Throne of Fire



Originaltitel: Trono di fuoco, Il (1983) Regie: Franco Prosperi
Drehbuch: Giuseppe Buricchi
Darsteller: Pietro Torrisi, Sabrina Siani, Harrison Muller Jr. FSK: 18


Im italienisch-barbarischen Fantasy-Reich XY ist mal wieder der Teufel los.
Um genau zu sein, ist es dessen Bote Beliar, der bei einer Dame an die Pforte klopft und sie ungefragt vergewaltigt (was im Film eher nach exzessivem Haar-Verwuscheln aussieht). Der Spross dieser unheiligen Verbindung soll im Mannesalter den Thron des Feuers (von Odin geschmiedet) besteigen. Um dies zu verhindern poppt sich ein Paar im Nachbarsdörfchen einen heldenhaften Sohn, namens Siegfried zurecht. Quasi das Antidot des Bösen in menschlicher Form.
Jahre später:

'Schwäääng!'
Satans Sohn Morak (Harrison Muller Jr., ’Warrior of the Lost World’) ist erwachsen und führt seine Heere durch die Walachei. Sie rauben, brandschatzen, ermorden das Königspaar und nehmen die Prinzessin gefangen. Denn um den Thron des Feuers zu besteigen, muss der Fiesel die Schnecke ehelichen, da nur ein wahrer Nachfahre Odins auf dem Thron Platz nehmen darf. (Zum Beweis lässt er übrigens gleich mal einen aufmüpfigen Ratgeber drauf sitzen, der kurz darauf im Aschenbecher endet. Darum auch ’Thron des Feuers’!)
Zur Hilfe eilt hernun der zur stattlichen Anabol-Stulle gereifte Siegfried, welcher leider gegen Moraks magische Kräfte keine Chance hat. Immerhin bietet ihm der Fürst des Bösen eine ABM Stelle als Handlanger an. Da Siggi dieses Angebot aber abschlägt, wird er von Morak in den ’Brunnen des Wahnsinns geworfen’ Und schon die Kinder von Brahm dem Seefahrer wußten: „Noch nie hat jemand den Brunen des Wahnsinns lebend verlassen!“

Stop! Letzteres Zitat stelle ich zur Diskussion.
Hat sich die Design-Abteilung doch eindeutig das Konzept hiesiger Jahrmarkt-Geisterbahnen für das Gemäuer abgekuckt. Komplett mit Gummi-Fledermäusen, Buhu-Gestöhn, Spinnweb-Skeletten, einer Boa (die von Protzi gleich als Expander missbraucht wird. So ein Show-off!) und der klassischen leeren, aber sich bewegenden Ritterrüstung. Verrückt!
’Diabolo’-mäßig kriegt der Held dort auch eine stärkere Axt (Level 4 + Feuerschaden) und stürzt sich in den Kampf. Same shit, different day!

Barbarenfilm-Check:
Sind die Helden ein muskulöser Barbar und eine halbnackte Walküre?
Selbstverständlich. Olle Kamellen und grobe Kellen!
Brennt ein Dorf?

I'm your Turbo-Lover!
Hmja. Es sind zwar nur Weihnachtsbäume, die über Bambus-Fundamente geschmissen worden, dafür waren die Angreifer aber verdammt sorgfältig. Will heißen: Kein Überlebender kann Rache schwören oder ähnliches. Gehört wohl einfach nur noch zum guten Ton, so ein ’Village-Burning’.
A propos Ton! Was macht die Musik?
Gute Frage. Ich habe in meinen Jahren ja schon viel Murks gehört: Echolot-Mucke, Flöt-Mucke und die vielen Formen der Synthie-Mucke, aber Nebelhorn-Mucke war selbst mir neu. Das ganze klingt dann auch so scheußlich, wie es sich anhört.
Gibt es sinnlos/bizarr und fehl am Platz wirkende Szenen?
Ja. Nach der Empfängnis des Bösen sehen wir die werdende Mutter ca. fünf Minuten lang stöhnend durch die vom Gewitter umspülten Büsche krauchen. Damit wollte der Regisseur wohl dramatische Tiefe ausdrücken.
Entschädigung?
Es gibt ordentlich was auf den Drömel und jede Menge Schwertgeklimper. Die Sets sind vertretbar, die Outdoor-Kulissen sogar teilweise beeindruckend.
Danke.

Backstage bei Tom Jones ist immer was los.

Meine Damen und Herren, wie es aussieht ist ’Throne of Fire’ nur ein weiterer Happen aus der italienischen Vorrats-Kammer, voller mau abgehangener Barbaren-Schinken. Langsam verlier ich den Überblick.

Hudson