Deathstalker III - The Warriors from Hell


“Slaying His Rivals Isn't The Problem.
Keeping Them Dead Is!“


Originaltitel: Deathstalker and the Warriors from Hell (1989)
Regie: Alfonso Corona Drehbuch: Howard R. Cohen
Darsteller: John Allen Nelson, Carla Herd , Thom Christopher FSK: 16


Es gibt drei Dinge, die muss einfach jeder Barbaren-Film von Roger Corman haben:
1. Musik aus einem anderen Corman Film
2. Szenen aus einem anderen Corman Film
und 3. (wahlweise) Nackte Frauen, Gummimonster oder einen Fledermaushelm!

"It's..."
Und wenn zu Beginn ein recht friedliches Dörfchen von schurkischen Reitern nieder gemetzelt wird, dann hat das (bis auf den Dorfbewohnern) auch noch keinem geschadet. So auch in Deathstalker III, dem dritten Teil der Saga um den Mann mit dem (nunmehr englischen) urigen Namen.
Ein finsterer Herrscher hat mal wieder ein repressives Anliegen, und will nicht nur das Land sondern auch Prinzessin Carissa (Carla Herd) für sich erobern. Da auch unser guter alter Jäger (jetzt wie gesagt ’Deathstalker’ genannt und von John Allen Nelson verkörpert) gerade vor Ort ist, um am alljährlichen ’American Gladiators’ Contest im Dorf teilzunehmen wird er unweigerlich in die Geschichte hineingezogen. Von nun an strauchelt unser Held durch die Pampa, verhaut Finsterlinge, beglückt holde Damen, reißt ein paar Sprüche („Ich bin nur ein kühner Held und bereite mir mein Essen!“) und man denkt schon, dies sei der falsche Film, als endlich der glatzköpfige Bösewicht Troxartas (der schon in ’Wizards of the Lost Kindom’ den ’Shurka’ gab) seine besiegten (also toten) Gegner aus ihre Gräbern zaubert, um sie gegen den Deathstalker ins Feld zu führen.

Das nenn ich Schöntrinken
Okay, durch den eingangs erwähnten Corman-TÜV kommt ’Deathstalker III’ problemlos, den enorm unterhaltsamen Vorgängern kann er aber einfach nicht das Wasser reichen. Nicht nur, dass ihm eine eher schäbige Video-Optik anhaftet, er schwelgt auch viel zu sehr in Palawereien und bemühter Handlung, hält sich in Sachen Action und Elan aber zurück. Schade!
Klar es gibt ein paar nette Plaste-Schwertkämpfe, Pappmauern, Untote, Zauberer, Zwerge und auch Humor von beiden Seiten der Freiwilligkeits-Grenze. So hat der Film zum Beispiel eine handvoll lustiger Dialoge auf dem Buckel ("Hm. Wunderbare Kartoffeln!" "Zum Frühstück gibt's mehr!" "Gleich morgen früh fang ich ein Kaninchen." "Ihr wollt ein Kaninchen essen?! Wir essen NUR KARTOFFELN!" "War nur so'ne Idee!"), doch hört sich zum Beispiel die Aussprache des ’Namens’ Deathstalker in der deutschen Synchro eher nach ’Nesthocker’ an. Und aufgrund der schwermütigen Musik wünscht man sich fast die überkandidelte Flötenmusi aus den Teilen eins und zwei herbei.
Auch Hauptdarsteller John Allen Nelson (’Baywatch’) kann weder mit der tumben, aber stimmungsvollen Stoik Rick Hills (Teil eins), noch mit der charmant schnippischen Art von John Terlesky (Teil zwei) mithalten.
Trotz diesen unleugbaren Mankos, liegt der dritte Teil der Saga im ziemlich durchwachsenen Genre der Barbaren-Fantasy noch im oberen Mittelfeld und lässt Fans der Serie auf den vierten Teil warten. Diesen gibt es übrigens schon (wieder mit Ur ’Jäger’ Rick Hill in der Titelrolle), nur hat der es bisher noch nicht nach Deutschland geschafft.

"Fasst den Kartoffeldieb!"

’Deathstalker III’ ist ein netter, aber zuweilen langatmiger Abenteuerspass, der Freunden von Cormans Fantasy Universum das eine oder andere Grinsen auf die Lippen zaubert, den Leuten, die für Flausen dieser Art aber keinerlei Verständnis haben, nicht mal ein müdes Lächeln abgewinnen wird. Für einen Barbarenfilm ist er ’Schlechter als die besten, aber besser als die meisten!’

Hudson