Traumdämon - Dream Demon


‘Two women trapped in a savage nightmare...’


Originaltitel: Dream Demon (1988) Regie: Harley Cokeliss
Drehbuch: Harley Cokeliss & Christopher Wicking
Darsteller: Jemma Redgrave, Kathleen Wilhoite, Timothy Spall FSK: 18


Sau mir bloß den Fummel nich ein!
Hochzeit. Wir sehen Braut und Bräutigam (Schmierlappenschönling in Uniform) vor dem Altar stehen. Die Gäste sind gespannt, der Pfaffe wartet. Plötzlich sagt die Braut, sie könne ihn nicht heiraten. Das findet er natürlich extrem spitze und reagiert entsprechend angefressen. Nach einem kurzen Wortgefecht setzt es eine saftige Backpfeife für die strahlend weiße Braut. Sie schaut kurz dumm aus der Wäsche, holt aus und erwidert die Backpfeife... welche dann auch direkt den Schleimerschädel vom Rumpf trennt! Die Braut ist entsetzt und nicht mehr so ganz weiß, das Blut spritzt aus dem Rumpf bzw. dem Hals des Bräutigams und die Gäste sind entsetzt. Schreiend läuft die Braut nach draußen wo sie auch direkt von Journalisten in Empfang genommen wird... und dann... wacht sie auf. Alles nur geträumt. Das sind die ersten 2-3 Minuten von ’Dream Demon’, der 5. Regiearbeit des Briten Harley Cokeliss. Dieser hatte zu diesem Zeitpunkt (1988) schon einen beachtlichen Referenzkatalog in der Hinterhand. So hat er beispielsweise die beiden Sci-Fi Actioner ’Black Moon’ und ’Der Kampfkoloss’ gedreht, außerdem war er scheinbar Second Unit Director bei ’The Empire strikes back’!

Hackfresse und Torfnase
Back to the flick: Diana, ihres Zeichens Mauerblümchen mit Ambitionen, einen Kriegshelden zu heiraten, hat ein Problem. Alpträume. Ganz und gar unschön reißen unsere Protagonistin Nacht für Nacht aus dem Schlaf. Da ihr Machomacker, ein Pilot und Kriegsheld des Falklandkrieges, die meiste Zeit nicht anwesend ist, muss Diana weitestgehend allein damit fertig werden. Dazu kommen noch zwei widerliche, stalkende Papparazzi die auf recht aufdringliche Art und Weise Einblicke in ihr Privatleben erhaschen möchten... vorzüglich dargestellt von Timothy Spall (’Gothic’, ’Last Samurai’, ’Harry Potter 3 & 4’, ’Sweeney Todd’) und Jimmy Nail (’Star Cracks’, ’Das Tier II... STIIIIIIIRRRBAAAAAA!!!’). Letzterer wird euch wahrscheinlich noch am ehesten als One-Hit-Wonder der frühen Neunziger in Erinnerung geblieben sein ("Ain't no doubt").
Vor diesen beiden Journalistenrowdys rettet sie Jenny, eine geheimnisvolle Asibraut im Gruftilook. Die beiden verstehen sich gut und versuchen gemeinsam die Ursache für für Dianas Alpträume zu finden, denn scheinbar ist auch ihre Psychiaterin nicht in der Lage zu helfen...

Barbie presents:
'Cracknuttenbarbie'
Und so geht's dann weiter mit den Aplträumen. Kleine Mädchen im Engelskostüm, Feuer, getötete Journalisten, Wände, die aufbrechen und aus denen Blut und Gedärme austreten, Fäuste durch Schädel usw.. Eine nette Ansammlung bizarrer Geschehnisse. Später sind wir dann schlauer und wissen, was es mit Jenny auf sich hat und warum sie der Auslöser für Dianas Alpträume ist. So endet das Ganze zwar ein wenig vorhersehbar, was dem Film insgesamt aber nicht wirklich schadet. Dafür hat man immer mal wieder schicke, bizarre Traumsequenzen und feine Splattereffekte eingebaut. Das sieht lecker aus und hält bei Laune. Schade ist nur, dass die Hauptdarsteller wohl niemandem im Gedächtnis bleiben. Nur die beiden Pressespacken, vor allem Timothy Spall, sind wirklich richtig gut. Der darf nämlich auch gleich als erster im Traum sterben und streunt daraufhin als halbverwestes Ekelpaket durch Dianas Träume. Später gesellt sich dann noch sein Kollege dazu, dessen Aussehen sich ebenfalls den alptraumigen Gepflogenheiten anpasst. Wirklich cool.

Na dann mal guten Hunger, wa...

Viel schlechtes kann ich an ’Dream Demon’ nicht entdecken. Mich hat er wirklich angenehm unterhalten. Cokeliss hat sich allerdings ziemlich stark von den "großen" Filmen seiner Zeit beeinflussen lassen, vor allem von ’Nightmare on Elmstreet’ aber auch ’Hellraiser ’ und diversen Italo Giallostreifen. Das macht ihn nicht originell, aber es bleibt ein solider, zeitweise wirklich guter Psycho-Horrorstreifen. Ein Film mit Höhen aber auch einigen Tiefen. Er ist zwar leider kein wirkliches Highlight, dennoch sind die Höhen absolut sehenswert. Durchaus anschaubar.


Goatscythe