War Lords


‘He came out of nowhere. A stranger... a soldier... and maybe a savior.’


Originaltitel: Warlords (1989)
Regie: Fred Olen Ray Drehbuch: Scott Andrew Ressler
Darsteller: David Carradine, Dawn Wildsmith, Sid Haig FSK: 18


“Oh, mein Gott! Sie haben es tatsächlich getan!“ sagte der Colonel, als er aus dem Bunker kroch.

Wie spät ist es?
Endzeit!

Die respektlose Theater-Gruppe 'Mutant Python' spielt die Apokalyse nach!

Yeolde Voice-Over meets ye even older Pics of Devastation!
Atom-Explosion, Trümmer, Verfolgungsjagden mit ausgeschlachteten Vehikeln auf den radioaktiven Wüsten-Straßen dieser, unserer zerstörten Welt.
Dass wir das alles schon zum Erbrechen oft in anderen Postapokalypto-Werken gesehen haben, stört einen Meister-Verwurster wie Fred Olen Ray natürlich nicht. Hier werden die Klischees nicht mal mehr bedient, sie werden serviert!

Mutanten (die als solche gekennzeichnet sind, weil man ihnen weiße Roben und Gasmasken überstülpte) stromern durch die Prärie, die von sogenannten Warlords beherrscht wird. Sid Haig ist einer von ihnen und wie man es von ihm gewohnt ist: ein besonders fieser Hund. Einsam streift der ehemalige Kriegsheld (trifft diese Bezeichnung nicht irgendwie auf die Protagonisten, jedes zweiten B-Films zu?) Dow durch das Brachland, auf der Suche nach seiner Frau. Gespielt wird er von David Carradine, des B-Films Bobby De Niro. Mit sich trägt er einen ewig plappernden Mutanten-Kopf. Bald ist auch eine nicht minder plappernde Wüstenratte (weiblich) an seiner Seite. Der Colonel vom Anfang schließt sich ihnen ebenfalls an. Noch drei mehr und man hätte einen weiteren ’Sieben Samurai’-Klon draus machen können, mit acht gar ein Re-Make zum ’Dreckigen Dutzend’. Doch die Anzahl der ’Guten’ bleibt kongruent zu der Anzahl der eigenen Ideen dieses Films.
Was folgt, sind Verrat, Folter (“Eine regulierbare Stoffwechsel-Vergewaltigung.“), Sand, Titten (die Wissenschaftler hatten recht: Silikon überlebt die Apokalypse) und ausgedehnte Langeweile…

Kritiker werden nicht geduldet!

Es gibt Filme, die finden einen Weg, auf eine ’clevere’ Art bescheuert zu sein. Dies ist keiner davon. Sein Regisseur ist Fred Olen Ray (’Phantom Empire’) ein Mann, von dem ich nie Großes erwarte, aber meist Unterhaltsames bekomme. Das einzig annähernd Unterhaltsame in ’War Lords’ ist der sabbelnde Eier-Kopp und das auch nur, weil er direkt aus einem Troma-Schinken stammen könnte.
Neben dem sichtlich genervten David Carradine (’Die Vergelter’) und der ewig fiesen Furch-Glatze Sid Haig (’Beyond Atlantis’) hat Olen Ray mal wieder seinen Spezi Ross Hagen untergebracht. Mal wieder als zweitklassiger Bösor, quasi Haigs Schoßhund… scheiß der Hund drauf.
Die Action: Wisst ihr noch als ’Rambo’ (3) meinte, er hätte schonmal ein Gewehr abgefeuert? Nun, dieser Satz inspirierte auch die Schusswechsel in ’War Lords’.
Die Musik erinnerte mich aus irgendeinem Grund an eine Schildkröte, die ihren eigenen Panzer ausgezogen hat und munter hineinbläst. Was auch immer ich damit sagen will…
Manchmal überrascht man sich echt noch selbst.

Schon die 'Fanta Vier' wussten:
'Das geschieht dir recht!'

Rumrennen, rumlabern, rum(r)eiern…
Selten war ein FOR-Film ereignisloser, sinnloser und ideenloser als dieser hier.
Wir könnten den letzten Satz noch durch viele weitere Adjektive mit dem Suffix ’-loser’ ergänzen. Fakt ist: Der Loser ist und bleibt hier der Zuschauer.

Hudson