Uninvited


‘You'll Never Look At A Cat The Same Way Again!’


Originaltitel: Uninvited (1988) Regie & Drehbuch: Greydon Clark
Darsteller: George Kennedy, Alex Cord, Clu Gulager FSK: 18


JEFAHR!
KEENE KONTAKTLINSEN ODER NICKIS INNA BUTZE ERLAUBT!

„Code Red, Code Red! ST618 has escaped! Radiation Security! Radiation Security!”

Die Katze ist aus dem Sack. Das Labor ist in Aufruhr. Männer in Strahlenschutzkondomen rennen durchs Treppenhaus. Aber das Test-Vieh hält eine ganz besondere Überraschung parat: Durch genetische Experimente ist aus dem süßen Fellknäuel eine Art Matroschka-Mieze geworden, die eine weitere Mieze aus ihrem Mäulchen würgen kann, welche dann wie ein fuchsteufelswildes Biest alle Labor-Nerds niederkrallt.

Have a break. Have a Kat Kat.

Herzlich willkommen zu ’Uninvited’, dem unwillkommenen Katzorken-Horror aus dem Spät-Achtziger Nischen-Grütz-Grinder.

Die Story ist schnell abgehandelt, denn der Zufallsgenerator des Drehbuchautors platziert die Katze in Begleitung von fünf College-Kids auf die Yacht eines zwielichtigen Millionärs, der auf dem Weg zu den Cayman-Inseln ist, weil ihm die Börsenaufsicht auf den Fersen ist. Man kennt das. Die Folgen des Zusammentreffens von Katz und Kegel sollten auch niemanden überraschen:

CAT III Level Violence

„This is my Yacht and I’m in charge. And I don’t like cats. So the cat goes! Sorry, Susan.”
„Oh please, Walter. I promise, this darling little kitty won’t be any trouble. Pleeeaaase. I’ll take care of it. You won’t be sorry! I promise!”
„Okay, keep the damn thing. But you owe me one, Susan! And I’ll never forget that.”

Fazit vorab
Regisseur Greydon Clark, der sich größtenteils durch B-Movies wie ’Satan's Cheerleaders’, ’Das Geheimnis der fliegenden Teufel’ und ’Lambada – Der verbotene Tanz’ einen zweifelhaften Ruf verschaffte, bringt mit ’Uninvited’ einen reichlich hanebüchenen Unsinn auf die Leinwand, der eigentlich schon damals nur noch für eine Videoauswertung gereicht hätte.
Zugegeben, die Effekte sind höchst amüsant. Ich applaudiere grundsätzlich jedem Streifen, der die Chuzpe hat, eine (oder auch mehrere) Handpuppe(n) auf seine Protagonisten loszulassen. Addiert man dazu noch die ulkig-kruden Gore-FX, die ’Uninvited’ aus dem Ärmel schüttelt, haben Trash-Fans hier das letzte Lachen. Mehr darf man sich von ’Uninvited’ allerdings nicht erwarten.
Zwar konnte man mit Clu Gulager (’Return of the Living Dead’), George Kennedy (’Demon Warp’) und Austin Stoker (’Assault - Anschlag bei Nacht’) drei gestandene Genre-Heroen gewinnen, was letztlich aus dem Potential der Herren geschöpft wird, ist jedoch tiefseits von traurig. Kennedy gibt den grummeligen Kotzbrocken mit der groben Kelle, Gulager macht sich als Alki mit Herzbeschwerden zum Affen und Stoker schwirrt eine Minute vor dem Abspann in Captain Stubings alter Landgang-Uniform durch’s Bild. Völlig verschenkt.

Someone call ALF!

Den Rest der Zeit verbringen wir mit geleckt-langweiligen Typen aus dem Jock-Lager und ihren schmierigen Versuchen, bei den anwesenden Damen zu landen. Jene Damen der Schöpfung schaffen zwar nicht den Bechdel-Test, aber sehr wohl, sich in Rekordzeit dem von George Kennedy angemahntem Spruch „You wanna miss this appointment for a couple of bimbos?“ würdig zu erweisen. Später müssen sie dafür herhalten, die Hysterie im Laufen zu halten („You re lying, you’re all lying! We’re never gonna get out of this alive! We’re all gonna die! That thing’s gonna bite us and we’re all gonna die a horrible death!”).

Sorry 'bout the misrepresentation, ladies!

Dass dann erst im letzten Drittel (also wenn die Katze schon den Ventilator besucht hat, der Motor hin ist, die Lebensmittel knapp werden und Panik um sich greift) diverse Amorösitäten in den Spannungsbogen gepresst werden, erscheint mir auch dramaturgisch fragwürdig, aber das gehörte im B-Sektor halt dazu, ob nun mit Händchen fürs Timing oder ohne.

Die mit Abstand dunkelste Badewanne der Welt
Spätestens jetzt ist der unlängst angesäuerte Zuschauer froh darüber, dass das wortwörtlich ausgekotzte Plüschmonster diese unangenehme Mischpoke dezimiert, bis nur noch die zwei am wenigsten nervigen Protagonisten übrig sind.
Dass mittendrin vom zufällig an Board herumhängenden Biologen verzweifelte Erklärungsversuche per Techno-Babble in die Kamera gepulvert werden, ist so putzig wie dämlich. Aber dies ist der Film, in dem Schmiergeld im Wert von drei Millionen Dollar in drei Akkordeon-großen Metallkoffern an die zu schmierenden Griffel eines Börsenheinis übergeben werden sollen. Kleiner hatten sie’s nicht. Nur im Geiste.

„There’s no more fresh water, how ‘bout some champagne?“

ALTER!native Cover-Motive

Fazit: Ü-Ei-Killerkatzen greifen Menschen an! Das Beste hier ist noch der herrliche Elektro-Orgel-Score, der mal heiter beschwingt am Modellschiffchen vorbeirauscht, mal düster bedrohlich den Missetaten der Katze folgt. Das Zweitbeste ist die Katze selbst. Also die Katze, die von der Katze ausgekotzt wird. Dicht gefolgt von der Katze, die die Katze auskotzt. Happy Halloween!


Hudson