13 [Tzameti]



Originaltitel: 13 (Tzameti) (2005) Regie & Drehbuch: Géla Babluani
Darsteller: George Babluani, Pascal Bongard, Aurélien Recoing FSK: unbekannt


Wenn es aus Hollywood klingt: ’Ein Remake des neuen (natürlich ausländischen) Filmes ’XY’ ist in der Mache’, dann ist das meist ein Anzeichen dafür, dass der Film entweder besonders gut oder besonders erfolgreich war.

Wie erfolgreich ’13’ wo auch immer war, kann ich nicht sagen. Dass er gut ist aber schon.

Er ist jung und braucht das Geld
Frankreich: Der junge, georgische Dachdecker Sebastien, der für sich und seine Familie die Brötchen verdient, arbeitetet am maroden Haus eines älteren Herren und kommt nicht umhin, einige Gespräche desselben mitzuhören. Scheinbar erwartet der Herr eine größere Summe Geld. Als der Alte dann an einer Überdosis Morphium stirbt, findet Sebastien einen Brief, der genaue Instruktionen enthält, von denen der arme Einwanderer glaubt, sie seien eine Schatzkarte zum besagten Geld. Er folgt den rätselhaften Anweisungen, macht Kehrtwenden, schlägt Haken, wird unwissend von der Polizei verfolgt und schließlich von den Hintermännern der mysteriösen Post aufgegabelt, durchsucht und in ein altes, abgeschiedenes Herrenhaus mitten im Wald gebracht. Was ihn hier erwartet…

…das müsst ihr schon selber sehen. Denn jedes weitere Wort wäre ein sträflicher Spoiler (das hat schon der Trailer gekonnt verkackt. Schaut euch den bloß nicht an, wenn ihr vorhabt, den Film zu sehen!) Freilich ist es schwierig, genauer auf ’13 [Tzameti]’ einzugehen, wenn ich nun gute zwei Drittel und damit den Löwenanteil des Plots außen vorlasse. Sagen wir diesbezüglich einfach, dass dem Zuschauer ein nervenaufreibend mörderisches und beinahe abartig spannendes Kammerspiel präsentiert wird, das dieser so schnell nicht aus dem Kopf bekommen dürfte.
Den Freunden des Blutes kann ich an dieser Stelle gleich eine Abfuhr erteilen. Der Terror findet im Kopf statt und macht es sich dort bequem… nein unbequem! Die größtenteils unbekannten Schauspieler agieren wie Profis und werden von Regisseur Géla Babluani in schwarz/weißen, sehr ruhigen und doch beunruhigend emotionalen Bildern und zu bedrohlicher Musik ihrem Schicksal überantwortet.

Die Hand an der Waffe

’13 [Tzameti]’ ist nichts für schwache Gemüter, aber eine Delikatesse für vom Mainstream-Thrill übersättigte Fans dramatischer Hochseilakte.

Hudson