Vamp


‘Ever have one of those nights?’


Originaltitel: Vamp (1986)
Regie: Richard Wenk Drehbuch: Donald P. Borchers & Richard Wenk
Darsteller: Chris Makepeace, Sandy Baron, Robert Rusler FSK: 18


Kunst... oder?
Keith und A.J. sind zwei sprücheklopfende Erst-Semester, die in der heißesten Verbindung des Colleges aufgenommen werden wollen, aber keinen Bock auf das dämliche Aufnahme-Ritual haben. Daher versprechen sie ihren zukünftigen Saufbrüdern, eine Spitzen-Party zu schmeißen, komplett mit Musik, Häppchen und (hier kommt der Clou) einer Stripperin! Doch woher bekommt man so ein heißes Tanzluder, wenn man nur ’ne große Klappe und nix dahinter hat?! Da müssen die Jungs wohl in die Großstadt. Mit ihrem nerdigen Kumpel Duncan an der Seite machen sich Keith und A.J. auf zum ’After Dark Club’, wo eine Schönheit nach der anderen die Hüften schwingt.
Besonders angetan sind die beiden von der ’rassigen’ Katrina (Grace Jones), die A.J. nach ihrem Tanz hinter der Bühne besucht. Die Situation entwickelt sich zu mehr, als sich der brünftige College-Hengst hätte träumen lassen. Zu viel mehr! Denn Katrina ist, wie jeder zweite in diesem Stripschuppen, ein Vampir und hat gewaltigen Durst. Während A.J. die Spezialbehandlung bekommt und Duncan weiterhin die Show genießt, wird Keith von einer Albino-Bande (u.a. Billy Drago) und einem kleinen Vampir-Gör durch Abwasserkanäle und mörderische Hausflure gejagt…

“Ruft die Polizei. Diese Leute hier sind alle Vampire!“
“Und meine Schwester ist ’ne Mumie!“

Fall from Grace?

Tjaja, das alles klingt schon ein wenig nach dem weitaus populäreren Vampir-Schriller ’From Dusk Til Dawn’ und ganz sicher hat sich Videotheken-Keule Quentin Tarantino den ollen ’Vamp’ ein um’s andere Mal um den wirren Kopp gehauen.
Grace Jones, die in den Achtzigern eine Art Popphänomen war und ihre Brikettfrisur schon in ’Conan - Der Zerstörer’ gezwängt hatte, gibt hier einmal mehr die schräge Performance-Künstlerin mit Mut zur Hässlichkeit. Ihre einführende Tanz-Szene ist alles andere als erotisch und wenn ihr das schlecht getrickste Monstergebiss aus dem Gesicht wächst, gibt’s höchstens was zu lachen. Deedee Pfeifer (’House 3’) spielt die Hure mit Herz, Gedde Watanabe (’Sixteen Candles’) gibt den nervig-nerdigen Sidekick asiatischer Herkunft und Hauptdarsteller Chris Makepeace (’Im Labyrinth der Monster’) erinnert optisch an Billy Warlock, hat aber immerhin ein, zwei Gesichtsausdrücke mehr drauf, auch wenn er nicht viel mehr zu tun hat, als umherzuirren und hibbelig zu grinsen.

Vamps or Schlamps?
Als I-Tüpfelchen gurkt ein komplett gebleichter Billy Drago mit gewohnt passiv-aggressiven Manierismen durch die Nacht.
Während die Sets zwischen Finsternis und der typischen Neon-Beleuchtung der Achtziger hin und herfunzeln, ist die Ausstattung eher mager geraten. Unterdurchschnittliches Make Up und die Abwesenheit visueller Effekte wären bei einem Film mit mehr Substanz und weniger Klischees vielleicht zu verschmerzen gewesen.
Aber ’Vamp’ ist mitsamt seiner Gimmick-Attraktion Grace Jones und seinen typischen 80er-Genre-Kamellen eher ein Fall für die Resterampe, als für eine Empfehlung an Fans der Blutsauger-Fraktion.


Hudson