Das Geheimnis der Todesinsel


’Ein pflanzlicher Vampir - Grauen ohne Ende’


Originaltitel: Isla de la muerte, La (1967) Regie: Mel Welles
Drehbuch: Mel Welles & Ernst R. von Theumer
Darsteller: Cameron Mitchell, George Martin, Elisa Montés FSK: 16


Eine lustige Gruppe von Touristen hat sich eine Mittelmeer-Insel voller botanischer Wunder als Urlaubsziel ausgesucht. Gleich bei der Ankunft überfahren sie einen blassen Opa, was ihre Laune aber nicht großartig dämpft, da der ortsansässige Baron von Weser (Cameron Mitchell, ’Das Geheimnis des Grabmals vom Nil’) ihnen erläutert, dass der Typ sowieso am Abnippeln war.
Von Weser bietet den Herrschaften sein Anwesen und seine Gastfreundschaft an, und führt sie in die exotische Vegetation der Insel ein (Stachelschwein-Pflanzen & Agaven-Venusfallen). Natürlich kommt es wie es kommen muss: Die Insel birgt ein tödliches Geheimnis und die ‚zehn kleinen Touris’ geben einer nach dem anderen durch mysteriöse Umstände den Löffel ab. Des Rätsels Lösung kennt nur Baron von Weser, der sich bald als ’Mad Scientist’ der gruseligen Art entpuppt.

Auf einem Auge blöd.

„Ist diese Pflanze ein Mörder?“
„Fleischfresser trifft es eher!“
„Hm, stimmt. Riecht wie Fleisch!“

Nee nee! Es ist eher ein ziemlich welker Salat, den uns Regiseur Mel Welles (B-Film Fans als Akteur in ’Attack of the Crab Monsters’ & ’Ein Königreich vor unserer Zeit’ bekannt) hier auftischt.
Egal, ob ’Spezial’ (haha) Effekte, Atmo, Story oder Darsteller: Hier liegt überall der Topp begraben. Nichts überzeugt, weniges unterhält und auch gelacht wird nur an den falschen Stellen. Am dümmsten sind jedoch die ’Plot-Einfälle’, die Welles und sein Co-Autor (der deutsche Ernst R. von Theumer, ’Der Irre vom Zombiehof’) hier einstreuen, um den Thrill zu pushen. So will eine (beim Zuschauer ’Mordgelüste’ auslösende) schrille Meckerzicke mitten in einem nächtlichen Sturm Blitze(!) fotografieren und der hauseigene Zombie-Butler namens Baldi (gespielt mit dem Verve eines herunterfallenden Blumentopfes) liefert sich mit Herrchen eine irre Verfolgungsjagd (Rolls Royce vs. Drahtesel!).
Für den Score stand scheinbar das gesamte musikalische Spektrum einer Käsereibe zur Verfügung (das ewige ‚schrillischrilli-düdelüdelü-dumdum-dumdum’ ist spätestens nach einer halben Stunde nicht mehr zu verkraften).
Einzig sehenswert ist das Finale, aber auch nur auf Grund seiner Absurdität. Kurz gesagt: Axtschwingendes Apha-Männchen vs. Blutsaugende Killerpalme vs. Axtschwingenden ’Mad Scientist’.

Um es kurz zu machen: Die Alte nervt!

„Es sieht aus wie eine Gurke, aber es schmeckt wie ein Steak. Zauberei ist nichts dagegen!“ sagt eine Dame zu Beginn des Films. Au contraire, mademoiselle! Denn Gurke bleibt Gurke, da hilft auch kein Geschmacksverstärker! Wer ’Mad Scientists’ und tödliches Gemüse sehen will, der ist immer noch am besten bei ’Prof. Gangreen’ und seinen ’Killertomaten’ aufgehoben. Die ’Todesinsel’ ist leider nur ein ziemlich erbärmlicher Fallobst-Importeur!

Nool