Trancers 4


‘Der Engel des Todes ist zurückgekerht...
...und sein Name ist Jack’


Originaltitel: Trancers 4: Jack of Swords (1994)
Regie: David Nutter Drehbuch: Peter David
Darsteller: Tim Thomerson, Stacie Randall, Ty Miller FSK: 18


‘Full Moon’ – Für Manche ein Name wie Sommerduft, der von fernen Hängen lieblicher Schrottberge zu Tale schwebt, um sich in den Nüstern des geneigten B-Movie-Fans festzusetzen. Neben etlichen Grotten-Stücken kam auch immer mal etwas Brauchbares aus Charles Bands Produktions-Stätte. Dazu gehört sicherlich auch die schrullige ’Trancers’-Reihe (sans ’Part Trois’).

Obwohl Trancer-Jäger Jack Deth seine Dämonen besiegt hat, bleibt sein Leben nicht langweilig. Momentan arbeitet der gute für den Großen Rat (wir erinnern uns! … tun wir doch, oder?), springt die Timeline rauf und runter und sorgt dafür “…dass alles in der richtigen, chronologischen Reihenfiolge bleibt.“ (logo, oder?) Von seinem tierischen Kumpel Shark aus dem Vorgänger ist nur noch der Kopf übrig (schade, der war ja noch das Witzigste in ’Trancers 3’).

Jemand muss Jack sagen
dass der Knabe schon tot ist!
In der Zwischenzeit hat sich natürlich einiges geändert. Seine Frau bumst jetzt zum Beispiel mit seinem Chef (Stephen Macht, ’Galgameth’). Andere Sachen hingegen bleiben, wie sie waren. So bekommt ein stürmischer Nebenbuhler in einer Bar gleich von Mr. Deth die Prezel lockig gehauen.
Einen neuen Job hat unser Held natürlich auch bald am Mantel. Erneut soll er die Zeitleitung kitten, was jedoch aufgrund eines technischen Defekts ordentlich in die Hose geht.
Deth landet in einer mittelalterlichen Wald- und Wiesen-Fantasywelt, wo er gleich die Gelegenheit hat, eine holde Maid aus den Klauen eines Trancers zu retten. Es schaut aus, als gehören hier alle Adligen zu Deth’s alten Erzfeinden. Ihr Ober-Molch ist Schnösel Caliban, der seinen Sohn Prospero ebenfalls in einen Trancer umwandeln will. Da hat Sohnemann allerdings etwas dagegen, schließlich will er in die Chroniken von Castle Trash-Skull als Good Boy eingehen. Als Deth auf diesem Spielfeld der Kabale auftritt, wird’s richtig verrückt…

“Mehr Spielsachen haben sie nicht auf Lager?
“Hätte ich mehr Zeit gehabt, hätte ich ihnen eine aufblasbare Puppe gemacht, die so aussieht wie ich.“
“Zu schade. Dann hätte ich ein bisschen von ihrer heißen Luft ablassen können.“

Trancers meets Fantasy? Warum nicht….

Meinten die das als sie von
‘Mantel & Degen‘ sprachen?
Schließlich hatte das ein Jahr zuvor mit ’Army of Darkness’ auch fabelhaft funktioniert. Also ein paar alte Burg-Kulissen und Medieval-Roben von Roger Corman ausgeborgt, den in die Jahre gekommenen Thomerson aus der Versenkung geholt und einen Frachter nach Transylvanien gechartert (grüne Bäume, preiswerte Schausteller). Und wenn auch die Sets lachhaft, die Story geklaut und die Effekte schlampig sind:
Thomerson delivers! Mit seinen Sprüchen, der ’Stehaufmännchen’-Attitüde und eimerweise Humor in der Westentasche bringt er seinen Fans die charmant rauhe Show, die sie von ihm erwarten. (“Ein Scotch!“ “Wie hätten sie ihn gern?” “Intravenös.“)
Schade nur, dass Band und seine Pappenheimer dem Thomerson keine ebenbürtigen Akteure zur Seite stellten. So wirkt die Affäre immer langatmig und forciert, wann immer er nicht in der Szene rumulkt. Hinzu kommt, dass der Film quasi mittendrin aufhört, weil ’Full Moon’ vom Back-to-Back gedrehten Sequel auch noch ordentlich eincashen wollten.

Achja: Trancers sind jetzt Vampire!

Fazit: Starker Einstieg, schwacher Rest. ’Trancers 4’ schippert unter dem Durchschnitt. Nur Thomerson kann hier einiges reißen, wenn auch nicht genug, um den Karren aus dem Dreck zu ziehen. Für ’Trancer’-Fans und die üblichen B-Movie-Verdächtigen sicher annehmbar.

Hudson