Tot & Begraben


‘It will take your breath away... all of it.’


Originaltitel: Dead & Buried (1981) Regie: Gary Sherman
Drehbuch: Ronald Shusett, Dan O'Bannon, Jeff Millar & Alex Stern
Darsteller: James Farentino, Melody Anderson, Jack Albertson FSK: 18


(Fast) Tot & (bald) Begraben
Hinter der gemütlichen Fassade des kleinen Fischerortes ’Potters Bluff’ lauert das unbeschreibliche Grauen. Nachdem es immer öfter zu seltsamen Zwischenfällen mit Todesfolge für Stadtfremde, Anhalter und Durchreisende kommt, beginnt Sheriff Gillis herumzuschnüffeln und macht bald in der unmittelbaren Nachbarschaft unerfreuliche Begegnungen mit Leuten, die eigentlich schon tot waren…

Ja, ich weiß. Diese lahmärschige Inhaltsangabe sagt so gut wie gar nichts.
Doch ausnahmsweise war das auch meine Intention. Denn je uninformierter man sich ’Tot und Begraben’ zu Gemüte führt, desto ungemütlicher wird’s (ja, im positiven Sinne).
’Dead and Buried’ (Originaltitel) wurde nach einem Drehbuch der ’Alien’-Autoren Ronald Shusett und Dan O’Bannon von Gary Sherman (Regisseur des exzellenten britischen Horrorschockers ’Raw Meat’) inszeniert.
Je tiefer man in den Film hineingerät, desto vertrackter und aussichtsloser wird die Situation. Scheinbar jeder ist in der mysteriös-abartigen Verschwörung verwickelt. Parallel dazu steigert sich auch die drastische Darstellung der scheußlichen Tötungsarten durch die Hände der offensichtlich okkultistisch motivierten Einwohner (u.a. Robert Englund).

Nurse Hatchet
Bei jenen Szenen schlägt das Genie von Practical Effects-Legende Stan Winstons zu. Seine exzellenten Puppen und deren Zerstörung lassen auch hartgesottenen Zuschauern das Blut in den Adern gefrieren.
Doch bei ’Dead & Buried’ geht es nicht vornehmlich um fiese Effekte, sondern um eine bedrohliche Grundstimmung, die bereits in der Eröffnungsszene etabliert wird und den Film bis zu seiner schockierenden Auflösung begleitet (und ich bin selten schockiert, wenn es um Twistendings geht!). Eingefangen wird die dichte Atmosphäre in ’Potters Bluff’ (das nicht von ungefähr an ’Bodega Bay’ aus Carpenters ’The Fog’ erinnert) mit ihren nebelverhangenen, abgedunkelten Bildern von Kameramann Steven Poster, der ein Jahr zuvor noch den Grottenschocker ’Blood Beach’ fotografierte und sich 20 Jahre später zum Leib und Magen-Kameraonkel von Regisseur Richard Kelly (’Donnie Darko’) mauserte.

Landstreicher? Untote? Illuminati?

Kaum zu glauben, dass der Film von Sherman ursprünglich als schwarze Horrorkomödie angedacht war. In der jetzigen Form gibt es bei ’Dead & Buried’ jedenfalls nichts zu lachen, sondern satte 90 Minuten Terror und finsterstes Schockkino pur, das mit drastischen Effekten und packender Atmo zweifellos auch einige moderne Filmschaffende inspiriert hat und aus dem Wust hirnloser Horrorgurken wie ein Leuchtturm den Strand des Grauens erhellt.
Für Horror-Fans, Suspense-Liebhaber und Gore-Groupies gleichermaßen ein Muss.


Hudson