Xtro 3


‘From beyond imagination... from beyond the earth itself... XTRO waits..’


Originaltitel: Xtro 3: Watch the Skies (1995)
Regie: Harry Bromley Davenport Drehbuch: Daryl Haney
Darsteller: Robert Culp, Andrew Divoff, Daryl Haney FSK: 16


’Xtro 3’ eieiei. Ob es dieser Teil schafft, sich noch mehr vom Original zu entfernen, als dessen unsägliches Sequel? Kaum, denn dann hätten die Macher schon ins Heimatfilm-Genre oder die Romantic-Comedy wechseln müssen.

Öhm... Vacuum?
Für den Kopf oder wie?
Nein, bei ’Xtro 3’ haben wir es mit dem wässrigen Aufguss diverser Genrefilme zu tun (vor allem natürlich ’Aliens’ & ’Predator’) und da das ja auch schon bei Teil 2 der Fall war, erspar ich euch mal mein Gejammere und komme gleich zum Plot:
Die depperte Soldaten-Truppe um Major Tom… äh Kirns, einem Sprengstoff-Experten mit strammer Haltung, wird unter der Leitung des zwielichtigen Agent (sprich Ädschent) Fettermann (’Wishmaster’ Andrew Divoff) auf eine abgelegene Insel geschickt, um ein ehemaliges Internierungslager von alten Minen zu säubern. Nachdem einige Sprengladungen gezündet wurden, taucht des Nachts plötzlich ein alter Zausel in Lumpen auf und schreit “Niemand wird diese Insel lebend verlassen!“ Das sorgt natürlich erst einmal für ausgelassene Heiterkeit. Am nächsten Tag wird munter weitergesprengt, bis schließlich ein Loch im Bunker um die Ecke ist, in dem ein Alien schon lange auf den Ausbruch (in Fachkreisen wahrscheinlich ’Xtro’ gennant… ich kann nur spekulieren!) und fette Beute wartet. Was die Hornochsen in Camouflage nicht wissen: Sie sind gerade ihrer Dummheit (sprich Entbehrlichkeit) wegen auf diesen Selbstmord-Trip geschickt worden, bei dem das Militär mal wieder Alien-Kuddelmuddel vertuschen will…

“Ein Karnickel! Hier draußen gibt’s Karnickel?“
“Ja, bin ich Zoologin oder was?“

Höchstwahrscheinlich im aufkeimenden Hype der ’X-Files’ entstand dieser recht jämmerliche Versuch aus grauhäutigen Aliens, zwielichtigen Agenten und Regierungsverschwörungen einen Film zu basteln, der das neu entdeckte Genre-Publikum hinter dem Ofen hervorlocken würde. Falsch gedacht, denn das vor Dummheit nur so triefende Filmchen ist eine Niete, wie wir sie schon zu hunderten im Genre zu heften haben.
Hier drei Szenen aus ‘Xtro 3’ die vom Schwachsinn selbst geboren wurden:
1. Nachdem Kirns ca. zwei Minuten des Spotts und der Hänselei seiner Männer gegenüber dem wankenden Eremiten beiwohnt, ruft er ihm schließlich entgegen: “Wir sind Freunde!“

Lady Marmelade
2. Als Nebel aufzieht und Soldatin Hartarsch Gewehrfeuer hört, rennt sie in die Richtung aus der die Schüsse kommen und schreit “Wer ist da? Wer ist da?“ Als keine Antwort erfolgt, verschwendet sie keinen Gedanken daran, dass nur ihre Kameraden über Feuerwaffen verfügen und ballert folglich direkt auf den Ursprung des Lärms (die darauffolgende Entschuldigung “Es tut mir so furchtbar leid!“ hätte sie sich auch sparen können!)
3. In einem Schwarz/Weiß-Archiv-Film der die Autopsie eines der Aliens schildert, wird gezeigt, wie ein weiteres Alien der Operation in einem nahe plazierten Käfig beiwohnen muss. Der Abstand zwischen den einzelnen Gitterstäben dieses Käfigs beträgt ca 30 cm. Das Alien ist ca 20 cm breit, nur der Durchmesser des Kopfes beträgt (ungefähr) voluminöse 40 cm. Es dauert keine 3 Minuten, da hat das Vieh auch die restlichen 10 cm zurechtgebogen, schlüpft durch die Stangen und attackiert die Labor-Wissenschaftler.
Ich könnte noch ein bisschen so weiter machen, doch wozu ein am Boden verendendes Alien treten, dass so wenig bedrohlich ist, wie Omas Waldi? Die Spinnweben-Kotze, die rote Lakritz-Schnur-Zunge und das Tarnfeld (direkt vom Kollegen ’Predator’ gemopst) sind kaum beeindruckender als die schwach blutenden Resultate ihrer ’Arbeit’, auch wenn das Biest selbst recht anständig designt wurde.
Die Klischee G.I.s aus dem Kaugummi-Sammelkarten-Katalog ’Huzzah!’ und das (den Schmarren pflichtbewusst begleitende) Voice-Over sind schließlich eben so lächerlich, wie der ganze Plot um Gaststar Robert Culp (’Tennisschläger und Kanonen’), der ein paar Marines ausschickt, um ein Alien zu töten, das er selbst vor vielen Jahren dort sicher einmauern ließ, nur um kurz darauf eine zweite Einheit loszuschicken, welche die erste Einheit ausschalten soll, damit keine Zeugen zurückbleiben. Yeah, my brain hurts, too!

“Ich erinnere mich, als wir dieses Wesen entdeckten sagte Riley, es sei lichtempfindlich. Also wurde es vielleicht von Solar-Energie gespeist. Möglicherweise war es deshalb damals an einem Ort gelandet, wo die Sonneneinwirkung besonders stark war.“

Achja, die alte 'Spring bei der Explosion in Richtung Kamera'-Routine...

’Xtro 3 - Watch the Skies’. Jaja, ich mach ja schon. Schließlich lädt der Film selbst auch eher zum Wegschauen ein. Ich geb’s ja zu: Er ist nicht ganz so mies wie der Vorgänger, aber wenn man zwischen einer verfaulten und einer dreiviertel verfaulten Tomate wählen muss, lässt man den Salat doch lieber ganz und isst ein Steak. Gelle?



PS: Ich danke dem deutschen Verleih, dass er auf das ’Xtro 3’ Tape den Trailer zu Wes Cravens ’Mind Ripper’ packte. Quasi einer Warnung gleich “Schau diesen Film nicht an, ohne einen Kasten Bier in der Rückhand!“ bzw. ganz einfach “Schau diesen Film nicht an!“
PPS: Danke auch für den Hinweis, dass es eine ’Pocahontas’-Verfilmung mit Miles ’Ator’ O’Keefe gibt. Man lernt nie aus!



Hudson