Mystor – Todesjäger 2


“His battle isn't over yet...”


Originaltitel: Deathstalker II (1987) Regie: Jim Wynorski
Drehbuch: Neil Ruttenberg & Jim Wynorski
Darsteller: John Terlesky, Monique Gabrielle, John La Zar FSK: 18


’Der Todesjäger’ ist wieder da!
Doch es ist nicht der gute Rick Hill aus Teil eins, sondern sein verschmitzter, um einiges unöliger aber nicht minder chauvinistischer Kollega John „Eigentlich stört’s mich nicht, wenn eine Frau geschlagen wird, wenn sie’s verdient!“ Terlesky, der aber im Intro des Filmes beweist, dass auch er ordentlich zulangen kann, wenn es die eine oder andere Barbaren-Situation erfordert.

So auch, als die Seherin Evie von des Königs Schergen aus dem Palast geworfen wird, komisch, wo sie ihm doch gerade prophezeit hat, dass seine Frau Nachwuchs erwartete…von einem anderen. Als die Schergen allzu grob werden, springt der Gentleman ’Todesjäger’ für die Lady in die Bresche, wofür sie ihm netterweise die Zukunft vorher sagt („Noch Jahrhunderte wird man von deinen Heldentaten berichten und deinen Namen preisen!“ „Na hoffentlich werden sie meinen Namen richtig schreiben!“) und mit ihm in Richtung Schurken-City reitet.

Haare und Leder: Hier bist du
Mensch, hier darfst du's sein!
Der Bösewicht Jarek (John La Zar) hat dort ein sogenanntes ’Duplikat’ von Evie fabriziert, das an einer Banane lutschend und mit Föhnwelle im Thronsaal sitzt und Jarek beim Untergebenen-Metzeln (ein Lieblingssport echter Schurken!) zusieht. Es stellt sich heraus, dass Evie eine echte Prinzessin ist (aber in der Nachbarstadt) und Jarek, mit Hilfe seiner Kampf-Uschi Sultana (Toni Naples, ’Die Insel der Dinosaurier’) das Double auf den Thron gebracht hat, um so die Herrschaft zu übernehmen (also über diese eine Stadt, weil in der nächsten regiert ja schon wieder der andere König…hui, ganz schön inflationär, diese Royals in Barbaren-Filmen!)
Um den Jäger zu töten, werden eine handvoll toller hust*Assassine*hust angeheuert, die im Film wie folgt vorgestellt werden:
„Meine Männer werden ihn schon abschlachten! Das ist Crazy Otto. Er allein ist für den Tod von Hunderten verantwortlich. Wo der hinschlägt wächst kein Gras mehr. Das ist Schamaski, genannt ’The Head’, seine Vorbilder sind Dschingis Khan und Atilla, der Hunnenkönig. Der nächste ist John Bombaso. Seine Spezialität ist das Ertränken. Neben ihm ist Nick, der Knochenbrecher. Sein Name sagt schon alles. Und das Schlusslicht bildet Buddy, der Riese. Mit seiner Brutalität steckt er die Anderen noch in die Tasche!“
Doch die fünf Hanseln sind nur ein Hindernis von vielen, auf des Jägers Weg!

Hoppla-Hopp, da wackelt die Kulisse bis nach Cimmerien.

'Mann mit Hut & Schlampe
in trister Thronlandschaft'
von J. Wynorski
Der zweite Teil der Saga um den Jäger bietet noch mehr nacktes Fleisch, viel mehr Albereien, aber weniger Geschnetzeltes. Minuspunkte gibt es aufgrund derselben albernen Synthiedudelei und unpassenden Flötenmucke zu Prügeleien. Und natürlich hat es Archiv-Papst Corman wieder geschafft, die besten Szenen (Schlammcatchen der Damen und etliche Massenszenen) aus Teil eins noch mittenmang zu werfen, was zu einigen ungeeichten Bildkompositionen führt.
Trotzdem überwiegt das Positive an diesem Fantasy-Schmankerl, das im schrägen Comic-Gewand anrückt, mit grün angeleuchtetem Zombie Friedhof, dem sagenumwobenen Schalmeienzwerg, Todesjäger beim Seilspringen und im Ringkampf mit einer fetten Super-Amazone (Queen Kong) und Sprüchen wie: „Zieh bitte das Messer aus dem Kerl, ich hab nur das eine!“
Sogar zwei schlanke Brüder des Schweinemaskenmonsters aus Teil eins haben einen Cameo als grunzende Wachschweine! Komödiantische Highlights des ganzen Spektakles sind zweifelsohne Evies Sätze, die mit „Du, Todesjäger?!“ anfangen‚ was zum Riesen-Lacher ausartet, als sie wie von der Tarantel gestochen im Amazonenlager umherrennt und jeden zweiten fragt: „Hast du Todesjäger gesehen?“ Go figure!

Wenn man immer direkt auf den Arsch draufhält, kann man
schon mal übersehen, dass das Mikro gleich ins Bild fällt.

’Todesjäger 2’ ist ein Heidenspass für Fans verrückter Fantasy-Schinken und der würdige Nachfolger eines urigen Originals, der in punkto Humor und Freizügigkeit noch einen drauf setzt, aber (trotz FSK 18) die Blutsuppe im Topf lässt.

Hudson