The Ultimate Warrior


‘A Film of the Future’


Originaltitel: The Ultimate Warrior (1975)
Regie & Drehbuch: Robert Clouse
Darsteller: Yul Brynner, Max von Sydow, Joanna Miles FSK: 18


Das Jahr ist 2012, die Erde ein verseuchter, leergefegter Planet.

"Tach, ich bin der Warrior."
"Ja, zieh dir mal was an!"
Dem Benzinnotstand Anfang der Neunziger folgten Epidemien, welche die Menscheit und alles Fruchtbare dahinrafften. Die Überlebenden haben sich verstreut, doch der Big Apple ist immer noch ein beliebter Platz. Hier verweilt auch Carson aus Detroit (Yul Brynner, sichtlich in die Jahre gekommen und mal wieder ohne Hemd) seit Tagen in bewegungsloser Meditations-Starre.
’Der könnte interessant für uns sein.’ Denkt sich Baron (Max von Sydow, ’Der Exorzist’), der Anführer einer weitaus friedlicheren Kommune, als es in New York dieser Tage üblich ist. Seine Leute, vom Hunger geplagt und untereinander auch nicht mehr ganz grün, brauchen besseren Schutz. Insbesondere vor Carrot (William Smith, ’Maniac Cop’) und seiner rabiaten Bande von Endzeit-Schlägern. Mit einer Extra-Mahlzeit und kubanischen Zigarren geködert, ist Carson bald Mitglied der Kommune und hilft, Anschläge von Carrots Leuten abzuwehren.
Doch Zwietracht, Neid und Egoismus innerhalb der Gemeinschaft wachsen zu einem zerstörerischen Trieb. Der Baron erkennt die Zeichen und schickt seine hochschwangere Tochter und einen Sack wertvoller Samen unter Carsons Schutz in den Untergrund von New Yorks alten U-Bahn-Stationen. Der Weg soll die beiden in Richtung Sicherheit führen, doch Carrots Männer sind ihnen längst auf der Spur…

Ja, in Yuls Armen da
fließen die Weiber dahin...
Mit ’The Ultimate Warrior’ kam 1975 ein Endzeit-Streifen von höherer Qualität, für den heute der eine oder andere Liebhaber sicherlich sein letztes Hemd weggeben würde. Regiesseur Robert Clouse, der wohl am besten dafür bekannt ist, Bruce Lees ‘Enter the Dragon’ inszeniert zu haben, konzentriert sich hier größtenteils auf Leben und Leiden innerhalb einer postapokalyptischen Kommune, die verzweifelt versucht, das bisschen ’Zivilisation’ zu behalten, das ihnen geblieben ist.
Sobald Yul Brynners Figur im Film auftaucht, steht der Glatzkopp im Mittelpunkt und das nicht von ungefähr. Sein einsamer Straßenkämpfer Carson ist sympathisch, mutig und cool. Was der Yul mit Messerli und Fäusten so anstellt, mag nach heutigen Verhältnissen zwar nicht mehr so grazil wirken, wie anno 1975, macht aber dennoch gewaltig was her.
William Smith’s (’Conans’ Papa) schurkische Präsenz ist ebenso erwähnenswert, wie Max von Sydows souveränes Spiel (Preisfrage: Schonmal ’ne schlechte Performance von v. Sydow gesehen?).
Die dreckigen, unfreundlichen Bewohner des New Yorks anno 2012 laufen durch überzeugende Sets (was für einen Endzeit-Film alles andere als selbstverständlich ist), die von Kameramann Gerald Hirschfeld (’Frankenstein Jr.’, ’Der Teufel auf Rädern’) in stimmigen Bildern eingefangen werden, welche übrigens von Spielbergs Leib- und Magen-Cutter Michael Kahn montiert wurden.
Die Musik ist gewöhnungsbedürftig, dafür ist das Ende ein echter Knaller (und seither einige Male kopiert worden).

...obwohl er bekleidet ist!

’The Ultimate Warriror’ mag nicht der ’ultimative’ Endzeit-Streifen sein, gehört aber sicher zu den besten dieser Kategorie. Überzeugende Schauspieler, glaubhafte Sets und vor allem einmalige Atmosphäre, in welcher der (bei vielen Filmen dieser Art schmerzlich vermisste) gewisse Funke überspringt. Hand drauf!

Hudson