Zwei Stunden vor Mitternacht

aka

Ausbruch der wilden Wölfe


‘They're out... for blood! Don't let them find you!’


Originaltitel: Alone in the Dark (1982)
Regie: Jack Sholder Drehbuch: Jack Sholder, Robert Shaye & Michael Harrpster
Darsteller: Dwight Schultz, Donald Pleasence, Martin Landau FSK: ungeprüft


Schon verrückt: Ausgerechnet ’Murdock vom A-Team’ wird als neuer Psychotherapeut in eine Irrenanstalt geschickt, wo er den Lieblingsarzt von vier schwer gestörten Gewaltverbrechern ersetzen soll und vom Anstaltsleiter, ausgerechnet ’Dr. Loomis’ im Hippie-Modus, genervt wird.

"Sparen sie sich die A-Team Witze!"

Oh, entschuldigt! Mit ’Murdock’ meinte ich selbstverständlich Dwight Schultz und ’Dr. Loomis’ ist natürlich Donald Pleasence. Aber ihr wisst ja wie das ist, wenn man einfach zuviel Fiktion konsumiert hat und die Fakten durcheinanderbringt.

Jedenfalls sind die vier Irren, ’Preacher’ (Martin Landau, ’Ed Wood’), Frank (Jack Palance, ’Batman’), ’Fatty’ (Erland van Lidth, ’Running Man’) und ’Bluter’, der festen Ansicht, dass Dr. Potter (Schultz) seinen Vorgänger umgebracht haben muss und nun dafür büßen soll. Da kommt ein Stromausfall, der mal eben die gesamte Stadt lahm legt, gerade recht. Inmitten der Plünderungen normaler Bürger (Was sollte das eigentlich? Stromausfall = Einladung zum Plündern und Brandschatzen? Was für eine Stadt ist das? Bartertown?) fallen die vier Wahnsinnigen nicht weiter auf (auch wenn einer von ihnen jetzt eine Hockeymaske trägt und gerne Leute mit Gärtnerei-Zubehör niedermetzelt). Nachdem sie diverse Haushalte der Vorstadt abgeklappert und ’entmenscht’ haben, ist schließlich das Anwesen von Dr. Potter und dessen Familie dran…

"Eine Portion Hirngehacktes, kommt sofort!"

Ganz amüsant, was ’The Hidden’-Regisseur Jack Sholder hier zusammengeschustert hat. Die Mischung aus kaputter Psycho-Farce und blutigem Slasher-Schock weist kaum Längen auf und ist trotz altbackenem Konzept (inklusive Verschanzen-wir-uns-im-Haus-Finale) durchweg amüsant.
Das Salz in der Suppe sind hier die Darsteller. Dwight Schultz kann auch ernst, wenn er muss, kommt nichtsdestotrotz immer noch reichlich putzig rüber. Martin Landaus wahnsinniges Grinsen und Erland van Lindts einfältig-brutale Tumbheit sind sicherlich die bedrohlichsten Attribute des Films. Jack Palance (der mit Landau schon im unsäglichen ’Alien Shock’ herumscharwänzelte) hält sich (rollenbedingt) etwas verrückt und der Twist um Psycho Nr. 4 ist so vorhersehbar wie das Amen in der Kirche. Das Sahnehäubchen trägt hier Donald Pleasence zur Schau. Schon bei der Vorstellung seines Charakters, merkt man, dass er eigentlich auch in eine Gummizelle gehört. Sein tuffiges, argloses Hippie-Gehabe (Laut seiner Aussage sind seine Patienten nicht etwa ’Gefangene’, sondern ’Reisende’.) steht im krassen Gegensatz zu seinem populären Psychater aus der ’Halloween’-Reihe, den er hier womöglich etwas auf die Schippe nehmen wollte. Abgerundet wird das Ganze durch spannungstreibende Musik und ein paar recht anschauliche Effekte (u.a. von Gore-Guerillero Tom Savini).

Nein, es kommt nicht aus einer Hose!

Fazit: Irrer Film, nicht unspannend, aber auch nicht allzu originell. Für Horror-Fans auf jeden Fall eine Option zum ollen Schlitzer-Einerlei. Trotzdem irgendwie schade, dass ’Murdock’ seine sprechende Socke ’Lefty’ nicht rausgeholt hat.


Hudson