Zeit des Grauens


‘It’s been hifing under human flesh…
Now it’s time to shed its skin ’


Originaltitel: Something Is Out There (1988)
Regie: Richard A. Colla Drehbuch: Frank Lupo
Darsteller: Joseph Cortese, Maryam d'Abo, George Dzundza FSK: unbekannt


Neulich im Irrenhaus
(for the mentally challenged nutjobs in space)

"God no, you couldn’t do this with chainsaw in ten seconds!"

Ein Jogger wird im Park zerfetzt, drei Malocher zerreißt es auf der Baustelle, Cop Breslin steckt über beide Ohren in den Ermittlungen und hat auch noch Stresse mit seiner Freundin, der Tochter des Police Comissioners. Als eine junge Blondine regelmäßig an den Tatorten erscheint und wie Tweety aus der Wäsche kuckt, werden Breslin und sein Partner misstrauisch und nehmen die Verfolgung auf. Es stellt sich heraus, dass die Lady tatsächlich von einem anderen Planeten stammt.

"Now, don’t tell me this is an invasion!"

Ta’Ra ist auf der Jagd nach einem Xenomorph, einem insektoiden Formwandler, der die Gestalt jedes x-beliebigen menschlichen Körpers annehmen kann, bzw. in dessen Haut schlüpft (ziemlich ekelig) und vor nicht allzu langer Zeit aus einer intergalaktischen Gefängnis-Raumstation ausgebrochen ist, auf der sich Ta’Ra als Wissenschafts-Offizierin verdingt hatte.

"That seem to be the characteristics of an intergalactic great white shark."

Nach den typischen Anfangsschwierigkeiten raufen sich Cop und Blondi-Alien zusammen, um das Biest, das es offensichtlich auf menschliche Organe abgesehen hat und eine astreine Serienkiller-Nummer in den Straßen L.A.s abzieht, zu erledigen…

Migrationsprobleme der anderen Art

"You sound crazy by any planet standard."

Bei ‘Zeit des Bösen’ aka ‘Something is out there’ handelt es sich um den zweiteiligen Piloten einer kurzlebigen TV-Serie und ist ein Ausnahmebeispiel perfekt inszenierter TV-Ware. Sicherlich ist die Idee um das Alien-Cop-Coupling nicht die neueste (’The Hidden’ gelangte genau mit dieser Masche ein paar Jahre zuvor noch ins Kino), die Ausführung der Idee ist jedoch so sehr gelungen, dass man sich wundern muss, warum das Teil bis heute noch keine vernünftige DVD-Auswertung bekommen hat. Die Mischung aus Krimi, Horror, Science Fiction und Humor ist eigentlich der großen Leinwand würdig und wird dem Publikum dank exzellenter und dennoch reichlich unbekannter Darsteller fesselnd verpackt.
Dank der Laufzeit von 164 Minuten wird den Figuren hier einige Zeit verschafft, um die Sympathien der Zuschauer zu gewinnen. Allein die Vorgeschichte der außerirdischen Protagonistin, die mit ihrem Alien-Boyfriend auf dem Star Slammer die Serie ‘Crime Story‘ (starring Dennis Farina) verfolgt, als plötzlich die Hölle losbricht und das Killeralien allen Insassen des Gefängnisses einen Mindfuck verpasst, ist sowohl amüsant als auch erschreckend.
Die Beziehung zwischen Cop Breslin (der coole Joe Cortese, ’Evilspeak’) und Alien Ta’Ra (die niedliche Maryam d’Abo, ’Xtro’) verläuft reichlich drollig. Sei es ein Kater nach nächtlicher Kaffe-Zeche (Koffein kommt bei Aliens nicht gut an), das irrtümliche Betätigen außerirdischer Betäubungstechnologie durch Jacks ahnungslose Freundin (die Ta’Ra für dessen Cousine aus Milwaukee hält) oder Ta‘Ras Fähigkeit, Gedanken zu lesen und Männer damit in peinlich Situationen zu bringen.

"Flieg ins Weltall, haben sie gesagt. Kuck dir die Erde von oben an, haben sie gesagt.
Schlüpfe in einen engen Raumanzug und erlege einen mörderischen Riesenkäfer..."

Wenn solch ein Film dann auch noch fiese Insektoalien-bricht-aus-menschlichem-Körper-heraus-Ekel-FX, gigantische Laserwummen, ein explosives Monster-Finale und einen Lambada singenden Papagei sein Eigen nennt, dann weiß jeder Freund stimmiger Genre-Mischen, dass hier ein gefundenes Fressen auf ihn wartet. Jetzt müsste das Ding nur noch jemand auf DVD veröffentlichen und der Masse zugänglich machen. Da jedoch auch die, dem Zweiteiler folgende TV-Show kein Publikum fand und schneller abgesetzt wurde, als ihr "Aliens greifen Menschen an!" sagen könnt, solltet ihr eure Erwartungen diesbezüglich nicht zu hoch stecken.


Hudson