Turtles II - Das Geheimnis des Ooze


‘Cowabunga, it's the new turtle movie.’


Originaltitel: Teenage Mutant Ninja Turtles II: The Secret of the Ooze (1991)
Regie: Harry Bromley Davenport Drehbuch: Kevin Eastman, Peter Laird & Todd W. Langen Darsteller: Paige Turco, Ernie Reyes Jr., David Warner FSK: 12


’These Ninjas are into
pepperoni & cheese’
Die ’Turtles’ haben nach ihrem Kino-Einstand nicht lange Zeit, auf der faulen Pizza abzuruhen, denn der “Eisenmützenmann Schröder“ (auch als ’Shredder’ bekannt) ist noch am Leben, kraucht aus dem Müllhaufen, in dem er mittlerweile entsorgt wurde und sinnt nach Rache. Mithilfe des ’Ooze’, jener radioaktiven Brühe, die auch einst aus vier putzigen Schildkröten die ’Teenage Mutant Ninja Turtles’ machte, will er seine alte ’Foot Gang’ etwas aufpeppen. Shredder lässt Professor Perry (David Warner) entführen, der das Zeug einst durch Zufall entwickelte und jetzt für den fiesen Warlord zwei Super-Mutanten kreieren soll. Zu diesem Zweck werden die beiden aggressivsten Tierchen herbei geholt, die sich in ganz New York finden lassen: Ein Wolf und eine Schnappschildkröte. Bald sind diese animalischen Vertreter des Grauens in noch grausamere Riesen-Wesen verwandelt worden, die ihren neuen Meister allerdings erst einmal mit einem zärtlichen “Mama?“ begrüßen. Während Shredder seinen neuen Günstlingen das Dasein eines waschechten Monsters näher bringen muss, suchen die Turtles, die mittlerweile bei ihrer Freundin, der Reporterin April O’Neil wohnen, eine neue Unterkunft. Dabei hilft ihnen der junge Keno, ein Martial Arts erprobter Pizza-Junge, der sich den vier grünen Ninjas nur allzu gerne anschließen will…

“Ihr seid verhaftet!”
“Bist du hier der Staubmilbenwärter?”

Nach dem Riesen-Erfolg des Originals war es nur eine Frage der Zeit, bis das Sequel herbeikasperte und wenn man bedenkt, dass es gerade einmal ein Jahr dauerte, sind die erzähltechnischen Makel und das insgesamte ’Husch, Husch’-Feeling des Films kaum verwunderlich. Ganz klar: Hier sollte möglichst schnell wieder einkassiert werden. Besser heute als morgen, denn dann könnten die Fans dem ’Turtles’-Hype ja schon entwachsen sein. Also alle nocheinmal zusammengetrommelt, die nicht anderweitig beschäftigt waren, jede Menge Sprüche (“Schmeckt nach Salamander-Fußnägeln.“), grüne Ninja-Action und ein Cameo von Frisur-Rapper Vanilla Ice (’Go Ninja, Go, Ninja, Go!’) zusammengeschnürt und fertig war der nächste Kassenhit.

“Hey, du Knilch, wir
hatten uns doch auf
ein Schwein & ein
Nashorn geeinigt!“
Paige Turco als neue April und Ernie Reyes Jr. (der kleine Prinz aus ’Red Sonja’) als Karate Kid Keno sind ganz putzig, allerdings fehlt Elias Koteas als Hockeyschläger schwingender Vigilante ’Casey Jones’, dafür hat Shredder einen neuen Hut. Die Turtles wurden wieder fachgerecht von den Effekt-Spezis vom ’Jim Henson Creature Shop’ gefertigt (Henson ist der Film auch gewidmet), doch ihre neuen Gegner, die beiden tumben Mutanten-Viecher Tokkar und Rahzar (“Hey, spielt ihr zwei nich in der ’Lindenstraße’ mit?“) spielen einfach nicht in der selben Liga wie die zwei kultigen Zeichentrick-Honks Bebop & Rocksteady.
Ganz böse wird’s zum Finale. Als die Show-Farce mit Vanilla Ice (der seine Konzerte gerne in der Nachbarschaft von Ninja Gangs abhält. Ganz ähnliche Geschichten hatte er damals der Presse ja auch schon im Hinblick auf seine Jugend aufgetischt!) ihren Höhepunkt erreicht hat (die Turtles hoppen eine Runde mit dem Rap Weißbrot auf der Bühne herum), kommt ein dermaßen unspektakulärer Showdown, dass man zweimal checken muss, ob nicht eine versehentlich geschnittene Fassung im Player steckt. Das kommt nicht gut, hat der Film bis dahin schließlich ohnehin mit einer schwächelnden Handlung zu kämpfen, die zwar durch nette Film-Zitate und den Einsatz von Ninja-Kampfwürsten (!!!) aufgepeppt wird, auf der anderen Seite aber mit repetitiver Action (stets mit albernen Comic-Sounds untermalt) und sich allmählich totlaufenden Spruch-Orgien (“Hey, läuft im Vierten nicht ’Ein Platz für Kröte’?“) zu kämpfen hat.

“Wir haben hier auch eine Laienbühne. Ich gebe immer den Hamlet.“
“Und ich den Kotelett!“

COWABUNGA light

Ich will ganz ehrlich sein, als ich ’Turtles 2’ damals im Kino sah, waren es 85 großartige Minuten für einen Dreizehnjährigen. Heute sehe ich das ein wenig anders. Unterhaltsam ist der Quatsch allemal, doch an den recht charmanten ersten Teil kommt ’Das Geheimnis des Ooze’ mit seinen allzu platten Kalauern, der seichten Story und dem ärmlichen Finale, trotz doppelten Budgets nicht heran. An der Popularität der ’Turtles’ rüttelte das schwächere Sequel nicht. Es gab genug Dreizehnjährige, die sicherstellten, dass es auch einen dritten Teil geben würde. Wer Comic-Prügeleien und Sprüche von unterm Kanaldeckel sucht, liegt hier sicher nicht falsch. Ein bisschen was von einem Dreizehnjährigen sollte allerdings noch in euch stecken.


Hudson