Troll


’Welcome to the World of...TROLL’


Originaltitel: Troll (1986) Regie: John Carl Buechler
Drehbuch: John Carl Buechler & Ed Naha
Darsteller: Noah Hathaway, Michael Moriarty, Shelley Hack FSK: 18


’Hogwarts voraus!’
O.K. der obligatorische ’Huch, die Familie in ’Troll’ heißt ja Potter!’ Gag wäre somit abgehakt. Kommen wir zum Plot:

Horny Little Bugger!
Familie Potter (HA HA!) zieht in ein neues Haus. Vater Harry (HA HA!!) Potter (Michael Moriarty, ’American Monster’) ist ein Buchautor (HA HA!!!), Sohnemann Harry Potter Jr. (HA… schluss jetzt!) ist ’Atreju’ aus der ’Unendlichen Geschichte’, Mutter Anne ist blond und Töchterchen Wendy wird vom titelgebenden Troll gekidnappt. Dieser nimmt sich Wendy’s Gestalt an und tyrannisiert fortan ihre Familie (“Haaaarrrr! Ich will RATTENBURGER!“) und den Nachbarn Dickerson (Sonny Bono, ja genau; der von ’Sonny & Cher’). Durch fiesen Trollzauber wird aus Dickerson ein zimmergroßes Waldstück gemacht (!), aus welchem weitere kleine, matschige Trollis (sogar ein ’Schweinemaskentroll’!) schlüpfen. Diese Methode wird dann auch bei den anderen Nachbarn angewandt und schon ist das Haus voller kleiner Monster, die Musical Nummern aufführen (!!).
Als Harry Jr. hinter das Geheimnis seiner Schwester kommt, ist es schon zu spät. Helfen kann ihm jetzt nur noch die Hexe Eunice St. Clair, die zufällig auch im Haus wohnt (und auf deren Schreibtisch ein Grimassen schneidender Champignon lebt!!!)…

’TROLL’, des Wahnsinns erster Teil fällt schon mal insofern aus der Reihe, da er a) nicht von einem Italier gezimmert wurde und b) tatsächlich brauchbare Titelmusik und c) Effekte besitzt.

Sonny hat das mit Cher
nie ganz überwunden!
Mit Michael Moriarty ist dann auch noch ein gestandener B-Star dabei, der schon einige Larry Cohen Filme, wie ’American Monster’ oder ’Wiege des Teufels’ mit seiner Performance veredelt hat. Auch die weiteren schauspielerischen Leistungen sind erstaunlich akzeptabel für einen Film dieser Katergorie. Vor allem ’Lost in Space’ Mama June Lockhart geht in ihrer Rolle als liebenswerte Hexe auf.
Das der Film sprichwörtlich ’nicht alle Latten am Zaun hat’, brauche ich nach der Inhaltsangabe wohl nicht hinzufügen. Phantasielos ist er jedenfalls nicht und witzig allemal (Michael Moriarty geht zur Rock-Version von ’Summertime Blues’ ab!). Neben den Matsch-Monstern (uriger Gummi-Gargoyle!) lauern auch alberne Dialoge (“Sie müssen Harry’s Vater sein. Kein Wunder, dass er sich für Monster-Filme interessiert.“ “Oh reizend! Sie hätten mich mal vor dem Rasieren sehen sollen!“) in dem geheimnisvollen Mietshaus, das sich am Ende als Portal in eine alte Welt entpuppt. Da glaubt man kaum, dass die Macher für den unfassbar blöden ’Herrscher der Hölle’ verantwortlich gewesen sind.

"Ja, mach's dir schonmal bequem,
denn gleich komm ich: TROLL!"

’Troll’ ist objektiv gesehen der beste Teil der Saga und (trotz blödsinniger 18er Freigabe) ein Spaß für Jung und Alt, mit Abstrichen. .... Zitiert mich bloß nicht!

Hudson