Turtles


‘Heroes in a half shell!’


Originaltitel: Teenage Mutant Ninja Turtles (1990) Regie: Steve Barron
Drehbuch: Kevin Eastman, Peter Laird, Bobby Herbeck & Todd W. Langen
Darsteller: Judith Hoag, Elias Koteas, Josh Pais FSK: 12


"Aaah, endlich mal was Gutes in der Glotze!"

Die Turtles. Helden der frühen Neunziger. Vernichter gewaltiger Pizzen. New Yorks animalische Ninjas. Was haben wir sie geliebt, als wir noch nicht einmal pubertäre Grützhirne waren. Und ja, diese Liebe ist noch nicht verflossen, sie pumpt immer noch in einem hinteren Eckchen unserer Herzen.

New York wird von einer neuen Welle von Kriminalität durchspült. Im Stile einer alten Ninja-Diebesbande des alten Japan, stehlen Jugendliche täglich auf’s neue Waren aller Art. Die Reporterin April O’Neil ist diesen durch und durch organisierten Delikten auf der Spur und bekommt bald persönlichen Ärger mit den Schergen des maskierten ’Foot-Clan’, der unter der Fuchtel des geheimnisvollen Meister Shredder agiert. In letzter Minute wird April von vier seltsamen Wesen gerettet, die ihr kurze Zeit später von deren Meister, einer sprechenden Riesenratte namens Splinter, vorgestellt werden:

Meet the Bad Guys!
Leonardo, Michelangelo, Donatello und Raphael sind durch eine radioaktive Substanz zu menschengroßen Schildkröten mit den Martial Arts-Fähigkeiten alter Ninja-Kämpfer, einem losen Mundwerk und Riesenappetit auf Pizza gewachsen. Die sogenannten ’Ninja Turtles’ sind nur allzu gerne bereit, der bezaubernden Reporterin bei ihrem Kampf gegen das neu organisierte Verbrechen beizustehen. Als Meister Splinter von Shredders Soldaten entführt wird, gehen die Turtles und ihr neuer Freund, der Straßenkämpfer Casey Jones nach kurzer Meditation auf Vollkontakt-Kurs…

“Ich glaube, Freunde, ihr habt noch nicht Kapitel 17 von ’Wie rubble ich des Feindes Ohren’ gelesen!“

Ja, die ’Turtles’ rocken immer noch so wie damals, als wir ’Turtle Power’ johlend aus dem Kino gehüpft sind. Für manche Dinge wird man halt nie zu erwachsen, schon gar nicht, mit einer Seite wie FilmFlausen.de.
Das legendäre Hong Konger Studio ’Golden Harvest’ ko-produzierte (u.a. mit ’New Line Cinema’) nach dem Erfolg der Comics von Kevin Eastman und Peter Laird (und dem nachfolgenden Cartoon) den unvermeidlichen Kino-Film mit einem eher moderaten Budget und hatte in den USA einen unglaublichen Kassen-Hit. Kritiker wie Roger Ebert moserten rum, aber die Kids (wie ich damals) liebten dieses ungemein amüsante Grimassen-Theater fragwürdiger Helden aus der New Yorker Kanalisation.

Whoa, 'ne Karatte!
Sieht man mal von ihrem hust*ehrenhaften*hust Ninja-Hintergrund ab, den sie mit aller versuchter Ernsthaftigkeit von Meister Splinter eingetrichtert bekommen haben, machen die vier schrägen Superschildkröten vor allem eins: Spaß! Hier werden Schurkenhäupter und alberne Sprüche gleichermaßen geklopft. Dabei haut vor allem die deutsche Synchro einmal wieder etwas zu sehr über die Stränge und verpasst auch eher dramatisch intensiveren Szenen etwas unpassende ’Oink Boink’-Geräusche, die in der Original-Version gar nicht vorhanden sind. Dem perfekten Comic-Feeling schadet das allerdings kaum.
Die Masken und Special Effects von Fachman Joe Digaetano (’Fleisch & Blut’) sind sehr gut gelungen und in den putzig designten Turtles-Kostümen stecken behende Stuntmen (u.a. Stunt-Boy Ernie Reyes Jr., der in der Fortsetzung eine eigene Rolle als Sidekick bekam).
Die menschlichen Nebendarsteller sind zwar des öfteren ebenfalls maskiert, doch vor allem Elias Koteas (’Der Musterschüler’) schenkt dem Film mit seinem ’Casey Jones’ eine herrliche Nebenfigur (die im schnell hinterher geschobenen Sequel leider fehlt). In einer Nebenrolle als Anführer der kriminellen Rotzblagen ist sogar der junge Sam Rockwell (’Per Anhalter durch die Galaxis’) zu sehen.

“Hey, hab ich dieses Haus nicht in ’Der aufgeschlitzte Bauch des Meister Wang Li’ gesehen?“

Wenn die Marshmallows ausgehen...

Fazit: Immer noch eine der besten Comic-Verfilmungen schlechthin. Alberne Action mit Herz, sprücheklopfende Ninja-Schildkröten mit Schmiss und dazu einfach eine Pizza und ein paar Bier. So dürfte sich ein perfekter Abend für Comic-Fans, B-Movie-Liebhaber und Flausköppe gestalten.



PS:

COWABUNGA!



Hudson