Wilderness


‘It's not about revenge. It's about punishment.’


Originaltitel: Wilderness (2006)
Regie: Michael J. Bassett Drehbuch: Dario Poloni
Darsteller: Toby Kebbell, Sean Pertwee, Stephen Wight FSK: unbekannt


Nach ’The Descent’ kommt nun wieder ein ordentlich blutiger, matschiger Outdoor-Horrorfilm aus einer britischen Filmschmiede.
’Wilderness’ ist das zweite Werk von ’Deathwatch’-Regisseur Michael J. Basset und es zeichnet sich vor allem durch einen beachtlichen Darsteller-Verschleiß aus.

1,2,3,4, Ecktstein
alles muss versteckt sein!
Es geht um eine Gruppe jugendlicher Straftäter, die sozusagen als Erziehungsmaßnahme dazu verdonnert werden, sich auf einer abgelegenen, unbewohnten Insel durchzuschlagen. Dort sollen die Jungs unter dem Drill von Aufseher Jed (Sean Pertwee, ’Dog Soldiers’) Disziplin und vernünftigen Umgang miteinander lernen.
Doch wie sich herausstellt, ist die Insel gar nicht so menschenleer, wie zuerst angenommen. Schon bald wird Jed von einer Meute abgerichteter Schäferhunde, die auf ein Pfeifsignal aus dem Wald reagieren, zerfleischt.
Auch auf den Rest der Truppe hat es der psychopatische Hundehalter abgesehen. Da fallen ein paar Camperinnen, die dazustoßen nicht mehr weiter ins Gewicht und werden gleich mit ins Visier genommen. So kann die wilde Jagd also beginnen.
Einfallsreich und professionell nimmt sich der Killer einen nach dem anderen vor und ist dabei kein bisschen zimperlich.

Der gewiefte Trapper kann auch mit
einer Bärenfalle Konfitüre produzieren.

Basset verliert keine Zeit und hält sich nicht lange mit einer Vorgeschichte auf. Nachdem die Charaktere kurz eingeführt wurden, müssen die ersten auch schon wieder dran glauben. Ohne viel Federlesen hackt, schießt und schnibbelt sich der Killer durch den Film und es ist dabei eigentlich auch egal, dass die Enthüllung seiner Identität wenig spektakulär oder überraschend ist. Es scheint bei ’Wilderness’ sowieso weniger um die menschlichen als um die tödlichen Aspekte zu gehen. Einen Sympathieträger gibt es nicht (die aus ’The Descent’ bekannte Alex Reid hätte das Potential dazu, verschwindet aber viel zu schnell von der Bildfläche) und die Charaktere sind vom aggresiven Nazi über den toughen Außenseiter bis hin zum vorlauten Sprücheklopfer so oberflächlich und dünn angelegt, dass es wirklich nicht die Intention des Regisseurs gewesen sein kann, beim Zuschauer irgendwelche Emotionen zu wecken. Vielmehr soll er sich mitreißen lassen vom dargebotenen Blutstrom.

A boy & his dog's head

Das gelingt dann auch ausgezeichnet, Action und Spannung lassen nichts zu wünschen übrig. Und wenn ’Wilderness’ auch nicht so schockierend und gruselig ist wie ’The Descent’, so ist er doch ein guter Vertreter des ’Survival-Slashers’ der jeden Fan desselben zufriedenstellen dürfte.

Leone