V wie Vendetta


'Remember, remember the 5th of November.'


Originaltitel: V for Vendetta (2005) Regie: James McTeigue
Drehbuch: Andy & Larry Wachowski
Darsteller: Natalie Portman, Hugo Weaving, Stephen Rea FSK: 16


Ich möchte an dieser Stelle kurz ein Gespräch zwischen meiner Mama und ihrem Nachbarn zitieren :
Nachbar: „Haste schon ’V wie Vendetta’ gesehen?“
Mama: „Nein, worum geht´s denn da?“ - „Um Revolution.“ - „Um welche?“ – „Na einfach um Revolution…“
Und diese Revolution ist auch dringend nötig, denn Präsident Sutler (John Hurt) und seine Regierung führen ein tyrannisches Regime mit Ausgangssperren, gleichgeschalteten Fernsehkanälen und Verfolgung von politisch anders denkenden, homosexuellen und anderen unerwünschten Personen. Seine skrupellose Exekutivtruppe, die Fingermänner, sind ständig überall, um vermeintlich Widerspenstige aufzuspüren
Genau diesen Fingermännern läuft die junge Evey Hammond (Natalie Portman) in die Arme, als sie einmal noch zu später Stunde auf der Straße unterwegs ist. Unerwartete Hilfe bekommt sie von einem mysteriösen Unbekannten, der sein Gesicht hinter einer Guy-Fawkes-Maske verbirgt und sie mit auf des Dach eines Hauses nimmt, von wo aus sie die Explosion des Londoner Justizgebäudes beobachten… inszeniert als großes Feuerwerk.
Der Maskierte lässt keinen Zweifel daran, dass es sich hier um sein Werk handelt. Er stellt sich als V vor und erklärt, dass er es sich zur Aufgabe gemacht hat, eine Revolution in Gang zu setzen und die jetzige Regierung zu entmachten.

V

V nimmt seine neue Bekannte mit in sein geheimes Quartier und was anfangs als Schutzhaft gedacht war, beginnt sich mit ihrem zunehmendem Interesse an der Politik zu einer Art Teamwork zu entwickeln. Sie ist ihm sogar dabei behilflich, als er das zentrale Fernsehstudio überfällt und von dort aus eine aufrüttelnde Ansprache in alle Haushalte sendet, mit der er den Beginn der Revolution am 5. November des folgenden Jahres verkündet und alle Bürger aufruft, dabei zu sein.
Mittlerweile liegt Eveys Akte auf den Schreibtischen der Regierung, welcher ihr Kontakt mit dem Rebellen nicht verborgen geblieben ist. Kommissar Finch (Stephen Rea) wird damit beauftragt, sie ausfindig zu machen und zu verhaften.
Bei seinen Ermittlungen stößt Finch auf seltsame Zusammenhänge zwischen einem ehemaligen Gefangenenlager und einigen Ausbrüchen von Seuchen in der Vergangenheit. Auch die plötzlich auftretende Serie von rätselhaften Morden an einigen wichtigen Persönlichkeiten, scheint damit in Verbindung zu stehen. Die Hinweise auf Hintergrund und Identität des maskierten Revolutionärs häufen sich und der 5. November rückt näher und näher.

"Manchmal reicht es, wenn
man ein Gebäude zerstört!"

Der Film, der auf einem Comic von Kult-Autor Alan Moore (’From Hell’) basiert, entführt den Zuschauer in ein düsteres, trostloses London der Zukunft. Stacheldrähte und Lautsprecheranlagen vermitteln den Eindruck eines riesigen Gefangenenlagers und es herrscht eine Atmosphäre, in der jeder darauf achtet, nicht aufzufallen und nichts Falsches zu sagen. Vs Unterschlupf ist im Gegensatz dazu vollgestopft mit (verbotenen) Kunstgegenständen und prunkvollen alten Möbeln und es erklingt Musik aus einer Jukebox.
Zentrales Thema ist der Terrorismus. Es stellt sich die Frage, ob Gewalt gerechtfertigt ist, wenn es um eine gute Sache geht und was spielen, wie im Fall von V, persönliche Rachegelüste für eine Rolle?
Hinter der weißen Maske mit dem breiten Grinsen verbirgt sich übrigens Hugo Weaving (’Matrix’). Und wer denkt, dass es doch gar nicht von Bedeutung wäre, wer der Mann hinter der Maske ist, weil man ihn sowieso nicht erkennt, der liegt völlig falsch. Schließlich nahmen Andy und Larry Wachowsky die Sache so genau, dass sie noch nach Beginn der Dreharbeiten, den ursprünglichen Darsteller James Purefoy gegen Weaving austauschten, weil sie mit dessen körperlicher Ausdrucksweise nicht ganz zufrieden waren.
In der Rolle der Evey ist Natalie Portman zu sehen, die hier einen Wandel vom etwas naiven, stillen Mädchen zur selbstsicheren, engagierten jungen Frau vollzieht. Ihre Leistung in diesem Film ist viel mehr, als nur die immer und immer wieder zitierte Tatsache, dass sie sich für eine Folterszene eine Glatze schneiden ließ.
Gedreht wurde übrigens größtenteils in den Babelsberger Filmstudios, die (und hier muss ich mal etwas Lokalpatriotismus walten lassen) nicht, wie in den Medien immer wieder erwähnt zu Berlin, sondern zu Potsdam gehören.

Selbst Präsident Sutler geht die Muffe!

’V wie Vendetta’ reiht sich ein in die lange Liste der Comicverfilmungen, die sich nicht erst seit ’Sin City’ immer mehr in eine ernstzunehmende und anspruchsvolle Richtung entwickeln. Man kann sicher gespannt sein, was dem noch folgen wird.

Leone