Engel des Satans

aka

Wild Angels - Feuer auf Rädern


‘They live, love, and even kill for kicks!’


Originaltitel: Wild Rebels (1967)
Regie & Drehbuch: William Grefe
Darsteller: Steve Alaimo, Willie Pastrano, John Vella FSK: ungeprüft


Ron Tillman ist Stock Car-Rennfahrer und verhaut seine letzte Runde gewaltig. Frustriert schmeißt er den Job und geht auf Tour durch die Bars. In einem besonders heißen Schuppen wird Ron von drei abgewichsten Bikertypen mit den wohlklingenden Namen Jeeter, Banjo & Fats angelabert. Die Typen wissen, mit wem sie es zu tun haben und ’bitten’ Ron, ihnen bei einem Banküberfall den Driver zu machen. Da die ’Satans Angels’ (so der Gangname der drei Deppen und ihrem Flittchen) außer College-Kids vermöbeln, Jägermeister saufen und Hakenkreuzfahnen in ihrer Blockhütte zu hängen haben nichts vorweisen können, schlägt Ron das Angebot aus. Auf dem Heimweg wird er von einem ganzen Police-Squad abgefangen und bekommt das nächste Angebot aufgetischt. Ron soll den Fahrer-Job zum Schein Annehmen und den Bullen somit handfeste Beweise für die kriminelle Energie der Deppen-Bande liefern. Leider ist er dumm genug, darauf einzugehen und wir müssen uns das anschauen…

Bad to the Banana

’Wild Angels’ ist ein typischer Bikerfilm, wie es ihn Ende der 60er bis Mitte der 70er zu dutzenden und aberdutzenden gab. Ein heißer Typ mit Schmalztolle und Gitarre gegen fiese Idioten mit heißen Kisten und Nazi-Memoribilia, dazu seichte Lounge-Musik, eine dicke Dosis Gewalt, brennender Asphalt und fertig ist. Aber gut ist leider nicht, denn das Ganze ist weder unterhaltsam, noch gekonnt zusammengeschustert.
Leider gibt es hier noch nicht einmal besonders viele Bikereien zu bewundern, stattdessen gibt’s jede Menge Stock-Footage von alten Autorennen. Aber das ist schon okay, schließlich sind es Stock Car Races (ein Brüller, oder?)
Wenn gegen Ende dann endlich etwas Action aufkommt, erstaunt den wachgebliebenen Zuschauer (toitoitoi) vor allem die Zielsicherheit der depperten Verbrecher. Sie schießen nach links und treffen rechts. Beeindruckend. Ebenso erstaunlich ist die Tatsache, dass Rockerbraut Linda unter der Tarnung einer fetten Hornbrille einen Waffenhändler dazu bringen kann, eine Knarre direkt im Laden für sie zu laden und ihr in die Hand zu geben. Sein Kopf endet als Fussball an der Schuhspitze der Rocker, die verkramft versuchen, sich gegenseitig in Sachen Gewalt und grobem Vandalismus zu übertreffen.
Dass die Musik so furchtbar schmalzig geraten ist, liegt sicher nicht zuletzt am Hauptdarsteller Steve Alaimo, der vor seinem vierteiligen Ausflug ins Filmgeschäft als Schnulzensänger bekannt war. So ist natürlich auch die uninspirierte Gesangseinlage zu erklären. Bleibt die Frage, was seine Co-Stars in ihrer Zeit vor der Filmkarriere trieben. Ich tippe auf eine Beschäftigung als Insassen einer Anstalt eurer Wahl.

Pille Palle Posterboys

Fazit: Schnelles, billiges und mittlerweile verstaubtes Bike-o-rama mit döseligen Darstellern, belanglosem Plot und viel zu wenig Ramba Zamba. Sein lassen und im Alternativprogramm rumdengeln.


Hudson