Der Mann mit den zwei Köpfen


‘This brain wants to LOVE...this brain wants to KILL!’


Originaltitel: The Incredible 2-Headed Transplant (1971)
Regie: Anthony M. Lanza Drehbuch: James Gordon White, John Lawrence
Darsteller: Bruce Dern, Pat Priest, Casey Kasem FSK: unbekannt


It's a mad, mad, mad, mad science

Das Mad-Scientist-Subgenre war schon immer eines der ulkigsten. Aus der Taufe gehoben vom allmächtigen Godfather Dr. Frankenstein (nicht zu verwechseln mit seinem Monster oder dessen japanischem Äquivalent Furankenshutain!), folgten bald immer irrere Typen, die im Namen der Wissenschaft immer groteskere Experimente ankurbelten.
Bei ’Der Mann mit den zwei Köpfen’ ist es ein gewisser Dr. Gerard, der Schlangen und Hasen gerne einen zweiten Kopf transplantiert und schon lange davon träumt, das auch einmal bei einem menschlichen Wesen zu versuchen. Als der wahnsinnige Killer Manuel Cass aus der Haft entflieht und die Hausdame des Gerard Anwesens entführen will, kommt ihm der zurückgebliebene Buckelbruder und hauseigene Gärtner Danny in die Quere. Machen wir’s kurz: Ausgeknockt werden beide Kontrahenten von Dr. Gerard kurzerhand zu unfreiwilligen Testobjekten für seine wahnsinnigen Versuche. Und wenn sich der eine oder andere an dieser Stelle das Lachen schon nicht verkneifen kann, dann ist ihm oder ihr wahrscheinlich aufgefallen, was Dr. Gerard in seinem Eifer übersehen haben muss: Es ist keine gute Idee, einem senilen Schlürfriesen den Kopf eines irren Killers aufzuschrauben.


In der Hauptrolle sehen wir Bruce Dern (’Meine teuflischen Nachbarn’), der weniger durch Ausstrahlung punktet, als durch hanebüchene Erläuterungen und seine ewigen Versuche, zunächst die Experimente vor seiner Frau und später seine (gefesselte) Frau vor dem Sheriff zu verstecken. Dennoch zeigt Dern normalerweise weitaus wilderes Potential in anderen Rollen. Hier hätte mehr madness und ein bisschen weniger science durchaus gut getan. Albert Cole (’Angels' Wild Women’) als irrer Killerkopf auf der anderen Seite benimmt sich wie der Teufel im Gurkenglas. It’s a hoot.
Die Effekte um das zweiköpfige Ungetüm sind so käsig, wie es nur geht. In Close Ups glotzt Cole seinem Co-Star… äh Co-Körper über die Schulter, von hinten und aus der Entfernung kann man einen zauseligen Perückeneimer bewundern. Sieht man von den zahlreichen dramaturgischen und technischen Mängeln ab, kann sich der Film dank absurder Szenen das Label ’Unterhaltung’ bewahren. Wie passend, dass immer ein Auto voller knutschender Teenager griffbereit steht, wenn wankende Monster aus wabernden Sümpfen steigen. Und Rockerbanden, die von heißen Öfen mit Ketten und Springmessern angreifen.

Duo mit zwei Fäusten

Im Gegensatz zu ’Das Ding mit den zwei Köpfen’ mit Ray Milland, das ein Jahr später erschien, nimmt sich ’Der Mann mit den zwei Köpfen’ erstaunlich ernst und bringt so das Publikum gegebenenfalls ungewollt zum Lachen. Wer auf Trash aus den funkigen Siebzigern abfährt und ein Mad-Scientist-Diplom anstrebt, darf hier einen Blick mit einem Kopf wagen.


Hudson