Der Wildeste von Allen


‘If you've got to fight...fight dirty!’


Originaltitel: Gekitotsu! Satsujin ken (1974)
Regie: Shigehiro Ozawa Drehbuch: Kôji Takada & Motohiro Torii
Darsteller: Sonny Chiba, Waichi Yamada, Tony Cetera FSK: 18


Sonny in Ruhepose
Terry Tsurugi ist eine harte Sau von einem Mistkerl. Söldner, Karate-Kämpe und die Skrupellosigkeit in Person. Als er einem Verbrecher bei der Flucht vor dem Galgen hilft, dann jedoch von seinem Auftraggeber keine Bezahlung erhält, bringt er diesen kurzerhand um und zwingt dessen Schwester dazu, auf dem Strich ihr Glück zu versuchen. Kurz darauf nimmt er einen Auftrag gänzlich gegensätzlicher Natur an. Er soll die Erbin eines Industrie-Magnaten vor der Yakuza beschützen. Bei der Ausführung seines Assignments geht Terry nicht minder brutal vor, als zuvor und muss sich dabei nicht nur einer Überzahl von Gegnern, alten Widersachern und Opfern, sondern auch seiner eigenen Vergangenheit stellen…

“He must think he is Bruce Lee!“

Nee, ist er nicht. Es ist Sonny Chiba. Der Mann aus Okinawa. Der Streetfighter. Der Knochenbrecher. Der Wildeste von Allen.

Sonny in Kampfpose
Wo er hinhaut, wächst früher oder später kein Gras mehr. Seine Gegner spucken ganze Zahnreihen aus, verlieren Unmengen von orangenem Blut und auch mal ihre Augen, Stimmbänder und Kehlköpfe. Seien es Yakuza, Polizisten, Frauen oder kleine, dicke Judomeister, ganze Kampfschulen haut der Mann vom Schirm.
Und genau das, meine Freunde der stahlharten Handkante, bekommt ihr hier. Durchweg, pur und ohne Flachs und Krümel. Immer auf die Fresse, ab und an unterbrochen von den verzweifelten Ausläufern einer vorangepeitschten Handlung, die sich eiernd um Rache, Ehre Vertrauen und Schulden dreht.
Mehr gibt es hier schon fast nicht zu sagen. Die gezeigte Brutalität ähnelt Sonny Chibas Darstellung des Street Fighter sehr: Rauh, grob und nicht ohne Holprigkeiten.
Chiba ist das Abbild des asiatischen Bärbeißers. Seine ruchlosen Ausraster (unterstützt von grimassenhaften Atemübungen) sind und bleiben die Highlights dieses Filmes. Die variantenreiche Musik von Toshiaki Tsushima (’Battles Without Honor and Humanity’) setzt dem ganzen die Krone auf.

Sonny macht mal Pause

Chibas ’Street Fighter’ mag in den Köpfen einiger ’Martial Arts’-Fans als einer der Klassiker schlechthin gewertet werden. Ich selbst kann diesem Ruf jedoch nur bedingt folgen. Chiba hat Klasse, das steht außer Frage. An einen Bruce Lee reicht sein Karate allerdings nicht heran. Und den bösärschigen Nippon-Devil, der sich der brutalen Methoden seiner Feinde bedient, hatte Shintarô Katsu in ’Hanzo - The Razor’ schon zwei Jahre zuvor perfektioniert. Was bleibt ist ein knallharter Crime-Klopper, der keine Gefangenen nimmt und nach kurzem Handlungs-Stottern immer wieder die Kurve zur guten Action-Unterhaltung kriegt.


PS: So sieht's aus, wenn euch jemand die Fontanelle zerbröselt, während ein anderer durch ein Röntgengerät zuschaut:















Hudson