Stuff - Ein tödlicher Leckerbissen


‘Enough Is Never Enough’


Originaltitel: The Stuff (1985)
Regie & Drehbuch: Larry Cohen
Darsteller: Michael Moriarty, Andrea Marcovicci, Garrett Morris FSK: 18


“Low on calories, good taste and it doesn’t even spot.“

‘The Stuff‘ ist der neustens Schrei auf dem Markt. Jeder will es. Jeder isst es. Jeder scheißt auf seine Diät dafür. Aber was ist das eigentlich für ein Zeug? Und würden die Leute auch noch drauf abfahren, wenn sie wüssten wo es herkam?

Ausverkauf in der MoPro-Abteilung

Alles fing an, als ein alter Sack nahe einer Petroleum-Raffinerie etwas weißes aus dem Boden Blubbern sah. Was tut man, wenn eine fremdartige Substanz aus dem Dreck unter deinen Füßen hervorschlabbert? Man lässt es einfach weiter blubbern, ruft einen Biolehrer, oder die Geisterjäger. Old MacGramps aus dem Ölwerk grabscht einfach hinein und steckt sich die Pampe in den Mund. This is how they do it, up in Alaska!
Nur ein paar Wochen später wird das Zeug als besagter Verkaufsschlager ‘The Stuff’ vermarktet, in Becher gepackt und an die gieren Massen verhökert. Das schmeckt gewissen hohen Tieren in den Aufsichtsräten diverser Nahrunsgmittelunternehmen natürlich weniger. Nicht etwa, weil sie um das gefährliche Geheimnis der Schlabermasse wissen, sondern weil sie selbst gern von der Popularität der Grütze profitieren wollen.

Jaja, alles was du isst,
isst auch irgendwann dich!
Sie engagieren den kauzigen Industrie-Spion David ’Mo’ Rutherford (Michael Moriarity), der das Geheimnis um die Herkunft von ’The Stuff’ auf den Grund gehen soll. Während seiner Recherche stolpert Mo über seltsame Gestalten (wie den schwarzen Lebensmittel-Spion ’Chocolate Chips Charlie’) und findet Fakten, die schnell konspirative Ausmaße annehmen. Die Menschen ernähren sich bald nur noch von dem Zeug und Mo muss alles in die Waagschale legen, damit sich die gesamte Erdbevölkerung nicht in Stuffies verwandelt…

Was wäre wenn sich die Menschen wirklich so benehmen würden, wie in der Werbung? Eine von vielen Fragen, die ’The Stuff’ stellt und damit den Zuschauer zum Lachen bringt. Da gibt es einen kleinen Jungen, der die Farce durchschaut und sich gegen den Konsum von ’The Stuff’ wehrt und dessen Familie zum widerlichen Abziehbild einer Werbe-Einheit wird, beim Versuch, ihm das Killer-Kompott schmackhaft zu machen. In diesen Szenen funktioniert der hintersinnige Witz von ’The Stuff’ am Besten.
Larry Cohen, (’Q’, ’Wiege des Bösen’) hat mit vorliegendem Film eine subversive wie ulkige und vor allem unterhaltsame Horror-Groteske hingelegt, die in Sachen Gruselei vielleicht nicht hundertprozentig trifft, deren Humor das Ziel aber nie verfehlt.

Der Michi hat Spaß
Geschlagene Sahne als Monster-Matsch zu benutzen ist nicht nur ein witziger Seitenhieb auf den B-Movie Klassiker ’Der Blob’, sondern in Aktion letztlich auch verdammt drollig anzusehen. Das Zeug kommt kommt aus Kopfkissen, Hundemäulern, aus ganzen Türrahmen hinausgequollen, um sich auf effektive Art mit seinem Opfer zu beschäftigen. Cohen setzt Trickeffekte gezielt ein, liefert keinen Over-Kill, sondern wohl dosierte Gore- Zugaben und mischt Themen wie Industrie Spionage & Gesundheits-Wahn mit einer Prise ’Body Snatchers’.
So ein Spektakel hätte mit den falschen Schauspieler schnell in die Hose gehen können. Aber da hat Cohen schließlich seinen Spezi Michael Moriarty im Ärmel, der hier (wie schon in ’Q’) eine Show ablegt, die gesehen werden muss. Sein abgedrehter Indurstrie-Spion, ein quietschendes Bündel an Macken, Sprüchen und Gesten, bekommt mit Paul Sorvino als Untergrund-Militarist und Danny Aiello als Industrie-Bonze tatkräftige Unterstützung. In einem ’Stuff’ Commercial ist unter anderem auch ‘Der Pate’-Veteran Abe Vigoda zu sehen, außerdem gibt es Cameos von Patrick Dempsey und Eric Bogosian.
Auch wenn der Film kein Finale im ’klassischen Sinne’ hat, endet er mit einer gelungenen bösen Pointe.

"Bleib hier stehen, ich hol Hilfe!"

Wer spektakulären Horror sucht, ist hier sicherlich falsch. Wer abgefahrenen Humor sucht, wird schon eher fündig. Doch Obacht: ’The Stuff’ ist mehr als nur alberner Trash für zwischendurch. ‘The Stuff’ ist der Stoff aus dem gut gemachte Genre-Satiren sind!



PS: Da ich den Film nur in der englischen Version kenne, kann ich die deutsche Fassung nicht kommentieren. Ich habe aber nur Gutes von der Synchronisation gehört, die sehr spruchlastig sein soll und noch ein paar extra leckere Kalauer locker macht.


Hudson