Im Todesnetz der gelben Spinne



Originaltitel: Wu du tian luo (1978) Regie: Yuen Chor
Drehbuch: Kuang Ni
Darsteller: Hua Yueh, Lieh Lo, Li Ching FSK: 16


“Großmeister, der Familien-Clan der fünf Gifte ist nicht mehr so berühmt wie früher. Die Territorien von Meister Skorpion und Kröte wurden schon von anderen übernommen. Wenn wir unsere Macht nicht demonstrieren, blicken die anderen Boxer auf uns hinab!“

"Zu Hülf! Die berüchtigte rote gelbe Spinne!"
Der Clan der fünf Gifte ist sehr bedacht darauf, ihre Geheimwaffe (die tödliche Spinne der fünf Gifte) in Sack und Tüten zu halten, da deren Gift allzu großes Zerstörungspotential birgt. Der Anführer des untergeordneten Schlangen-Clans plant jedoch durch Missbrauch der Spinne beim Fest von Wudang alle Beteiligten samt Ländereien zu unterjochen. Dies können die ’Drei Heiligen von Wudang’ nicht zulassen. Selbst wenn diese drei nur ein Mann namens Fei sind. Dieser begibt sich auf eine gefahrvolle Reise voll waghalsiger Abenteuer, hinterlistiger Intrigen und tödlicher Fallen. Aufs Maul gibt’s natürlich auch. Dabei erhält dabei ausgerechnet von der Tochter des Clanführers Hilfe…

“Diese Spinne ist nicht zu besiegen. Hahahahahahahahahaha!“

"Nein, ich bin die Spinne!"
Mit ’Im Netz der tödlichen Spinne’ liefern die Shaw Brothers einen weiteren farbenfrohen Martial Arts/Fantasy-Mix vollgestopft mit einfallsreichen Sets, pyrotechnischem Budenzauber, prachtvollen Kostümen und zu viel dramatisches Hin und Her diverser Oppositionen, als es dem Film letztendlich gut tut. Die thematische Mischung aus Liebe, Verrat, Machtgier und Handkanten-Philosophie hätte besser funktioniert, wenn die Dosierung ’von jedem etwas’ und nicht ’von allem mehr’ gelautet hätte.
Die Ausstattung macht einiges her und die kunterbunten Effekte dürften vor allem Fans flausiger Kost ansprechen. Höhepunkt ist eine brüllende Vogelspinne, die Rauchschwaden spuckt, welche sich schließlich in grobe Stricknetze verwandeln.
Neben Wuxia-Ikone Lo Lieh (’Saufbold und Raufbold’) in der Rolle des fiesen Clanführers, sind hier die üblichen Shaw Verdächtigen jener Zeit, wie Shen Chan (’Five Element Ninjas’), Feng Ku (’Der Koloss von Konga’) und Lili Lilili (’Der Dampfhammer von Send Ling’) zugegen. Von den Darstellern wird einiges abverlangt und sie legen sich auch ordentlich ins Zeug. So richtig folgen will man ihrer Odyssee durch die Hochs und Tiefs der Geschichte von magischem Hokus Pokus und chinesischem Boxer-Latein jedoch nicht.

"Du spinnst! ICH bin die Spinne!"

Wer sich den Film aufgrund der fesch choreographierten Schwertkämpfe und Martial Arts-Einlagen anschauen will, muss einiges an Dialogen und Story-Wirrwarr überstehen. Somit ist ’Im Netz der gelben Spinne’ nicht bedingungslos zu empfehlen. Die treuen Fans der Shaw Epen werden hier aber genau so gut bedient, wie neugierige Quereinsteiger mit Lust auf fantastisches Kung Fu-Treiben.


Hudson