The Woods


‘...Evil grows there!’


Originaltitel: The Woods (2006) Regie: Lucky McKee Drehbuch: David Ross
Darsteller: Agnes Bruckner, Patricia Clarkson, Rachel Nichols FSK: 16


Wer sich das bisherige Werk von Regisseur Lucky McKee ansieht, welches neben der Folge ’Sick Girl’ im Rahmen der Serie ’Masters of Horror’ aus einem Film mit dem vielsagenden Titel ’All Cheerleaders Die’ und ’May’ (im Deutschen mit dem Zusatz ’Schneiderin des Todes’) besteht, wird spätestens nach ’The Woods’ feststellen, dass dieser Mensch sich mit Leib und Seele dem Mädchen-Horror verschrieben hat.

Das riecht nach einem Eintrag
ins Hausaufgabenheft.
Schauplatz der Handlung ist ein mitten im Wald gelegenes Internat für Mädchen aus besseren Familien. Hierhin wird Heather (Agnes Bruckner) von ihren Eltern (ihren Vater spielt übrigens Bruce Campbell) gebracht, da ihre Mutter sich mit der Erziehung der störrischen Göre überfordert fühlt.
In der Schule führt die Direktorin Ms. Traverse (Patricia Clarkson) ein strenges Regime und nach kurzem Vorstellungsgespräch in ihrem Büro beginnt für Heather auch schon der ganz normale Internats-Alltag. Schon beim ersten Abendessen ist in der arroganten Samantha eine würdige Gegenspielerin gefunden und nachts im Bett gibt es Gruselgeschichten zu hören. Um die alten Gemäuer der Schule ranken sich dunkle Legenden um okkulte Rituale und geheimnisvolle Ereignisse. Als eine Mitschülerin verschwindet und niemand davon Notiz zu nehmen scheint, beginnt Heather, auf eigene Faust Nachforschungen anzustellen und begibt sich dabei in große Gefahr.

Girl Power?

Leider hält die Story, die Anfangs aufgebaute Spannung nicht bis zum Ende durch. Irgendwann ist klar, was los ist und man wartet nur noch ab, wie es endet. Das ist aber nicht wirklich ein Problem. Denn was den ganzen Film über durchhält ist die großartige Atmosphäre. Mit guten Spezial-Effekten, der richtigen Musik und finster-modrigen Settings schafft McKee die perfekte Stimmung für die mystische Geschichte.
Ein weiterer Pluspunkt sind die Schauspieler. Zuerst genannt gehört natürlich Bruce Campbell, diesmal in einer etwas größeren Nebenrolle als besorgter Vater. Zwar verschwindet er anfangs ziemlich schnell wieder von der Bildfläche, hat dann aber im letzten Drittel nochmal Gelegenheit, alle Register zu ziehen und seine Fans mit einem zufriedenen Grinsen von alten ’Tanz der Teufel’-Zeiten träumen zu lassen.

BC: Back to the Roots!
Doch auch allen anderen ist ein großes Lob auszusprechen. Patricia Clarkson gibt wunderbar hintergründig und undurchschaubar die strenge Schulleiterin und Agnes Bruckner schafft es geschickt, die zickige und in sich gekehrte Heather zu verkörpern und sie dabei trotzdem sympatisch sein zu lassen.
Bei dieser technischen und schauspielerischen Qualität kann man über ein paar inhaltliche Schwächen ruhig hinwegsehen. Man kann ’The Woods’ also guten Gewissens allen empfehlen, die in der Videothek stehen und überlegen, was sie für ihren gemütlichen Gruselabend mitnehmen sollen.
Um es konkret zu machen: Inhalt 3+, Ausdruck 1 macht insgesamt ne gute 2.

Leone