Vampirella


‘Thirsty for justice, she'll settle for blood.’


Originaltitel: Vampirella (1996)
Regie: Jim Wynorski Drehbuch: Gary Gerani & Forrest J Ackerman
Darsteller: Talisa Soto, Roger Daltrey, Richard Joseph Paul FSK: 16


Vampire.
Wir kennen sie zur Genüge. Ob klassische Vampire, chinesische Kung Fu-Vampire oder schwedische Nazi-Vampire. Alles schon gesehen.
Trash-Hupe Jim Wynorski (’Raptor’) und seine Produzenten Roger Corman (who else?) und Forrest J. Ackermann (Herrausgeber des ’Famous Monsters of Filmland’ Magazins und Schöpfer der Titel-Figur) verfrachteten den Ursprung der Blutsauger (wohl nach einer Überdosis ’Highlander 2’) in die Weiten des Alls. Genauer gesagt auf den Planeten Drakulon (…), vor 30 Jahrhunderten:

’Upside down, boy you turn me’
Der Ältesten-Rat des Planeten (der in Außenaufnahmen stark nach Saarbrücken aussieht) will den bösewichtigen Vlad (ausgesprochen übrigens ’Flat’, wie in ’Flat-Screen’) verbannen, da er sich nicht an die Regeln hält. Welche Regeln? Naja, damals wurde halt nicht in Hälse gebissen, sondern der rote Lebenssaft direkt aus dem Hämoglobin-Hahn gezutschelt. Als Vlad sich befreien kann, mit seinen Hilfs-Vampiren den Rat tötet und auf die Erde flieht, schwört die Tochter des Aller-Ältesten blutige Rache. Ihr Name ist übrigens Ella (Get it?! Ella! Vampir + Ella=…)

Die Erde, heute:
Als der Nerd Forry Ackerman (again: no shit!) von ein paar üblen Typen aufgemischt wird (sie vollen ihm seinen PC klauen…ohje), kommt aus den Schwaden der Finsternis die Ella hervor, um ihn zu retten.
Auf ihrem Flug zur Erde hat sie nach eigenen Angaben die Gewohnheiten der Menschen studiert. Warum sie dann wie eine Latex-Porno-Schickse durch die Gegend graziert bleibt ein Rätsel (vielleicht baute ihr Studium auf Superhelden-Comics auf).
Während Ella auf dem Mars einen Jahrhunderte langen Schönheitsschlaf hielt (lange Geschichte), hat Vlad inzwischen die Erde mit Seinesgleichen bevölkert und plant die Vampir-o-lypse.
Eine Spezial-Einheit für bzw. gegen Vampirismus, angeführt wird von einem gewissen Adam Van Helsing (tja), kümmert sich mehr schlecht als recht um die Blutsauger. Bloß gut, dass sie jetzt Hilfe bekommen. Von Ella… Vampir Ella.

“Heilige Scheiße! Ich glaub’s nicht.“
“Heilig? Das sind Dinge, die göttlich sind. Scheiße aber ist ein aus Därmen ausgeschiedenes Abfallprodukt. Ein beliebter Ausruck für etwas extrem Negatives. Das spricht für mangelnde Intelligenz! Mag ich nicht.“

Prust und Prost, liebe Trash-Gesinnten.
Hier kommt euer Ding: Vampires from outer Space, off to bite the human race!
Oder so ähnlich.
Schon das Casting hat ein dickes ’Wie jetzt?’ quer drüber geschrieben.

“Kennst du ’Substitute’?“
So wird Ober-Beißer Vlad von ’The Who’-Sänger Roger Daltrey gespielt, der nicht nur mit seinem Vampir-Überbiss ’flat out’ überfordert ist. Sein Over-Acting ist beinahe so furchtbar, wie seine Frisur und das Make-Up. Talisa Soto (’Mortal Kombat’) ist nicht nur einen halben Kopf größer als ihr Kontrahent, sondern auch in das chauvinistischste Kostüm der Film-Geschichte gekleidet. Ihr Spiel ist lustvoll banal, ihre Dialoge (und auch alle anderen) sind so hohl wie überflüssig.
Kurzauftritte gibt es von Angus ’Tall Man’ Schrimm (’Brain Slasher’), Brian ’Bandit’ Bloom und Forry Ackerman himself, sowie von John ’Todesjäger 2’ Terlesky und Kult-Regisseur John Landis als Astronauten in Raum-Anzügen, die offene Hosenbeine haben (fragt nicht). Apropos:
Neben den Kondom-Sonnenschutz-Anzügen der Blutsauger und der Schlüpper, die Vampi während des gesamten Filmes trägt, weiß der Film mit einem unglaublich schrottigen Trick zu punkten: Nämlich einer schwarzen Krakel-Zeichnung, die der hust*Trick-Experte*hust mit Edding auf den Film gemalt hat, immer wenn angedeutet werden soll, dass eine Fledermaus zugegen ist. Die restlichen Effekte sind nicht ganz so schrottig, machen aber auch nicht viel her.

“Wenn sie Demos gefangen halten, sollten wir unsere Pläne für den Weltuntergang vielleicht verschieben!“

“Knie nieder, Unwürdige!“
“Tu ich doch!“
“Dann knie noch niederer!“

Ja, vielleicht auf morgen Abend. Da hab ich noch nix vor. Aber erstmal hier einen Schlussstrich ziehen: Logik-Löcher von der Größe New-Mexikos, überkandidelte Schauspieler, Space-Stock-Footage und Schwachsinn bis zum Morgengrauen machen was? Na? Genau! Sie amüsieren uns mit ihrer Doofheit, wie es Ed Wood nicht hätte besser machen können. Für diesen Blödsinn schicke ich Grüße und ein Augenzwinkern an die Macher.

Hudson