Vindicator


‘They thought they took his life...now he wants theirs. Invincible. Unstoppable. Indestructible. He's out on the street and out of control!’


Originaltitel: The Vindicator (1986)
Regie: Jean-Claude Lord Drehbuch: David Preston & Edith Rey
Darsteller: David McIlwraith, Teri Austin, Pam Grier FSK: 16


“Ich versteh immer noch nicht, warum du den Agressionsaktivator an den Computer angeschlossen hast. Falls er sich irgendwann bedroht fühlt, kann er sich in einen unkontrollierbaren Killer verwandeln.“
“Nein, solange ich die Fernsteuerung habe, entscheide ich wann der Aktivator angeschalten wird.“

Dr. Med Szeintist
Ach Leute, wenn ich das schon höre. Habt ihr in den Mad-Scientist-Kursen am College immer geschwänzt? Müsst ihr denn auch ausgerechnet euren eigenen Kollegen, dem bei einem Laborunfall erst die Visage und dann der ganze Lebenssaft weggefräst wurde in einen Cyborg verwandeln und ihm einen AGRESSIONSAKTIVATOR einsetzen? Wozu? War euch nicht klar, dass dieses Mischwesen irgendwann ausbricht und irgenjemand folgende Sätze sagt:
“Die Fernsteuerung ist noch im Labor.“
“Herrgott, dann haben wir ja keine Kontrolle über ihn!“
Ja, das war klar. Dass sich die ’Vindicator’ getaufte Killermaschine mit einem kleinen Jungen auf einem Schrottplatz anfreundet weniger. Auch nicht, dass die Frau des ’Verstorbenen’ immer noch heiß auf ihn ist, Robo-Suit hin oder her. Als dann auch noch ein paar Kopfgeldjäger unter der Leitung von ’Foxy Brown’ Jagd auf den ’Vindicator’ machen und mit verschießbarem Wackelpudding auf ihn ballern, wird die Sache brenzlich. Scheint so, als wäre die Idee mit dem Aggressionsaktivator doch nicht die doofste gewesen…

“Komm nicht näher. Es kann sein, dass ich radioaktiv verseucht bin.“
“Ja, das bist du wahrscheinlich. Es stinkt ganz schön hier.“

Zahnspangentechnologie
des 21.Jahrhunderts
Ein Antiheld, der versteckt unter einem Gullideckel lebt, auf dem ein Auto steht (kein Problem für seine Arme!), Pam Grier als Killer-Lady mit Riesenstecknadel und Flammenwerfer, wild gewordene Labor-Schimpansen, dumme Sprüche, Intrigen, verpeilte Kanalisations-Stoßtrupps eines Geheimdienstes und Robo-Action; dieser Film hat alles. Sogar böse Biker, die den Vindicator nachts auf der Straße anpöbeln (“Der sieht ja aus wie der Weihnachtsmann, aber nachdem Frau Holle ihn zur Pechmarie gemacht hat!“) und mit Ketten angreifen.
Genre-Fans dürften überrascht sein, dass Vindicator aus dem Jahre 1986 stammt und somit ein Jahr vor Paul Verhoevens ’RoboCop’ entstand. Zwar hat ’Vindicator’ weder den Härtegrad, noch die cineastische Qualität von ’RoboCop’, dennoch lässt sich die trashige ’Frankenstein’-Variante nich lumpen, bietet zünftige Action, nette Effekte aus Stan Winstons Zauberbude, ein paar grantige Todesfälle (Vindicator zermanscht Auto samt Insasse) und sogar eine Prise Drama. Pam Grier ist die einzige bekannte Schauspielerin an Bord und verausgabt sich auf überkandidelte Art und Weise, die dem Film aber durchaus zusteht.

"Gaaaaaanz sachte... gaaaaanz sachte..."

An Meisterleistungen der Gattung ’Mashinenwesen’ reicht Jean-Claude Lords (’Das Horror-Hospital’) Film natürlich nicht heran. Glotz-People, die sich mit weniger Brillanz und mehr Absurdität abfinden können, werden hier aber sicher ihren Spaß haben. Denn früher oder später lacht jeder bei ’Vindicator’.


Hudson