Wishmaster 4 - Die Prophezeiung erfüllt sich


‘Leave no soul unturned.’


Originaltitel: Wishmaster 4: The Prophecy Fulfilled (2002)
Regie: Chris Angel Drehbuch: Peter Atkins & John Benjamin Martin
Darsteller: Tara Spencer-Nairn, Michael Trucco, Jason Thompson FSK: 18


’Wishmaster 4’ - Der Schwachsinn kennt kein Ende.
Was als fiese kleine Horror-Farce begann endet endlich in der Seifenoper.
Unsere Protagonisten: Eine frustrierte Blondine, ihr an den Rollstuhl gefesselter Freund und deren schmieriger Anwalt. Letzterer findet den aus den Vorgängern bekannten ’Wünsch dir was’-Klunker in einer Schatulle unterm Sofa, erweckt den bösen Dschinn und wünscht sich zur Feier des Tages etwas Dämliches. Zappzarapp, schon ist der Wishmaster in seine Haut gefahren und macht sich an die Blondine ran, deren Rollstuhl-Lover sowieso den ganzen Tag nur rumheult (“Wie kannst du mich lieben, wenn bei mir nichts mehr geht?“) und ihr Vorwürfe macht. Da kommen bald einige Wünsche auf und der Schwachsinn nimmt seinen Lauf:

Allein schoon doof...
Eine Freundin der Protagonistin wünscht sich einen Mörderorgasmus, ein Türsteher wünscht sich, der Dschinn würde besser kämpfen können und ein farbiger Reggae-Bruder wünscht sich, der Pickel am Arsch einer Stripperin zu sein. Das kann ja nur schiefgehen.
Und das sind noch die amüsanteren Momente in diesem Machwerk des Mülls.
Die (immerhin freizügigen) Darsteller sind aus dem Statisten-Aufgebot irgendwelcher TV-Serien rekrutiert, die MakeUp FX (so denn vorhanden) sind arm wie Aschenputtel und die Krönung der Schlechtness wird uns einmal mehr in Sachen Synchro geboten. Die zuständigen ’Sprecher’ (nennen wir sie mal so) könnten nicht einmal ein Taka Tuka-Referat im Erdkunde-Kurs vortragen, ohne dass der Lehrer “LAUTER!“ und die Mitschüler “SCHNAUZE!“ schreien würden.
Inhaltlich wird hier natürlich auch der eine oder andere Vogel abgeschossen. So ist der Wishmaster nicht etwa ein Unikum (wie bisher etabliert), sondern ein Teil einer Rasse von Dschinns, die alle aus dem Fegefeuer wollen, bevor ihre lächerlichen Gummi-Troll-Masken schmelzen. Als sich der Wishmaster sträubt, den Befehlen seiner Dschinn-Kumpis zu gehorchen, schicken sie ihm schließlich einen Highlander-Typen mit Schwert und Lack-Frisi auf den Arsch. Gerade als man denkt ’Schlimmer geht’s nimmer!’ kommt das Finale wie ein Lastzug der Unglaubwürdigkeit auf uns zu, überfährt uns und lässt uns mit hirnbetäubendem Dialog-Dünnschiss folgender Art hängen: “Das Knacken deines Genicks wird eine neue Ära auf Erden einleuten. Dann werde ich machtvoll über alles regieren!“

... zu dritt noch doofer.

Fazit: Das hier ist wirklich der Mariannengraben unter den Tiefpunkten des ’modernen’ Horrorfilms. Nackte Haut statt nacktem Grauen, miese Tricks anstelle guter Schocks und eine Synchro, die sogar Frankensteins Monster die Schuhe ausziehen würde. ’Die Prophezeiung erfüllt sich’. Ach Leute… Ich könnt kübeln!


Hudson