Tromeo & Julia


‘Body Piercing, Kinky Sex, Dismemberment.
The Things That Made Shakespeare Great ’


Originaltitel: Tromeo and Juliet (1996) Regie: Lloyd Kaufman & James Gunn
Drehbuch: Jason Green, James Gunn, Lloyd Kaufman & William Shakespeare
Darsteller: Jane Jensen, Will Keenan, Maximillian Shaun FSK: 18


TROMA GOES SHAKESPEARE!
And I go NUTS!

Macht uns den Erzähler: Lemmy!

Aber erst einmal: Herzlich Willkommen in der verdrehten, widerlichen und doch liebenswerten (naja, irgendwie) Exploiter-Welt von Lloyd Kaufman und Michael Hertz: Troma!
Wer schon mal einen Film der populären Trash-Schmiede begutachtet hat, der weiß also, was ihn erwartet (gesetzt den Fall jener Betrachter hat nicht nach 20 Minuten angewidert abgeschaltet).
’Stilecht’ in Akte unterteilt wird die Trash-Version der wohl berühmtesten Liebesgeschichte aller Zeiten von einem Erzähler vorgtragen. Diesen gibt kein geringerer als Lemmy Kilminster, Sänger der granatenstarken Monster-Rockband ’Motörhead’.

“Es war die Nachtigall und
nicht die Lerche.“
“Ääähm... Wat is los?"
Es herrschen Streit und Dünkel in den Straßen Manhattans.
Die Familien Que und Capulet sind verfeindet, seit der eine dem anderen das Geschäft (Porno-Film-Fabrik) und die Frau stahl und der andere dem einen irgendetwas ähnlich geschmackloses antat.
Als Julia Capulet (die auch mal gerne mit anderen Frauen züngelt) den jungen Tromeo Que (der am liebsten Pornos im Internet schaut) auf einer Kostüm-Party (Toxie und Kabukiman sind auch da!) kennenlernt, funkt es sofort.
Bei ihren Familien kommt das natürlich gar nicht gut an, vor allem die Capulets flippen aus, da Vegetarierin Julia demnächst ausgerechnet den Sohn vom Burgerking heiraten soll. Das weltberühmte Drama nimmt seinen Lauf… the TROMA-Way!

Yikes!
Shakespeare wäre gar nicht amused. Aber der war sicherlich auch kein Trash-Fan. Und diese werden ’Tromeo & Juliet’ feiern, als gäbe es kein Morgen. Kaufman und Hertz haben ihr Bestes gegeben, um auch wirklich jeden Trademark ihrer Schmiede in den klassischen Stoff zu mischen.

Nur Müll im Tv!
Neben den typischen Geschmacklosigkeiten (ein riesiger Monster-Penis schlüpft aus der Hose eines jungen Mannes, Party-Gäste naschen Menschenhirn, eine echte Eidechse frisst eine echte Maus und aus Julias angeschwollenem Bauch kommen Popcorn und Ratten geschlüpft) gibt es hier allerlei Beischlaf zu betrachten. Ergo: Brüste soweit das Auge reicht! Schon am Anfang gibt es ein Live-Nippel-Piercing, der alle anderen Flausköppe schreiend aus dem Raum getrieben hat. Bad Taste as usual!
Dazu die üblichen Verdächtigen (Ron Jeremy, Joe Fleishaker) in Cameos und Querverweise (’Subhumanoid Meltdown’!), sowie Referenzen bis zum Abwinken. Zwischendurch wird munter Meister Schakespeare zitiert, da kann man auch mal den einen oder anderen Dialog aus ’Richard III.’ hören. Außerdem gibt’s ein Wiedersehen mit dem einen Archiv-Stunt, den es schon in etlichen anderen Troma-Pictures zu sehen gab.
Die Schauspieler sind ausnahmsweise mal über dem Niveau der restlichen Kaufman-Schinken, was allerdings nicht viel zu bedeuten hat. (Hauptdarstellerin Jane Jensen ist übrigens nicht die Jane Jensen, die einstmal für Sierra tolle Computerspiele designte!) Musikalisch setzt man auf Rock. ’Motörheads’ ’Sacrifice’ ist bestimmt fünf mal zu hören.

NO fuckin' comment!

Fazit: Ein kunterbunter Schwachsinns-Schrott mit abgetrennten Gliedmaßen, Eiter, viel nackter Haut und Kuh-Gesichtern.
Ein Film für alle Freunde des schlechten Geschmacks und gegen alle steifen Anglistik-Dozenten und Zuckerpuppen, die glauben, dass Baz Lurmans Variante aus dem selben Jahr provokant war.



PS: Schaut euch ruhig mal die Credits an! Wo sonst werden nach dem ’Best Boy’ auch der ’Worst’ Boy (Adolf Hitler) und der ’Wurst Boy’ (James Powers) kreditiert?!

Nool