Toys – Tödliches Spielzeug


‘He's Home... But He's Not Alone.’


Originaltitel: Silent Night, Deadly Night 5: The Toy Maker (1991)
Regie: Martin Kitrosser Drehbuch: Martin Kitrosser & Brian Yuzna
Darsteller: William Thorne, Jane Higginson, Mickey Rooney FSK: 18


Hug me, Amadeus
Es ist Heiligabend. Der kleine Derek schleicht aus seinem Zimmer und stöbert im Wohnzimmer herum, während seine Eltern den ehelichen Pflichten im Schlafzimmer nachkommen. Derek entdeckt ein besonders interessantes Päckchen mit der Auschrift ’Nicht vor Weihnachten öffnen’. Welchen besseren Grund gibt es, das Ding auszuwickeln und abzuchecken. Doch Daddy macht dem Kleinen einen Strich durch die Rechung und schickt ihn ins Bett. Auch diese Anweisung befolgt Derek nicht direkt, so kann er gerade noch mitansehen, wie sein Vater von dem verpackten Spielzeug getötet wird.
Kurze Zeit später kommt es zu weiteren Vorfällen in der Nachbarschaft. Tödliches Spielzeug fällt harmloses Volk an und der kauzige Spielzeughersteller Joe Petto und dessen seltsamer Sohn Pino (mal kurz im Märchen-Gedächtnis rumkramen, liebe Leser) haben ganz sicher etwas damit zu tun…

Mickey Rooney
schon entdeckt?
Die ’Silent Night, Deadly Night’ Reihe ging mit ’Toys - Tödliches Spielzeug’ in die fünfte Runde und wie schon bei den Vorgängern, versuchte man hier etwas Abwechslung in den Slasher-Alltag zu bringen. Das Thema Weihnachten wurde zwar beibehalten, doch geht es heuer nicht um einen wahnsinnigen Xmas-Schlitzer oder einen Höllendämon, sondern halt um auf Killermaschinen geeichtes Spielzeug, wie wir es schon von der Demonic Toys’-Reihe kennen. Mickey Rooney, Hollywoods fleischgewordenes Altpapier, spielt den Toymaker recht knuddelig, die restlichen Schauspieler kommen aus dem Casting-Büro für typischen Neunziger-Horror (Cameo von Clint Howard). Storytechnisch hat man sich einige Irrungen und Wirrungen einfallen lassen, die den Zuschauer bis zu Beginn des letzten Drittels kräftig miträtseln lassen, was nun eigentlich wer hier von wem will. Die Auflösung leuchtet dann ein und kommt in Begleitung eines knalligen Finales, dessen Effekte von Trickspezi Screaming Mag George (’Arena’) zu den Highlights des Films gehören. Seine tödlichen Spielzeug-Kreatinen sind einfallsreich und absurd genug, um ’Toys’ zwischendurch aufkommende Längen und grobschlächtiges Schauspiel zu verzeihen.

Naughty Santa!

Fazit: Effektreicher Spielzeug-Horror aus dem Trödelladen der Branche. Nix, wofür man ein Date, einen Kaffeklatsch oder einen Bowlingabend sausen lassen sollte, aber mit den richtigen Leuten und den entsprechenden Biermengen dürfte der Groschen irgendwann fallen.



PS: Mickey Rooney war anno 1984 einer der lautesten Kritiker an der Schändung des Weihnachtsgedankens durch den ersten Teil dieser Reihe. Im fünften spielt er eine Hauptrolle. Hollywood ist dick und doof.

Hudson