Warrior Angels



Originaltitel: Warrior Angels (2002) Regie & Drehbuch: Byron W. Thompson
Darsteller: Joanna Pacula, Rutger Hauer, Arnold Vosloo FSK: 16


Ach je, ach je, Rutger Hauer im Mittelalter. Warum nur, ’Martin’, musst du die Glorie vergangener Zeiten beschmutzen? Warum, ’Kapitän Navarre’, spielst du in einem solch langweiligen Schinken den müden Fiesling, wenn wir es von dir doch so viel besser gewohnt sind?

Yet another Medieval Movie

Aber kommen wir erstmal zum Plot:
Engerland, gegen Ende des 12. Jahrhunderts. Kriegerprinzessin Elizabeth findet nach ihrer Heimreise von den glorreichen Kreuzzügen ein geschundenes Volk und verbrannte Erde wieder. Schurkische Reiterscharen unter dem von Hauer gespielten Bösewicht Grekkor machen sich die Abwesenheit von King Richard zu Nutze und annektieren nach und nach Höfe und Dörfer mittels rabiater Methoden (Brandschatzen, Töten, Vergewaltigen… das ganze Programm).
Als Grekkor auch noch Elizabeths Sohn entführt und für ihn die Vaterschaft beansprucht, schnallt sich die eiserne Lady den scharfen Stahl einmal mehr ums Gebein und sammelt sich ein paar treue Gefährten zusammen (u. a. Arnold ’Die Mumie’ Vosloo), die selbst noch ein Hühnchen mit Grekkor zu rupfen haben…

Scarface Mausezahn - Ritter der Entwerteten

Och, ja. Nee, komm. Ich verstehe ja, das hier mal etwas anderes probiert werden sollte, aber der Versuch ging gehörig in die Buchsen. Xena gehört halt in ein Fantasyreich und nicht in die Zeit der Kreuzzüge. Aber echte Fantasy hätte das magere Budget auch nicht hergeben können.
Während John Vernon (’Animal House’) hier seinen finalen Auftritt abhustet und Arnold Vosloo Pferde umschubst, liefern sich Rutger Hauer und Joanna Pacula einen Wettstreit zum Thema ’Wer kann besser auf Sparflamme durch den Dreck dümpeln’. Es bleibt bei einem Unentschieden. Einzig der Score kann dank Pomp und Schmalz punkten, vor allem dann, wenn die an Pomp und Schmalz ebenfalls nicht armen Dialoge mal Pause haben.

“Was hältst du von einer Rüstung für dich?“
“So was zerknittert mein Kleid!“

Und die Flammen zerknittern dem Pferd den Schwanz

Fazit: Mürbe Mittelalter-Metzelei, trostlos, blutleer und vor allem lustlos bis schnarchig gespielt. Sagt was ihr wollt, über die ollen 80er, aber so ein Käse wäre damals wenigstens mit irgendwelchen Extras aufgepeppt worden.


Hudson