Underworld


‘A horrible experiment. A criminal empire.
One thing in common... ’


Originaltitel: Underworld (1985)
Regie: George Pavlou Drehbuch: Clive Barker & James Chaplin
Darsteller: Denholm Elliot, Larry Lamb, Steven Berkoff FSK: 18


Nicht überall, wo ’Clive Barker’ drauf steht ist auch ’guter Horror’ drin.
Diese schmerzliche Erfahrung musste auch der Meister selbst machen, als Regiesseur George Pavlou zuerst den vorliegenden ’Underworld’ und danach ’Rawhead Rex’ (beide auf Barkers Werken basierend) versaubeutelte.

”Wir wollten eigentlich zum
Duran Duran Video-Shoot...”
Als die junge Nicole von entstellten Männern entführt wird, setzt der zwielichtige Motherskille seinen ehemaligen Mitarbeiter Roy Bain auf den Fall an, der auf die eine oder andere Art natürlich mit der Dame verbandelt ist. Bain folgt den Spuren bis hin zum Wissenschaftler Dr. Savary, der die Droge ’White Man’ entwickelt hat, welche Mutationen bei Menschen verursacht und sie für immer verändert. Die Probanden des werten Doktors, abhängig von dessen Elixier, haben im Untergrund eine Kommune gegründet, in der auch Nicole gefangen gehalten wird. Sie ist der Schlüssel für die Heilung ihrer Krankheit, doch Motherskille hat längst einen Plan zur Exterminierung der Brut ausgeheckt. Bain, der mitten in dem Tohuwabohu von allen Seiten eins auf den Deckel bekommt, muss entscheiden, welcher Partei er sich anschließt…

”Spricht hier irgendjemand
Alt-Griechisch?”
Och nö… Dieser ’phantastische Horror-Thriller’ (shmantastische Shmorror-Shmriller) ist weder ernst zu nehmen, noch spaßig zu konsumieren.
Das Geschehen zieht sich ereignislos in die Länge, die Neon-Beleuchtung reizt den Sehnerv, die Pappmasken-Humanoiden sind erbärmlich. Ebenso Hauptdarsteller Larry Lamb, der wiederum sein unsympathisches Fressbrett besser unter Make-Up versteckt hätte. Der arme Denholm Elliot (als ’Indys’ Sidekicke Marcus Brody bekannt) huscht im Plot umher, immer auf der Suche nach den Motiven seiner Figur, während die restliche Cast teilnahmslos durch blau illuminierte Ghetto-Kulissen wandert.
Effekte gibt’s kaum, die Action beschränkt sich auf ein paar Schießereien zum Showdown und die komplett verkackte ’New Wave’-Optik vernichtet das letzte bisschen Atmosphäre, das die gar nicht mal so dumme Grundidee hergibt.
Clive Barker (der seinen Namen lieber aus den Credits gestrichen hätte) zeigte kurz darauf, dass er es besser kann und schuf mit ’Hellraiser’ und ’Nightbreed’ zwei der originellsten Horror-Filme ihrer Zeit.

Da hatte Barker wohl doch ein Wörtchen mitzureden.

Fazit: Stimmungslos, emotionslos, spannungslos, ideenlos, um’s kurz zu machen: Nix los.

Hudson