The Viking Sagas

aka

Islandic Warrior


‘For the love of his woman. For the honor of his family.
For the survival of his people.’


Originaltitel: The Viking Sagas (1995) Regie: Michael Chapman
Drehbuch: Michael Chapman, Dale Herd & Paul R. Gurian
Darsteller: Ralf Moeller, Ingibjörg Stefánsdóttir, Sven-Ole Thorsen FSK: 18


Nach Jahren des Friedens wurde der Wikinger-König Valgard (Raimund Harmstorf) von dem sinistren Ketil hintergangen und seines Zauberschwertes beraubt.

Ralle & Frisur in Bedrängnis
Valgards Sohn Kjartan (Ralph Möller) gelingt es buchstäblich in letzter Minute, das Schwert zurückzuerobern und über eine Klippe ins ’rettende’ Meer zu springen. Aufgelesen wird er vom Gesetzsprecher eines benachbarten Stammes, der ihm nun Unterschlupf gewährt, bis der ’Größte Krieger Islands’, Gunnar der Norweger (Sven Ole Thorsen), ihn aufsucht und zu einem wahren Recken ausbildet. Bis es soweit ist, verliebt sich Kjartan aber erst in die Tochter seines Wirtes, Gudrun. Diese soll einen Vetter Ketils zum Mann nehmen, welcher ihr zuwider ist. Als sich Kjartan einmischt, steht er dem Tod erneut auf der Schippe. Doch Gunnar kann den Tag retten, den unbeliebten Freier töten und somit einen weiteren Zwist in die verfeindeten Fronten Islands scheuchen. Jetzt soll aus Kjartan ein Krieger werden. Zu dumm nur, dass Schwertmeister Gunnar auch ein Auge auf Gudrun geworfen hat…

Ich staunte nicht schlecht, als sich der (mir von vielen Seiten madig geredete) Film als bodenständig unterhaltsames Action-Drama entpuppte. Ein Kompliment, wenn man bedenkt, dass Herr Möller hier in der Hauptrolle zu sehen ist.

Sven Ole rettet den Tag
Durch die Handlung führt ein Erzähler, der auch die Wikinger-Mythen unter’s Zuschauer-volk bringt. Diese Mythen sind ein wunderbarer Ort, eine solche Geschichte darin anzusiedeln, denn die scheinbar simple Handlung wird durch die Einbindung der Wikinger-Kultur und deren Traditionen deutlich über den Durchschnitt gehoben.
Ralph Möller gibt sich Mühe, ist als Held jedoch bestenfalls zu tolerieren. Der Mann sollte eindeutig bei Nebenrollen bleiben und vor allem die Klappe halten. Seine Synchro ist wenig berauschend, aber wir wissen ja, dass diese Bezeichnung für seine Original-Stimme noch ein Kompliment wäre. Den Sympathie-Bonus bekommt hier eindeutig Sven Ole-Thorsen (’Conan - Der Barbar’), der schon bei seinem ersten Auftritt dem Herrn Moeller (’Conan - Der Abenteuer’) die Show stiehlt. Thorsen, der mit Möller auch in ’Bad Pack’ und ’Gladiator’ zu sehen war, merkt man die jahrelange Erfahrung als Stuntman an. Die Szene, in der seine Figur den ’jungen’ Kjartan die Kunst des Zweikampfes lehrt ist da bezeichnend.
Dass ab und an unfreiwilliger Humor aufkommt (bedingt durch urige Namen a la ’Ulf Blutaxt’ oder den Fakt, dass die Nordmänner nach jedem Kampf rumjammern, es würde nun wieder Ärger geben), kann man mithilfe eines Krugs Met sicherlich verschmerzen.

Brennende Hütten... feels like home!

Der wirklich stimmige und rundum gelungene Soundtrack von George S. Clinton überzeugte mich dann vollends: ’The Viking Sagas’ (vergessen wir den schwachsinnigen deutschen Alternativ-Titel ’Islandic Warrior’ einfach!) mag keine Bäume ausreißen, funktioniert aber als das, was er ist bestens. Für Fans rauher, schwertlastiger Abenteuer unbedingt einen Blick wert.

Hudson