Top Mission



Originaltitel: Top Mission (1987)
Regie: Godfrey Ho Drehbuch: Benny Kung
Darsteller: Alphonse Beni, Kurt Eberhard, Mike Smith FSK: 18


World Class Posing

Bruce Bennett, seines Zeichens C.I.A.-Schlägel und Anti-Florist, schießt grad mit ‘ner Pumpgun in eine nahegelegene Baumgruppe (fragt nicht), als das Telefon klingelt. Sein Boss Noble ist dran, er hat einen Auftrag. Eine Top Mission, wie’s der Titel so schön sagt. Als Bruce und sein Partner Lester (Alphonse Beni), seines Zeichens schwarzer Liebeshengst und Sprücheklopfer, bei Noble aufkreuzen folgt das knappe Briefing.
Ihr ehemaliger Kollege Mike hat die Seiten gewechselt und nun eine eigene kleine Terror-Organisation ins Leben gerufen. Dass kann Noble unter keinen Umständen dulden, also werden Bruce und Lester, ihres Zeichens ehemalige beste Freunde Mikes, auf die Fährte des Überläufers geschickt. Nachdem die beiden Mikes Gesinnung noch einmal persönlich überprüft und kommentiert haben (“Du hast sie doch nicht mehr alle Mike. Dir hamse doch ’nen Strumpf geklaut!“), lässt der frischgebackene Terrorchef diverse Anschläge auf seine ehemaligen Kumpis verüben und kidnappt einen Wissenschaftler samt Familie, auf dessen Pläne einer supergeheimen Laserwaffe er scharf ist. Währenddessen bricht ein Haufen Verbrecher aus einem Dorfknast aus und kidnappt ein Passagierflugzeug… was natürlich mit dem Rest der Handlung nichts zu tun hat.

“Man, Baby du hast Nippel wie Kippschalter.“

Grimassen Shootout Action Deluxe

Godfrey Ho (aka Henry Lee, yeah right) meets Alphonse Beni. Ein Treffen der Trash-Trantüten.
Wieder einmal (schließlich haben wir es hier mit einem Streifen der Filmark Company zu tun) werden zwei Handlungen nebeneinander her geschleift, die nichts miteinander zu tun haben und bei denen sich während der ersten Hälfte noch nicht einmal die Mühe gemacht wird, sie per Synchro oder anderer Kniffe aus Hos Cut & Paste-Trickkiste zu verbinden.
Dafür streckt er sein Patchwork-Filmchen mit eimerweise Brutalität, Softporn-Einlagen, Musik, die zuweilen klingt, als wär sie aus den alten ’Masters of the Universe’-Hörspielkassetten geklaut (kein Witz!), kunterbunter Ninja-Bekleidung (ein Ninja-Film ist’s trotzdem nicht) und dem exzessiven Einsatz einer seiner Lieblings-Einstellungen…

Der Mann vor den zwei Telefonen

Zu allem Übel konzentriert sich der Film ab der zweiten Hälfte (vor dem obligatorischen Shoot Out-Finale) auf das ’große Drama’ der Flugzeugentführung, was Actiontrash-Fans ziemlich gegen den Strich gehen dürfte.
Alphonse Beni, bekannt aus französischen Erotik-Klitschen und Action-Trash der Marke ’Terror Force Kommando’ stellt hier eindrucksvoll unter Beweis, dass er von Schauspiel so viel versteht, wie ein Meerschweinchen vom Jagen, reißt ein paar schlechte Sprüche (“Komm runter zur mir. Küss mir den Werwolf.“) und ballert sich später in voller Kampfmontur durch den Dschungel, während sein Partner (gespielt von Mike Smith, im wohl homoerotischsten Top der zeitgenössischen Ninjafilmgeschichte) lieber auf Papayas und Bäume schießt (ich sagte doch, fragt nicht).
Der deutsche Verleih versuchte sich hier übrigens an einer unter der Gürtellinie platzierten Schnoddersynchro und scheiterte genauso gnadenlos, wie Godfrey Ho bei der Inszenierung.

“Ihr dämlichen Nachgeburten, ich hätte wissen müssen, dass ich nur Krüppel schicke.“
“Aber Paps…“
“Halt die Klappe, du blöder Teebeutel.“

Siskel & Ebert wären anderer Meinung...

Fazit: Schrott im Quadrat, mit sleazigen Sexszenen, schlechten Sprüchen, einer Extraportion Gewalt, die so gar keinen Spaß machen will und Alphonse Beni in der Hauptrolle. Das sollte reichen. Und damit meine ich: Hartgesottene Trashfans dürfen. Der Rest darf sich entschuldigen lassen… und sollte es auch.


Hudson