Die Todesfarm


‘First we plant the perversion, then we harvest the horror’


Originaltitel: Honey Britches (1971) Regie: Donn Davison & Fred Olen Ray
Drehbuch: Barbara Morris Davison
Darsteller: Ashley Brooks, George Ellis, Trudy Moore FSK: 18


Argh! Was für ein Käse! It’s ’Blood of ghastly Horror’ all over again!

Zur kurzen Erklärung meines unprofessionellen Gefühlsausbruches gleich zu Beginn:
Bei ’Die Todesfarm’ aka ’Demented Death Farm Massacre’ aka ’The Honey Britches’ handelt es sich im Grunde um den unveröffentlichten Streifen ’Shantytown Honeymoon’ aus dem Jahre 1972 von Donn Davison, der von unser aller Lieblings-Trashmeister Fred Olen Ray (’Mit Kettensägen spaßt man nicht’) einfach in den 80ern aufgekauft, und mit ein paar zusätzlich gedrehten Szenen ’aufgepeppt’ wurde. Mit ’aufgepeppt’ meine ich: Der greise, kurz vor dem Umfallen stehende John Carradine wurde (genau wie eben in ’Blood of ghastly Horror’ von Al Adamson) in einen Stuhl gesetzt und kommentiert die Handlung nun als eine Art finstere Entität namens ’the judge of hell’. Den… ähem… fertigen Kappes verscheuerte FOR 1986 gewinnbringend an ’Troma’. Noch Fragen?

"Ja! Wie kommen die Löcher in den Käse?!"

Also vergessen wir die bekloppte ’Rahmenhandlung’ (ich kann nicht glauben, dass ich dieses Wort benutze) und schauen wir, was mittendrin vor sich geht:

Farmer Harlan ist ein Hillbilly-Zausel wie er im Buche steht. ’Yahoo’-Rufe als Ausdruck seiner begrenzten Sprachfähigkeit, Frömmigkeit bis der Arzt kommt und abends nach der Arbeit immer schön den Moonshine kippen. Sein reizloses Backwood-Dasein (in Begleitung seiner unterbelichteten Ehefrau) bekommt etwas Abwechslung als zwei Gangster mitsamt ihren Dumpfbacken-Bräuten vorbeischauen. Die Damen und Herren hatten soeben ein paar Edelsteine geraubt, da ging ihrem Fluchtmobil der Sprit aus. Nachdem die Herrschaften zunächst von den tauben Landnüsschen freundlich aufgenommen werden, entwickelt sich bald eine Spannung auf der Farm, die zu einer Spirale aus Sex, Gewalt und unerträglichen Dialogen führt…

"I hoab's a Schlüpferl g'fund'n!"

Warum sich FOR ausgerechnet für diesen Schund entschied, liegt auf der Hand: Titten.
Jeder, der mehr als 2 Filme von Meisterchen Ray gesehen hat, weiß um seine Affinität zu großen Brüsten und auch hier gibt es mindestens 3 Paar davon. Außerdem einen Mord mit einer Mistgabel, eine Menge Banjo-Mucke und einen Gangster mit britischem Akzent, der viel zu intelligent für die Handlung ist. Mehr ist nicht, mal abgesehen vom konventionellen Gebrabbel und Gekeife, die so ein ’geladener’ Backwood-Trhiller mit sich bringt.
Am traurigsten sind jedoch die Auftritte von John Carradine. Man muss es Fred Olen Ray schon beinahe übel nehmen, den offensichtlich überalterten und scheinbar senilen Carridine noch einmal vor die Kamera zu zerren, um ihn abgeschmackte Floskeln aufsagen zu lassen, die dann vereinzelt, ohne Sinn und Verstand in den Film gestreußelt werden:

“The wages of sin is death”
“He who lives by the sword, shall perish by the sword.”

Nicht, dass die anderen Darsteller, noch in der Blüte ihres Lebens, sich auch nur einen Deut professioneller anstellen würden. Siehe die Szene nach dem Catfight zwischen Reba Sue und einer der Gangsterbräute, der für letztere tödlich endet, was deren Macker wie folgt kommentiert:
“Good god she’s dead.”
Worauf Reba Sue anfängt zu schreien und dabei …

… in die Kamera starrt.

Fazit: Südstaaten-Thriller-Trash strunzigster Machart. Arm an Schauwerten, reich an Hicks-Sprech. Und auch wenn Fred Olen Ray hier nur marginal beteiligt war, darf er sich gleich doppelt schämen. Yes, it’s that bad!


Hudson