der äußerst spannende Hauptteil dürfte ihn für Liebhaber diverser Backwood-Schlitzer-Eskapaden unverzichtbar machen.


Hudson