Time Guardian - Wächter der Zukunft


‘Earths last hero fights a desperate battle to save the future... and the past. Pray he's not too late.’


Originaltitel: The Time Guardian (1987)
Regie: Brian Hannant Drehbuch: Brian Hannant & John Baxter
Darsteller: Tom Burlinson, Nikki Coghill, Dean Stockwell FSK: 16


Zeitreisen und Dean Stockwell? Da fällt einem zuallererst wahrscheinlich das gute, alte ’Zurück in die Vergangenheit’ ein. Bevor er als Hologramm ’Al’ in die Annalen der TV-Landschaft einging, wuselte er auch in der Nebenrolle dieses Spielfilms mit gleichem Thema herum.

Auch im Jahre 4039 lehrt uns
Mr Myagi: ’Auftragen, Polieren’
’Time Guardian’ beginnt in der Zukunft, im Jahre 4039. Die Menschen haben sich in ihrer Bequemlichkeit einen Überschuss an Robotern zusammenproduziert, die jetzt genre-üblich den Aufstand proben. Die Bewohner der letzten Stadt stehen vor der endgültigen Vernichtung durch die Jen-Diki, tödliche Techno-Borgs mit menschlichem Mutanten-Kern. Da unsere Nachkommen aber nicht nur eigenständig denkende Roboter und funkensprühende Laserwaffen, sondern auch die Zeitmaschine erfunden haben, ist folgender Plan unabdingbar: Eine Zeitreise ins 20. Jhd sollte das Problem lösen. Gesagt, getan. Ballard, der Zeitwächter, und Kollegin Petra schlüpfen durch die Jahrtausende zurück und da dies eine australische Produktion ist, landen sie ausnahmsweise nicht in L.A., sondern direkt im Outback, gleich neben einem Aborigines-Meeting. Die Jen-Diki lassen sich nicht lumpen und schicken ebenfalls eine Einheit hinterher, was Ballard aber zunächst nicht weiter zu stören scheint, da er sich erst einmal an die erstbeste Braut des 20. Jhd’s ranmachen und sich mit australischen Gesetzeshütern anlegen muss…

Menschen, die in der Zeit zurückreisen, um die Welt vor dem Supergau tödlicher Maschinenwesen zu retten? Eine originelle, spannende und, mit den richtigen Mitteln in Szene gesetzt, genre-prägende Idee … Ja, anno 1984, als James Cameron seinen ’Terminator’ in den Einsatz schickte. (Freilich hatte J.C. die Grundidee ebenfalls von Harlan Ellisons Shortstory ’Soldier’ geklaut, aber das nur am Rande.)

In ihrem Tatooine-Bikini sag
Prinzessin Leia knackiger aus.
1988 noch einmal den selben Film (vom Überfall auf die Polizeistation bis zur rotleuchtenden Robo-Vision ist hier einiges wiederzufinden) mit Modifizierungen (Roboter-Horden mit Hörnern anstelle eines Schwarzenegger) auf den Markt zu bringen ist nicht nur dreist (entschuldbar), sondern auch ganz dumm gelaufen.
Das betrifft die Ausstattung:
Astroschrott-Sets in denen bunt leuchtende Laserwaffen auf Metall-Schulterpolster und rotglühende Augen (hab ich die Hörner erwähnt?) abgefeuert werden. Und das ist der gute Teil!
die Dramaturgie:
Das zweite Drittel ist völlig für die Tonne, da hier nichts passiert, was den Film (beinahe hätt ich ’die Handlung’ gesagt, huhu) in irgendeiner Weise vorantreibt.
und vor allem die Schauspieler:
Tom Burlinson als bös dreinschauender Unsympath mit aufgeklebter Romanze und aufgeklebtem Brustpanzer, unter dem ein leichter Schmerbauch hervor ragt. Und Prinzessin Leia … Nein, ich werde nichts schlechtes über Prinzessin Leia sagen, denn sie ist die Tochter von Darth Vader und hat sowieso nicht allzu viel Screentime, was leider auch auf Dean Stockwell zutrifft.

“Hey, hey Wiki, hey Wiki hey, wir sind die Ro-bo-terr“

Fazit: Schon nach leichtem Rütteln als Fallobst enttarnter Schnellschuss, der nirgendwo anders hinführt, als in die gähnende Langeweile des Science-Fiction-Einerleis. Das Genre hat es wahrlich besser verdient, als durch solchen Mumpitz verunglimpft zu werden.

Hudson