Wild Beasts


‘… die Bestien sind los!’


Originaltitel: Belve feroci (1984)
Regie: Franco Prosperi Drehbuch: Antonio Accolla & Franco Prosperi
Darsteller: Lorraine De Selle, John Aldrich, Ugo Bologna FSK: 18


Von weesche! Des is doch Bämbeltaun!

“Was hältst du von meiner Schlagzeile ‘Tiere im Zoo werden wahnsinnig?’“

Find ich gut! Denn die Konsequenz dessen kann nur auf eines schließen (alle zusammen!):

ZOOTIERE GREIFEN MENSCHEN AN!

So gesehen in ’Wild Beasts’, eine Art italienischem ’Jurassic Park’ mit Zootieren. Nur halt 11 Jahre vor Spielberg und nicht jugendfrei.
Wie kam es zum Gewaltausbruch von Elefanten, Pumas, Tigern, Löwen, Hyänen, Eisbären und Ratten (”Was? Ratten? Ratten?” “[…] Ja, Ratten! Ratten!”). Ganz einfach: Durch einen erhöhten PCP-Wert im Trinkwasser (ein Wahnsinniger hat ’Angel Dust’ ins Reservoir gestreut) werden die Tiere eines deutschen Großstadtzoos (ich geh mal davon aus, dass es ein deutscher Zoo ist, die Wärter heißen Fritz, Wolf und Hans) zu wilden Bestien, brechen aus den Gehegen aus, vernaschen das Personal und streunern schließlich durch die Straßen auf der Suche nach Stress. Zoologe Robert und Reporterin Laura sind dem verrückten Treiben auf der Spur und versuchen durch Recherche vor Ort und Spielereien mit dem Chemiebaukasten den Pudel zu entkernen…

“Was zum Teufel ist denn das?!? ELEFAAANTEEEN!“

Jaha! The Trunk of Dooooom!

Gar nicht schlecht, was ’Throne of Fire’-Regisseur Franco Prosperi hier an Big City-Animal Attacks auffährt. Nach leicht käsiger, aber zur Atmosphäre des etwas unterbelichteten Filmes (technically speaking) passenden Einführung, die eine Großstadt-Montage zu Synthie-Pop und Springbrunnen meets Fixerspritzen-Romantik beinhaltet, wird sich etwas Zeit für die eher zweidimensionalen Figuren genommen, bevor der Tier-Terror eindrucksvoll in Szene gesetzt werden darf.
Ratten fallen über ein knutschendes Pärchen her, ein Blindenhund attackiert sein ahnungsloses Herrchen, Elefanten-Rüssel werden zu tödlichen Würgewerkzeugen (irre Szene!), ein Gepard liefert sich eine Hetzjagd mit einem VW-Käfer (noch irrere Szene!), Horden von Huftieren trampeln durch die Straßen der Großstadt und ein Tiger macht einen U-Bahn-Wagen zu seinem ganz persönlichen ’All you can eat’-Buffet. Die Angriffe wurden ausschließlich mit echten Tieren gedreht und mittels gewiefter Schnitttechnik so packend im fertigen Film präsentiert (der übrigens mit einem absolut verrückten Finaltwist aufwartet - die irrste aller Szenen!), dass selbst die peinlich platt eingeworfenen Umweltschutz-Warnungen kaum stören.

Sehen sie demnächst:
Prähistorische Präparate greifen Menschen an!

Wie Prosperi die Tiere in die Großstadt, bzw. wo er die Drehgenehmigung dafür herbekommen hat und ob das tierrechtlerisch alles mit rechten Dingen zuging… ich weiß es nicht. Fakt ist (sach ich jetzt mal in meiner jugendlichen Leichtsinnigkeit): ’Wild Beasts’ ist spannender, handgemachter und zuweilen herrlich fieser Ausnahme-Tierhorror der B-Klasse, spielt zwar innerhalb der Grenzen des Sub-Genres, jedoch erfrischend abseits der abgeschmackten Klischees und ewig gleichen Schemata.


Hudson