Witchtrap



Originaltitel: Witchtrap (1989) Regie & Drehbuch: Kevin Tenney
Darsteller: James W. Quinn, Kathleen Bailey, Judy Tatum FSK: 18


Kennt ihr das hier: “Oh bitte!“?
Das sind nicht nur zwei Worte, das ist ein Gefühl, eine Erkenntnis, für manch einen wahrscheinlich sogar eine Lebenseinstellung.
“Oh bitte!“ kommt bei mir meistens wenn ich Männer in rosafarbener Kleidung sehe, wenn ich Leute im Bus dabei beobachte, wie sie ohne Handy am Ohr telefonieren und wenn ich einige unserer Bildunterschriften lese. Oder eben bei richtig üblen Film-Klischees und genau so schlechtem Schauspiel.

Lange Vorrede, kurzer Sinn: ’Witchtrap’, ein ’The Haunting’-Derivat billigster Machart, ist voll von letzteren beiden und ein “Oh bitte!“-Auslöser par excellence.

Il grande Balkonio
Es geht um das alte Lauter-Anwesen, in dem schon seit langer Zeit ein böser Geist spukt, was dem Besitzer nicht in den Kram passt, weil der die Butze gewinnbringend renovieren will. Da aber schon zu viel Personal aus der Hütte verscheucht wurde und letztens sogar einer aus dem Fenster sprang, engagiert der Mann ein paar Knallchargen, die sich als Parapsychologen (sprich Geisterjäger) ausgeben und endlich mal klar Schiff machen sollen. Dem Hausgeist schmeckt das gar nicht und bald schießt er mit Haushaltsartikel nach den Leuten, besetzt ihre Leiber und hetzt ihnen einen wahnsinnigen Hausmeister auf den Hals…

“Könnte ihre Erfindung eine Art elektromagnetischer Staubsauger sein?“
“Ganz genau … Wenn Lauters Geist versucht hätte, sie zu benutzen, dann wäre er sofort aufgesaugt worden. “
“Ja und dann?“
“Dann wäre ich mit ihm aus dem Gebäude gegangen und hätte ihn aufgelöst“

Artikelbeschreibung
auf Katalogseite 345
Und das ist immerhin noch eines der amüsanteren Beispiele der miesen Dialog-Arbeit, die hier geleistet wurde. Die Texte in ’Witchtrap’ sind wirklich so jämmerlich schlecht, dass es für die Schauspieler eine schmerzhafte Erfahrung gewesen sein muss, den Schwachsinn auswendig zu lernen. Das würde dann auch deren herzhaftes Verkacken jeglicher Szenen erklären. Hier trifft inkohärente Logorrhoe auf darstellerisches Unvermögen. Kein Wunder, dass dem einen Typen irgendwann die Birne explodiert ist (jedenfalls in der Uncut-Fassung). Lediglich Linnea Quigley hält’s Maul und darf dafür unter der Dusche ihre Möpse präsentieren. Die restliche Mannschaft schlendert durch fade Korridore, auch mal durch einen vertropften Heizungskeller und einen abgestandenen Nebel-Friedhof, auf der Suche nach dem kalten Hauch der Spannung. Kaum zu glauben, dass hier ’Witchboard’ Regisseur Kevin Tenney am Werk war, der immerhin einige erheiternde Kamera-Sperenzchen einbaute. Nur der Hausmeister war gut getroffen: Ein schnurrbärtiger Grobklotz mit Bier-Plautze unter den Hosenträgern und schütterem Haar. Da wurde tatsächlich recherchiert.

“Ich bin sofort dazu bereit, mir ein totes Huhn überzustülpen und den Mond anzuheulen!“

Witchtrap: Ein Schuss in' Ofen!

Fazit: Ereignisloser ’Haunted House’-Thriller, gefüllt mit belanglosem Rhabarber-Gelaber unbegabter Hysteriker ohne Punkt und Horror. All together now: Oh... bitte!


Hudson