Yeti – Der Schneemensch kommt


"Animalisch, wild, schön und schrecklich zugleich! "


Originaltitel: Yeti - il gigante del 20. secolo (1977)
Regie: Gianfranco Parolini Drehbuch: Mario di Nardo
Darsteller: Antonella Interlenghi, Mimmo Craig, John Stacy FSK: unbekannt


Eine groß angelegte Expedition ins ewige Eis der Arktis sucht und findet einen eingefrorenen Yeti, der sogleich per Super-Flammenwerfer entfrostet wird. Man hat große Pläne mit dem Vieh: “Wenn ich mir die Bemerkung erlauben darf: Ein Yeti ist ein Schneemensch, ein überaus kraftvolles Wesen. Ein überaus geeignetes Symbol für unsere dynamische Firma!“

Da isser: Der Yeti!
Wie sie so einen Yeti einfach in der riesigen Arktis finden konnten, fragt ihr? Stimmt, eigentlich total unlogisch, aber immerhin ist er so groß wie ein Hochhaus, was die ganze Angelegenheit gleich ungemein realistischer macht.
Der Koloß wird in eine überdimensionale Lego-Duschkabine gepackt und per Hubi auf den Himalaya gebracht, wo die Luft die richtige Konsistenz hat, um ihn aus dem Winterschlaf zu erwecken. Nachdem das geschehen ist, geht’s weiter zur Forschungsstation, wo der Yeti (trägt mittlerweile Kajal) dann schließlich das macht, was angekettete Riesenmonster in ihren Filmen meist machen: Er eist sich los und stampft erst einmal verwirrt durch’s Gehege. Doch was ist das: Bigfoot freundet sich mit einer jungen Dame an, ist allgemein ganz friedlich und man denkt schon; der Film wird jetzt zu ’Yeti, das Schmunzelmonster’. Dann wird er jedoch nach Toronto geflogen, wo die ignoranten kanadischen Reporter die friedvolle Bestie mit ihren Blitzlichtern erschrecken und dann wie blöde rumrennen/schreien, nur weil der Große ein paar Rülpser in ihre Mikros bläst. Es stürzen ein paar Neubauten ein, Yeti krallt sich die nette Dame von vorhin und die böse Firma, die den ganzen Kokolores angeleiert hat, greift mit unfairen Mitteln in den Lauf der Dinge ein…

"Hallo? Vermittlung?
Ich möchte eine
Entführung melden!"
"Wenig Sauerstoff und nur ganz wenig lauwarmes Wasser, damit er beim Auftauen keinen Schock bekommt!" Ist nur eine von dutzenden hanebüchenen Behauptungen, welche die Wissenschafts-Chargen in dem Streifen von der Lippe fallen lassen.
Die Effekt-Arbeit steht ja meist an allererster Stelle von Filmen solcher Art und könnte hier auch beinahe als akzeptabel bezeichnen. Nicht so die menschlichen Darsteller, die nämlich weder wirklich relevant, noch fähig, summa summarum also komplett für die Katz sind. Für musikalische Untermalung sorgt entweder ein Score-Verschnitt aus ’Carmina Burana’ und den Zillertaler Alpenhörnern oder ähnliche Humpa-Humpa-Quietsch-Verbrechen. Das ganze hört sich eher epileptisch als episch an. Passt aber gut zu den elefantösen Artukulationsversuchen des Yeti und den restlichen SFX.
Einen witzgen Punkt liefert uns der Film (den man bitte nicht mit dem gleichnamigen Hammer/Cushing Film verwechselt) aber doch:
Und zwar, dass der Yeti (Italo Zottel Mimmo Craig) aussieht wie ein gigantischer Reinhold Messner, welcher ihn ja angeblich schonmal gesehen haben will. Das kommt mir nach diesem Film garnicht mal mehr so unglaubwürdig vor, schließlich ist das Vieh ja knappe 10 Meter hoch!

"Verstecken spielen funktioniert mit dir einfach nicht!"

’Yeti – Der Schneemensch kommt’ und ist genau so schnell wieder weg. Wer auf Riesen aller Art steht und die Thematik ’missverstandenes Monster greift sich Frau und haut Papp-Stadt zu Klump’ für sein Steckenpferd hält, der mag sich diesen ’King Kong’ für (behaarte) Arme ruhig anschauen. Aber zu den Großen gehört der Frisi-Troll nun wirklich nicht.

Hudson