TNT Jackson


‘She's A One Mama Massacre Squad!’


Originaltitel: T.N.T. Jackson (1975)
Regie: Cirio H. Santiago Drehbuch: Ken Metcalfe & Dick Miller
Darsteller: Jeannie Bell, Stan Shaw, Pat Anderson FSK: unbekannt


Yay, TNT Jackson! Das klingt nach Afro, Haudrauf und einem Kerl der sich die Butter nicht von der Stulle nehmen lässt.
Stimmt alles, bis auf den Kerl, denn TNT ist eine Frau. Diana ’TNT’ Jackson ist gerade in Hong Kong angereist, um ihren Bruder zu suchen und Ärsche zu treten.
Als sich herausstellt, das Brüderli durch die Hände eines fiesen Drogenrings ums Leben gekommen ist, ergibt sich das mit dem Ärsche treten ganz von allein. Gangsterboss Sid und dessen suspekte Posse im Visier, prügelt sich TNT mit Hilfe des netten China-Onkels Joe durch die Hong Konger Unterwelt, zettelt Intrigen an und macht sich nackig…

He's one baaaaad mutha...

“I’m gonna find ‘em and I’m gonna bust ‘em motherfuckers to pieces.“

Black Power meets Kung Fu! Verlasst euch auf Regisseur Cirio H. Santiago (’Defender 2000’) und Produzenten-Legende Roger Corman (’Sador’) um diese Kombination auf heißen Sets in Hong Kong und auf den Philippinen zum Wackeln zu bringen.
Ausgerechnet nach einem Script von Cormans Lieblingsdarsteller Dick Miller (’Big Bad Mama’) schickt man hier das ehemalige Playmate Jeannie Bell zum Handkanten-Verteilen durch exotische Schauplätze. Für diese Art von Film versteht es sich fast von selbst, dass Bell weder Schauspielerfahrung, noch irgendwelche Martial Arts-Kenntnisse hat (eine Beschreibung, die so oder so ähnlich auch auf jeden anderen Darsteller zutrifft). Macht nix, lass die Puppe von einem Trampolin durch die Luft springen, Jive Talk (“The name’s Diana Jackson. TNT to you!“) und schrille Schreie (“Aaaaaaiiiiiiiijaaaaaaaaaaaaa!“) von sich geben, während hipper Disco Funk aus den Boxen schallt, dann passt das. Ach ja, wenn es noch eine Möglichkeit gibt, sie in eine Nacktszene zu stecken, tut es! Wenn es keine Möglichkeit gibt, schreibt ihr eine rein!
Was dem Film leider fehlt, sind ein packender Plot, professionelle Beleuchtung (der technische Aspekt ist insgesamt dürftig) und ein chinesischer Genre-Star der Marke Bruce Li oder Wang Yu. Und natürlich Sid Haig! Im Ernst, da haben wir schon einen schmierigen Gangsterboss namens Sid und Haig war nicht zur Stelle, seine polierte Glatze und das fiese Grinsen für eine handvoll HK-Dollar anzubieten? Eine Schande.

...but so is she!

Ähnlich Santiagos ’Fighting Mad’ wohnt ’TNT Jackson’ dieses ganz typische Exploitation-Flair inne, das in vielen kultigen 70er-Jahre-Streifen zu finden ist. Zwar macht das noch lange keinen guten Film, aber im Paralleluniversum des grobkörnigen Filmmaterials, das überlebensgroße Afro-Asskicker in feschen, billigen Blaxploitation/Eastern-Mischen zeigt, werden Fans beider Genres bei Laune gehalten.


Hudson