Cara Loft - Womb Raider



Originaltitel: Womb Raider (2003) Regie: Randolph Scott
Drehbuch: Roland Lanza & Randolph Scott
Darsteller: Lauren Hays, Antoinette Abbott, Annie Body FSK: 16


Nach den etwas ‘grenzwertigeren’ Filmen der letzten Wochen wollen wir nun wieder etwas gesittetere Wege beschreiten: Cara Loft: Womb Raider. Okay, vergesst den Teil mit 'gesittet' wieder. Ich habe diesen Film tatsächlich schon seit ein paar Jahren im Regal stehen, aber aus irgendeinem Grund immer vermieden, ihn mir reinzuschieben (no pun intended). Nun habe ich es also doch getan und das Ergebnis war nicht ganz so übel, wie ich mir vorgestellt hatte.

Wie es weitergeht, erfahren Sie nach unserer Fellatio-Reklame...

“Milla hat mir alles von Ihnen erzählt. Schön, dass sie Sie dazu bringen konnte, zu kommen.”
“Ja, mehrfach, wissen sie.”

Der Gedanke, eine Sex-Version von 'Tomb Raider' und seiner kurvigen Hauptfigur zu kreieren ist ebenso naheliegend wie vielversprechend. Wie viele Game-Nerds gegen Ende der 90er Jahre feuchte Gedanken zu Lara Croft hatten, die später im Angelina Jolie Film eher unerfüllt bleiben mussten, möchten wir gar nicht wissen.
Potential war also vorhanden. Beim Titel 'Womb Raider' fällt spontan die Ähnlichkeit zu den Erotik-Parodien von Seduction Cinema ('Lord of the G-Strings', 'Gladiator Erotius') auf, aber trotz vieler Gemeinsamkeiten lässt sich 'Womb Raider' nicht ganz in diese Sparte reihen. Während die meisten Erotik-Spoofs vor Trash und Albernheiten zwischen ihren Sex-Szenen nur so strotzen, ist Womb Raider größtenteils zwar humorvoll, aber nicht komplett mit Debilo-Humor ausgestattet. Tatsächlich versucht man hier teilweise, sowas wie eine Geschichte unterzubringen.

Das ganze Fleisch weggelutscht
Ein Vorhaben, dass zwar in jedem Fall ein Lob verdient, in einem ulkigen Erotikstreifen aber auch für sporadische Langeweile sorgen kann. Und so gibt es hier im Mittelteil tatsächlich einige Durchhänger, die dann nur durch die Lesben-Szenen mit Video Clip Ästhetik unterbrochen werden, die aber auch nicht wirklich spannend sind. Die Erotik in 'Womb Raider' ist tatsächlich weniger häufig und oft auch weniger ansprechend als in vergleichbaren Werken, was ich natürlich besonders schade finde. Trotzdem sind die meisten weiblichen Darsteller mit einem Paar überzeugender Talente ausgestattet und so natürlich schon was für's Auge.

Cara Loft, die berüchtigte Abenteuerin, verschlägt es in diesem Film auf die Suche nach drei Relikten. Diese muss sie auf Befehl des teuflischen Dr. Scrotus hin in Ägypten, Afrika und Tibet finden - was natürlich nicht ohne sexuelle Eskapaden verläuft.
Gespielt wird Cara Loft von Lauren Hays, die vor diesem Film tatsächlich schon viel rumgekommen ist. Hays darf sowohl eine Menge von Erotik-Schmarn als auch Mini-Rollen in 'legitimen' Filmen wie 'Bloodfist Fighter 4' mit Don 'The Dragon' Wilson zu ihren Erfolgen zählen. In diesem Film hier war sie allerdings schon Mitte 30 und damit eigentlich eher an der Grenze, was das Alter eines Erotik-Stars im Lara Croft -Outfit angeht. Trotzdem sieht sie tatsächlich teilweise aus wie ihr Vorbild und entpuppt sich sogar als halbwegs brauchbare Schauspielerin.

Jaaa, mach dich n...ützlich!
Die angesprochene Altersgrenze könnte übrigens auch der Grund sein, wieso Hays‘ Vita nach diesem Film nur noch einen weiteren Credit verzeichnet. Die zweite weibliche Hauptrolle, Natasha, ist mit Playmate Antoinette Abbott besetzt, die nach diesem Film ebenfalls nichts mehr gemacht hat. Wer in Sachen Besetzung überraschenderweise aber tatsächlich das Highlight darstellt, ist kein geringerer als Roland Lanza, der diesen Film ausserdem geschrieben, geschnitten, dabei zum Teil Regie geführt und als Cinematograph gedient hat (einige dieser Jobs hat er übrigens gut gemeistert). Lanza spielt hier (und ich muss ehrlich sagen: ich hab's nicht gemerkt!) zwei Rollen. Einmal Cara Lofts Fahrer und Begleiter, den trotteligen Dylan und dann noch den an Ralf-Zacherls-bösen-Zwillingsbruder erinnernden Dr. Scrotus. Beide Rollen kann er tatsächlich mit einer gewissen Komik meistern und wirkt vor allem als Dylan ziemlich sympathisch, was auch für einige Lacher sorgt (wenn er zum Beispiel in verschiedenen ulkigen Outfits auftritt, mit einem dicken Old School Gameboy spielt oder eine Banane unter seiner Mütze versteckt hat). Leider hat auch Lanza ausschließlich an diesem Film mitgewirkt. War scheinbar ein echter Resumé-Killer.

“Guten Morgen.”
“Darf ich sagen, dass Sie sensationell aussehen?”
“Danke.”
“Dafür, dass Sie die ganze Nacht nicht geschlafen haben... ich hab Sie stöhnen hören. Werden Sie vielleicht krank, Cara?”
“Nein, ich hatte nur eine schwierige neue Joga Übung gelernt.”

Hail the idols of cheap set design, you worthless bitches!

Nun, was kann man von einem Film erwarten, der mit einem Sexy Sportclip von DSF beginnt (und zwar über 6 Minuten lang) und eine kurze Schlamm-Wrestling-Szene und nackte Frauen mit Spielzeug-Wummen zu seinen Highlights zählt? Im Idealfall 87 Minuten voller Unterhaltung. Womb Raider schafft das leider nicht ganz - dafür fehlt ihm einfach die gewisse debile Albernheit, die etwa 'Gladiator Eroticus - The Lesbian Warrior' zu bieten hatte. Trotzdem unterhält der Film über weite Strecken, versucht wenigstens, sowas wie Dramaturgie einzubringen und wirkt dabei noch relativ sympathisch. Was man dem Film ausserdem zu Gute halten muss, ist dass seine Ausstattung und einige der Sets teilweise beinahe schon imposant wirken (wenigstens wurde nicht alles im Wald gedreht). Man hat sich zumindest ein bisschen Mühe gegeben, die Locations wie Kenia oder Tibet wirken zu lassen und einen mystischen Touch einzubringen. Wer all das zu schätzen weiss, hat vielleicht trotz der wenig konstanten Spannungskurve und des nicht ganz so hohen Sleaze Faktors (es gibt maximal fünf Lesben-Szenen über den Film verteilt) einen angenehmen Aufenthalt.


Spooner