The Toad Warrior


‘In a world gone to toads, only Max Hell can save us.’


Originaltitel: Toad Warrior (1996)
Regie & Drehbuch: Donald G. Jackson & Scott Shaw
Darsteller: Scott Shaw, Joe Estevez, Conrad Brooks FSK: keine


In Ermangelung formschönerer Alternativen und aufgrund meiner immer noch anwährenden Fassungslosigkeit, muss ich zu allererst einmal folgende drei Worte loswerden: ACH DU SCHEISSE!

Irgendwann Mitte der Neunziger gingen Regisseur/Produzent Donald G. Jackson offensichtlich die finanziellen Ressourcen flöten. Da der gute Mann sich aber partout weigerte, das Filmemachen zu unterlassen, kam es, wie es kommen musste: Er produzierte massenweise Genretrash im Urlaubsvideo-Format.

’America Fuck Yeah!’
Gleich mal vorweg: Ich HASSE, HASSE, HASSE solche Filme. Nicht etwa Urlaubsvideos und Genre-Trash, jedoch den Versuch, diese beiden Entitäten der Filmkunst miteinander zu verschweißen. Sicher es gibt die sprichwörtlichen Ausnahmen, aber nur selten haben diese Zero-Budget-Lahm-Lappen aus Papas Heimkamera die notwendi-spinnerten Ideen, welche die Abwesenheit solider Finanzmittel verschmerzen lassen. Wenn so etwas im familiären Kreis zur Belustigung aller Teilnehmer und deren Sippschaften aufgeführt und weitergereicht wird, geht das ordentlichst in Ordnung. Wenn ein solcher Käse aber unters Konsumenten-Volk gemischt wird, bekomme ich persönlich das große Flattern. Die Tatsache, dass ich für ’The Toad Warrior’ (im Viererpack mit ähnlichem Schund im Gefolge) nur 3 Pfund plus Versandkosten berappt habe, ist weder eine Entschuldigung, noch ein preiswertes Angebot, denn der Preis dafür ist mehr als schnöder Mammon, nämlich Nerven, Nerven und noch ein paar Nerven.

Die lausige Entschuldigung von einer Handlung will uns etwas von Dr. Trixie T erzählen, deren Serum Menschen in Frogs und umgekehrt verwandeln kann. Dieses wurde von einem wasserstoffblonden Silikon-Gerüst auf zwei Beinen gestohlen, welches nun knapp bekleidet durch das amerikanische Outback läuft. Auf der Flucht vor den Frogs begegnet sie ihrem Ex-Lover Max Hell (Scott Shaw), der wie von der Tarantel gestochen immer wieder vor dem gleichen Horizont als Silhouette einen Frog (nach dem anderen?) mit dem Katana bearbeitet. Max hat nicht nur an jeder Ampel eine andere Mieze zu sitzen, sondern auch blonde lange Haare und sieht aus wie Fabios hässlicher Bruder.

“ICH BIN DEIN QUAKER!“
Ihr merkt sicher schon, dass ich hier eher ungekonnt herumdruckse und nicht wirklich etwas zum Plot verraten kann. Nun, dies mag einerseits daran liegen, dass der Film in einem kaum verständlichen (Original-Ton) Koks-Kauderwelsch vertont war (ich also nur die Hälfte des Geseiers verstanden habe) oder ganz einfach an der traurigen Wahrheit, dass ’Ein dicker Mann sitzt in einem Zimmer und schickt Frosch-Vasallen ins Gelände, während ein dünner Mann am Fuße eines Berges dem Kameramann in die Linse labert und der Protagonist unter irgendwelchen Highway-Unterführungen herumläuft’ nicht mit dem Wort ’Plot’ beschrieben werden kann.

Ich schäme mich fast ein bisschen, dieses Stückchen Schmutz im Rahmen der Mittwoch-Midnight-Endzeit zu präsentieren, da ’The Toad Warrior’ offensichlich kein Endzeit-Streifen ist. Oder gibt es in anderen postapokalyptischen Filmen einwandfrei befahrbare Autobahnen, auf denen hupende, blinkende, motorisierte Blechlawinen entlangrollen? Nö. Apropos: Der Sound ist ununterbrochen von Störgeräuschen umspült, als wäre der gesamte Film neben einer befahrenen Straße gedreht worden. Hört man kein Rauschen oder das motivationslose Gelaber der unqualifizierten Napfsülzen, die hier als Akteure verpflichtet wurden (’Starring: Tom Tom Typhoon’), spielt ein nerviger Latino-Gitarren-Score.

I kid you not!
Manchmal hört man auch Rauschen, Gelaber und Gequatsche gleichzeitig, was nach übermäßigem Konsum zu Warzen im Gehörgang führt (vertraut mir, ich lasse das gerade behandeln!).
Konnte schon Robert Z’Dar in seiner Darstellung dem ’Ur-Max Hell’ Roddy Piper nicht das Wasser reichen, so gelangt Scott Shaw als ’Max Hell’ (womöglich Sams Sohn? idontgiveashit) mühelos in bislang unentdeckte Untiefen darstellerischer Inkompetenz. (Sein Co-Director/Co-Producer/Co-Writer-Credit lässt mich vermuten, dass er dem armen Jackson kräftig ins Hirn ge… aber lassen wir das).
Auch am Start: Joe Estevez, der Mann, der überall zu sehen ist, wo Trash draufsteht, und Conrad Brooks, der schon anno dazumal in den Ed Wood Filmen sein Unwesen trieb. ’Überschattet’ werden diese Ikonen des schlechten Geschmacks von der unglaublich lächerlichen Ausstattung des Films: Mülltüten als Türvorhänge, im Wohnzimmer aufgespannte Regencapes als Harem und Motocross-Ausrüstung und Football-Gear als futuristische Kleidung. Den Höhepunkt dieser Farce bilden die Froschmasken. Die Frogs, gespielt von kalifornischen Komparsen in Shorts und Hawaii-Hemden, sind als solche lediglich durch eine statische Halloween-Maske zu erkennen (siehe Beweisfoto).
Todesschwert der Ninja’? ’Lords of Magick’? No match, baby. Sogar ‘Trash Monsters from Outer Space’ und ’Patricks Rache’ hatten eine bessere Aufmachung zu bieten.
Erwartet also NICHTS von diesem Film, der seinen einzigen Unterhaltungwert aus der Tatsache zieht, dass sein Titel eine (zugegeben spaßige) Anlehnung an den Endzeit-Klassiker schlechthin ist und der mit der Anwesenheit des Protagonisten ’Humphrey Bullfrog’ aufwarten kann.

’Max don't have Sex with your Ex’ ... Sorry, ich konnt nich anders.

Stellt euch selbst die Frage:
Schau ich mir einen Film an, um unterhalten zu werden oder schau ich mir einen Film an, um 90 Minuten lang zu beten, bitten und betteln, dass er endlich zu Ende ist? Ihr kennt die Antwort! Und ich weiß nun endlich, dass Verwirrung und Langeweile sich tatsächlich vertragen.


Hudson