Todeskuss der Schlange



Originaltitel: Kiss of the Serpent (1988)
Regie: James Ingrassia Drehbuch: Hella Wahnsinn
Darsteller: Jeff Greenman, Murray McDougall, Chris Moore FSK: 18


Wenn schlechte Filme hohe Töne produzieren würden, könnte ich mir nach dem ’Genuss’ von ’Todeskuss der Schlange’ den Glaser ins Haus bestellen.

“Ich möchte einen Moment allein sein, damit ich weiß, was Wirklichkeit ist… und was nicht.“

Cheers!

Der Plot: Ein Wissenschaftler, der einem Schlangenkult angehört, wird bei einem ’Feuerwerksangriff’ einiger Jugendlicher am 4. Juli getötet. 8 Jahre später schippern eben jene Bratzen mit einem Boot auf den Ozean hinaus, um auf einer unbekannten Insel Schiffbruch zu erleiden. Es ist die Insel des Schlangenkults und ein debiler Insulaner in voller Manitou-Montur faucht in sein LSD-Lagerfeuer: “Alle müssen sterben!“
Die Darsteller: Stone-Washed-Jeans tragende Mittzwanziger, die den Großteil der Laufzeit nackt vor der Linse verbringen. Diese Knallchargen als untalentiert zu bezeichnen, wäre eine Beleidigung für alle untalentierten Schauspieler. Hätte man jegliche Discotrottel aus diversen US-amerikanischen Vorstädten akquiriert, um einen Film zu drehen, wäre ein qualtitativ hochwertigeres Stück Schund dabei herausgekommen. Ganz im Ernst: Diese Gestalten muss man aus einem minderwetigen Parallel-Universum importiert haben, so schlecht sind sie.
Die Synchronisation: Ja, die Synchronsprecher sind höchstwahrschinlich aus der gleichen Parallel-Dimension engagiert worden. Das zum Besten gegebene Gelaber ist so unglaublich dilettantisch, dass kein Vergleich der Welt ihm auch nur annähernd gerecht würde. (Höhepunkt der Synchro-Kunst ist die Performance eines Songs namens “Und so zieh’n wir mit Gesang in ein neues Restaurant.“)

Nein, es ist kein riesiges,
schwarzes, gefülltes Kondom!
Die Dialoge: “Oh Scheiße, wer hat diesen Müll hier besorgt, der gehört als Sand in die Eieruhr.“ “Ooaaah, oahh. Beherrsch dich Jeff, nur einmal.“ “Wegen euch beiden Tussis? Uaahahahahahaha!“
Die Musik: 80er-Schmalz und Buhu-Gesäusel. Das wäre nichts Neues, wenn man es hier nicht irgendwie geschafft hätte, beides zur gleichen Zeit ins Geschehen einzuspielen.
Die Mordwaffen: 1.) Ein Schlangenkopf aus Weichgummi mit einer ’Zahnklinge’, den sich der Killer wie einen Handschuh über die Pfote zieht. 2.) Eine Armbrust mit Schlangenkopf-Pfeilen. Sehr effektiv, wenn man auf’s Auge zielt!
Die Effekte: Blutlachen und eine obskure Mensch-Schlange-Transformation, deren Resultat in Form einer Supertrash-Version von ’Rattlor’ (ja, die ’MotU’-Figur) Unruhe stiftet.
Die Nebenhandlung: Ein dicker, schielender Polizei-Captain und sein doofer Kollege versuchen auf dem Festland einige Morde zu klären, was zu weiteren Dialog-Glitches führt:
“Handelt es sich hier um einen Massenmörder oder um einen Gelegenheitskiller?“
“Kein Kommentar.“
“Wollen sie überhaupt keine Auskünfte geben? Nichts sagen?“
“Doch, unsere Stadt hat wundervolle Strände zu dieser Zeit.“

“Mein Gott, Captain. Wie gehen sie mit den Reportern um.“
“Steve, das Geschäft musst du erst noch lernen. Du musst mit Humor ablenken.“


"Einst fandest du mich schön, Geliebter!"

"Honey, wir haben stark nachgelassen!"

Das Fazit: Schmadderiger Teens-on-an-Island-Tierhorror-Slasher mit Trashüberschuss in allen Bereichen. ’Todeskuss der Schlange’ ist einer der schlechtesten Filme aller Zeiten und zwar schon allein auf Grund der als Schauspieler ausgeschilderten Pappnasen. Glaubt mir, ich war kurz davor, das Ding in die Flop-Ten zu hieven, als sich halbwegs durch den Film ein Sinneswandel vollzog und der Film mir einen Lacher nach dem anderen aus der Gurgel lockte. Klar, ich sollte es besser wissen, aber ich konnte nicht anders. Vergeeeeebt miiiir!


Hudson