Welcome to Hell - Das letzte Ritual


‘And if I die before I wake, thank you.’


Originaltitel: Initiation: Silent Night, Deadly Night 4 (1990) Regie: Brian Yuzna
Drehbuch: Richard N. Gladstein, Arthur Gorson, Woody Keith, S.J. Smith & Brian Yuzna Darsteller: Clint Howard, Neith Hunter, Tommy Hinkley FSK: 18


Da hat sich wohl ein verkannter
Künstler in die CSI geschlichen.
Reporterin Kim bekundet Interesse an einem schrägen Todesfall, in dem eine Frau zunächst vom Dach fiel und dann durch spontane Selbstentzündung in Flammen aufging. Silent Night all the way. Kims Chef (Reggie Bannister) schickt jedoch lieber einen männlichen Kollegen ins Feld, was Emanze Kim ganz gewaltig gegen den Rocksaum geht. Darum schnüffelt sie auf eigene Faust im Ghetto herum, doch nur Clint Howard war Zeuge und da können wir uns eine kompetente Recherche gleich abschminken. Nach Auseinandersetzungen mit den Kollegen und merkwürdigen Treffen mit einem okkulten Damenzirkel, bei denen man ihr Käfer als Naschwerk anbietet, verdichten sich die Hinweise auf mysteriösen Schweinkram. Und tatsächlich: Zwar lösen sich Kims berufliche Sorgen in Wohlgefallen auf, doch gerät die junge Frau in die Fänge eines Kaffeekränzchen straight from demon hell und muss sich um die Sicherheit ihrer Seele und ihres Gewissens bald ernsthafte Sorgen machen…

Brian Yuzna ist schon ein Vogel. Würden sich psychoanalytische Fachkräfte Filme wie ’Society’, ’The Dentist’ und eben ’Silent Night, Deadly Night 4’ aka ’Welcome to Hell’ back to back anschauen (wovon ich abrate), könnte der eine oder andere ihm sicherlich ein Gutachten mit dem Fazit ’Geisteszustand Bedenklich’ ausstellen.

Gibt's ein Antonym für 'Fußbad'?
Aber wir sind hier bei den Flausen und unterlassen solcherlei Analysen. Überhaupt verdankt ihr es dem Zufall, dass ihr das hier lest, denn eigentlich wollte ich den Horror-Trasher ’Evil Nightmare’ sehen, doch die Fachkraft in der Videothek hatte prompt den falschen Film in die Hülle getan. Und jetzt steh ich hier und weiß selbst nicht ganz, was zum Teufel ich da eben gesehen habe.
Da sind: Eine verwirrte Protagonistin mit Bart Simpson-Synchro, die zwischen all dem Sex, den Maden-Nascherein und okkulten Ratschlägen nicht mehr weiß, wo ihr die Frise steht; Clint Howard als Penner, der mit den Worten “Mist, gar kein Käse drauf!“ einen Burger aus der Tonne frisst, später mit Riesenmaden herumfuchtelt und einem Mann in die Achillessehne beißt, nur um danach mit einer riesigen Dildo-Nase ein dämonisches Ritual zu zelebrieren (Clint Howard halt) und Reggie Bannister aus den ’Phantasm’-Filmen als aalglatter Yuppie-Redaktionschef. Besetzungstechnisch also solide B-Klasse. Gleiches gilt für die widerlichen Wurm-Effekte, sauber eklig von Screaming Mad George getrickst. Nur hat dieser Film nix, aber auch gar nix mit den Vorgängern der Reihe zu tun (sieht man von einer Rückblende per TV-Übertragung ab).

Unser Clint. Das'n Herzchen.

Addiert man all das und entschuldigt die fehlende Tiefenanalyse, bleibt unterm vielbesungenen Strich ein morbider Ekel-Weirdo-Grusel in der Ritenrobe eines Okkult-Thrillers, irgendwo zwischen ’Society’, ’Candyman’ und ’Rosemary’s Baby’. Nix wirklich flausiges, Freunde. Aber Horror-Fans mit Zähigkeit-Resistenz + 14 und Freude an Geschmacklosigkeiten können den hier mal antesten.



Hudson