White Zombie


‘With These Zombie Eyes he rendered her powerless
- With This Zombie Grip he made her perform his every desire!’


Originaltitel: White Zombie (1932)
Regie: Victor Halperin Drehbuch: Garnett Weston
Darsteller: Bela Lugosi , Madge Bellamy , John Harron FSK: 16


Kurz zum Inhalt:
Das junge Paar Neil und Madeleine werden vom haitianischen Plantagenbesitzer Beaumont auf sein Anwesen eingeladen, um dort zu heiraten.

Unschuldige Liebe in s/w
Beaumont hat selbst längst ein Auge auf Madeleine geworden und will sie unbedingt für sich haben. Daher schließt er mit dem sinistren Legendre (Bela ’Marionetten!’ Lugosi, in der grottigen deutschen Fassung ’Drago’ genannt) einen teuflischen Pakt. Er vergiftet sie zur Hochzeit und überlässt den Körper Legendre, der die Toten wiederbeleben kann, um sie als Zombies auf der Erde wandeln zu lassen. Als Neil hinter die üblen Machenschaften kommt, verbündet er sich mit dem Geistlichen, Dr. Brunner, um dem Teufel seine Braut wieder abzujagen.

Also schön, ich will an dieser Stelle zugeben, dass ich weder ein Kenner, noch ein unbedingter Liebhaber von uralten Horrorschinken bin. Mein filmisches Halbwissen beginnt diesbezüglich bei Jack Arnold und nicht bei Lugosi oder Karloff, Chaney und den anderen Grusel-Ikonen der 30er Jahre. Da ich aber ein sehr großer Fan des ’Zombie’ Sub-Genres bin, wollte ich unbedingt den viel gelobten, filmischen Ursprung der Untoten sehen.
Doch schon nach 2 Minuten im Film, machte ’White Zombie’ einen eher belustigenden Eindruck auf mich, als ich folgenden Dialog vernahm:
„Ich habe auf dem Berg Zombies gesehen.“
„Zombies?“
„Ja Zombies. ZOMBIES! Untote, die keine Ruhe finden. Das hier ist kein guter Ort, er ist verdammt, Sir. Sie sollten hier nicht lange bleiben. Hören sie auf meinen Rat. Viel zu gefährlich ist diese Gegend.“

So kennen wir unseren Bela.
Wäre dieser ohnehin zur Albernheit tendierende Dialog von professionellen Synchronsprechern vertont worden, hätte man ihn vielleicht retten können. Die meisten Darsteller haben jedoch leider eine deutsche Stimme verpasst bekommen, die u.a nach einer heiseren Version von Otto Waalkes ’Harry Hirsch’ oder einem zweitklassigen ’Fuzzy F. Jones’ Interpreten klingt.
Und hier sind wir auch beim gewichtigsten Faktor meiner Kritik: Die deutsche Fassung. Hierbei handelt es sich eindeutig um eine kürzlich aufgenommene Version, bei der extra neue Soundeffekte/Tonaufnahmen ins Geschehen eingefügt wurden. So werden zum Beispiel die Zombies in jener Fassung des öfteren (ACHTUNG Großer Lacher voraus!) von einem penetranten ’Miau’-Geräusch begleitet, ein offensichtlich zeitgenössischer Synthie-Score untermalt das Geschehen und in einer Kneipe spielt karibische ’Easy Listening’ Mucke.
Ja, der Film ist gruselig! Ja, er hat eine stimmige Atmosphäre, gute Ausstattung, tolle Sets! Und ja, hier sind zum erstem mal in der Geschichte des Films ’Zombies’ (wohlgemerkt Untote, keine Fleischfresser) zu sehen. Und nach anfänglichem Unmut entwickelt sich die Story auch zu einer wahren Schauermär, wenn da bloß nicht die erwähnten Makel der deutschen Fassung wären!
Doch auch bei den darstellerischen Leistungen habe ich einige Bedenken. Vor allem Lugosis teilweise überkandidelte Mimik und Gestik als ’bedrohlich’ oder ’beeindruckend’ zu erkennen, will mir meistens nicht gelingen. Vielleicht war das damals ’State of the Acting Art’, auf mich wirkt es heute jedoch fast wie eine Parodie.

Die Klippen des WAHNSINNS!

’White Zombie’ wird als Meilenstein der Horrorfilm-Geschichte gehandelt, kommt in der deutschen Version aber leider zuweilen rüber, wie ein halber Meter Schauerwurst. Dabei hat er neben einem spannenden Plot und (für seine Zeit) beeindruckenden Kulissen tatsächlich eine sehr dichte Atmosphäre zu bieten, der man sich jedoch hingeben muss, um den Film zu würdigen. Man sollte ’White Zombie’ eine Chance geben, jedoch unbedingt in der englischen Originalfassung.

Hudson