Wang Yu – Eine Faust wie ein Hammer



Originaltitel: Du bei chuan wang (1971)
Regie & Drehbuch: Yu Wang
Darsteller: Yu Wang, Tin Yau, Lung Fei FSK: ungeprüft


’Eine Faust wie ein Hammer’ ist der Vorgänger des mittlerweile schon legendären ’Duell der Giganten’, in dem der ’Einarmige Boxer’ (gespielt vom Super-Hauer Jimmy Wang Yu) gegen die ’Fliegende Guillotine’ zu Felde zog. Heute lernen wir, wie der Boxer zu seinem Namen kam…

Wang Yu beim Nebenjob als Mühlenstein

Die Hakenbande unter dem zwielichtigen Mr. Chao hat Stress mit der Kampfschule von Meister Han Tui. Dessen Schüler Tien Lung (Wang Yu) hat nach einem Streit mit einigen von Chaos Vasallen eine bunte Massenprügelei angezettelt, was Chao und Tui gleichermaßen erzürnt. Während Tein Lungs Meister ihm lediglich eine Knüppelstrafe und einen Tag Sitzgebet auferlegt, fordert der erzürnte Mr. Chao die Auslieferung des Aufrührers.

Kung Fu Vampire...
Warum auch nicht!?
Als Han Tui dies ablehnt, folgt die nächste bunte Massenprügelei in seiner Schule. Chaos Schergen verlieren den Kampf, aber jetzt ist der Chef der Hakenbande erst recht sauer und heuert eine Bande schräger Kung Fu-Söldner (ein indischer Yogi, ein japanischer Vampir und seine Schüler, zwei tibetanische Lamas, zwei Judoka und zwei siamesische Boxer) an. Diese statuieren an den Schülern Han Tuis ein blutiges Exempel, das nur Tien Lung überleben soll. Der muss zwar mit seinem Arm dafür bezahlen, doch wird er nach seiner Genesung und intensivem Training mit der titelgebenden ’Faust wie ein Hammer’ das Blutbad an seinen Brüdern rächen…

“Ich suche einen Bekannten. Der Mann heißt Kao Chiao.“
“Willst du mich verscheißern? Kao Chiao kennt keinen Krüppel. Und außerdem heißt das Meister Kao Chiao. Merk dir das, sonst ist dein linker Arm auch noch weg.“
“Halt deine dumme Schnauze, sonst muss ich sie dir zerschlagen, du häßlicher Kanarienvogel.“

’Eine Faust wie ein Hammer’ war sicherlich einst als grimmiges Helden-Epos gedacht, doch wenn man sich das gute Stück heute so anschaut, kann man sich ausgiebiges Gelächter kaum verkneifen. Sei es die ’Alf’-Synchro für Wang Yu, die bei ’Shaft’ geklaute Mucke, die Genesungs-Montage in Standbildern, die Sprüche (“Ihr Kuttenbrunzer habt wohl Angst, dass er stärker ist?!“ “Diesen Schneemenschen-Verschnitt merk ich mir.“) und vor allem die grotesken Fighter.

Skandal:
Ein gewaltbereiter Tibeter!
Zum japanischen Kung Fu Vampir muss nicht mehr viel gesagt werden, der indische Yogi kann per Handstand seinen Gegner hypnotisieren und einer der Hochland-Mönche kann seinen Leib Ballon-artig aufplustern, so dass er unempfindlich gegen Schläge wird (was von einem Schüler mit den Worten: “Eine tibetanische Technik!“ kommentiert wird.)
Tien Lung selbst muss einiges einstecken, bevor er seine Rache bekommt. So bekommt er von einem alten Kung Fu-Zausel den Tipp: “Wir müssen alle Nerven in deiner Hand abtöten. Die Schmerzen werden grauenvoll sein!“ Sei’s drum, denkt sich Wang Yu und packt die Pranke minutenlang in glühende Kohlen. Das, meine Damen und Herren, waren noch echte Männer!
Die Kämpfe sind zwar keineswegs perfekt choreographiert, bereiten aber tierischen Spaß und Hauptdarsteller Jimmy Wang Yu gibt sowohl mündlich (“Du aufgeblasener Wurzelzwerg, jetzt lass ich dir die Luft ab!“), als auch fäustlich alles und kommt verdammt sympathisch rüber.

Arm ab, aber gut dabei!

Fazit: ’Eine Faust wie ein Hammer’ mag keine fliegende Guillotine haben, steht ansonsten seinem Nachfolger aber in nichts nach. Martial Arts-Fans und Eastern-Liebhaber lassen sich diese Perle des Kung Fun-Films nicht entgehen!


Hudson